Las Vegas (dpa) - Intel will binnen einer Woche Schutzmaßnahmen gegen die Sicherheitslücke in Computerchips für 90 Prozent seiner Prozessoren veröffentlichten. Das sagte Firmenchef Brian Krzanich.

Für die restlichen Intel-Chips solle das Sicherheits-Update bis Ende des Monats herausgebracht werden. Intel habe keine Hinweise darauf, dass jemand mit Hilfe dieser Schwachstelle Nutzerdaten erbeutet haben könnte, bekräftigte er. Es sei nach wie vor wichtig, stets alle Aktualisierungen zu installieren, mahnte Krzanich.

Durch die vergangene Woche bekanntgewordene Sicherheitslücke können zumindest theoretisch auf breiter Front Daten abgeschöpft werden. Die Schwachstelle steckt in einem branchenweit angewendeten Verfahren, deswegen sind Prozessoren verschiedenster Hersteller betroffen. Forscher demonstrierten, dass es möglich ist, sich Zugang zum Beispiel zu Passwörtern, Krypto-Schlüsseln oder Informationen aus Programmen zu verschaffen. Tech-Firmen sind dabei, die seit Jahren bestehende Lücke so gut es geht mit Software-Aktualisierungen zu stopfen. Komplett kann man das Problem nach Ansicht einiger Experten aber nur durch einen Austausch der Prozessoren beheben. Intel steht wegen der Schwachstelle bereits im Visier mehrerer Verbraucher-Klagen in den USA.

Krzanich begann mit der Stellungnahme zur Chip-Sicherheitslücke seinen Auftritt auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. Der Schwerpunkt seiner Präsentation war Intels neue Technologie für dreidimensionale Videoaufnahmen. Bei "True VR" werden Szenen mit Dutzenden Kameras aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen, so dass man die Videos aus allen möglichen Blickwinkeln und Perspektiven einzelner Teilnehmer betrachten kann. Intel sieht ein aussichtsreiches Anwendungsfeld für die Technologie im Sport - und im Film und Fernsehen. Deswegen wurden Beispiele mit verschiedenen Sportarten demonstriert sowie einer Western-Szene aus dem neuen Intel-Studio in Los Angeles. Von den bevorstehenden Olympischen Winterspielen in Südkorea will Intel 30 Events in 3D übertragen, sowohl in Live-Schaltungen als auch auf Abruf.

Außerdem erklärte Krzanich, dass Intel an Chips arbeite, die das Funktionieren menschlicher Neuronen nachahmten - und ebenso wie etwa Google auch an Quantencomputer-Prozessoren. An Anfang machten Menschen Musik nur mit Datenhandschuhen und Kameras statt Instrumenten - zum Teil begleitet von Drohnen, die auf einer auf der Bühne eingeblendeten riesigen Tastatur Klavier spielten.  © dpa