Die legendärsten Spielhallen-Klassiker

Sie sind die Oldtimer der Videospiel-Geschichte: Arcade-Games stammen aus der Zeit vor dem Siegeszug der Heimcomputer und Spielekonsolen. Unsere Bildergalerie versammelt ein paar der wichtigsten Spielhallen-Legenden - und zeigt, welche heute noch Bestand haben.

Pixelige Grafik, schreckliche Pieps-Töne, Hardware in Schrankgröße und minimalistisches Gameplay - obwohl der Kopf nein sagt zu Spielhallen-Klassikern, schlägt das Herz noch immer für manche Arcade-Games. Wir stellen die wichtigsten vor und erklären, warum sie bis heute zeitlos faszinierend blieben.
"Pong" war nicht das allererste Videospiel, doch war es der Titel, der 1972 den Siegeszug der ganzen Branche einläutete. Das Gameplay war an Minimalismus nicht zu unterbieten - die Optik auch nicht: Ein kleines Quadrat stellte den Ball dar, je ein langer Strich am Bildschirmrand symbolisierte Schläger. Damals reichte das für eine Tennis-Sensation!
Außerirdische versuchen, am unteren Bildschirmrand zu landen, der Spieler versucht, die Landung mit einer Laserkanone zu verhindern. Sonst heißt es: Game Over. "Space Invaders" von 1978 ist genial einfach und einfach genial - eine Erfolgsformel, die für alle Spielhallen-Klassiker gilt, welche bis heute im kollektiven Gamer-Gedächtnis weiterleben.
1979 schickte Ataris "Asteroids" ein Dreieck als Raumschiff auf eine Art Mission Impossible im All: Es galt, Kollision mit Asteroiden zu verhindern - indem man ihnen per Schub ausweicht und sie in kleinere Teile schießt. Mit über 70.000 verkauften Automaten eine der größten Erfolgsgeschichten der Spielebranche.
Rennspiele zählten zu den beliebtesten Spielhallen-Genres. Kaum ein Racer faszinierte so sehr wie "Out Run". Was den Titel 1986 zum Kult machte, war die Mischung aus Top-Grafik (aus damaliger Sicht), spektakulären Supersportwagen, coolem Soundtrack und sommerlichen Straßenkulissen. 2004 erschien mit "Outrun 2" ein Retro-Remake.
"OutRun 2006: Coast 2 Coast" war ein weiteres Spin-off des legendären Kultspiels. Wie im Original durfte man hinter dem Steuer eines Ferrari Platz nehmen. Und wie im Original musste man sich die Vorwürfe der Beifahrerin gefallen lassen, wenn der rasante Fahrstil zu dilettantisch war. Es erschien für Xbox, PlayStation2, PlayStation Portable und PC.
Das Shoot'em up-Genre bietet Kanonenfutter für Schießwütige. König der Arcade-Shooter ist "R-Type" von 1987. Der Clou der seitlich scrollenden Weltraumschlacht war ein neuartiges Extrawaffen-System sowie ein aufrüstbarer Begleit-Satellit.
Berüchtigt ist "R-Type" außerdem für seinen fast schon absurd hohen Schwierigkeitsgrad. Den will Indie-Entwickler Granzella in seinem aktuellen Kickstarter-Projekt "R-Type Final 2" allerdings spürbar entschärfen.
Beim Genre Beat'em up ist der Name Programm. Zu den bekanntesten Prügelknaben zählen die Brüder Billy und Jimmy Lee. In "Double Dragon" (1987) gilt es, die entführte Marian zu befreien. Für damalige Verhältnisse originell: Neben Armen und Beinen konnten auch gefundene Gegenstände als Waffe benutzt werden. 25 Jahre später erschien "Double Dragon 4".
Beat'em-Ups gab es wie Sand am Meer. Eines genießt unter seinen Fans noch heute den Ruf als bestes Kampfspiel aller Zeiten: Capcoms "Street Fighter 2" von 1991 war die Blaupause für alles, was danach kam - von "Soul Calibur" über "Dead Or Alive" bis zu "Smash Brothers". Neben der Grafik lag das an der Fülle von möglichen Spezial-Kombos.
Um gegen das Kultspiel "Street Fighter 2" einen Wirkungstreffer zu landen, setzte Entwickler Midway 1992 bei "Mortal Kombat" auf zwei Faktoren. Da war einerseits die opulente Grafik. Statt wie üblich gezeichnete Figuren zu zeigen, wurden Schauspieler digitalisiert.
Neben der grafischen Revolution sorgte schon beim ersten Teil der "Mortal Kombat"-Reihe auch die Gewaltdarstellung für Aufsehen. Die "Fatality" genannten Finisher waren blutigste Effekthascherei. In Deutschland führte das zur Indizierung. Das aktuelle "Mortal Kombat 11" (Bild) allerdings ist frei erhältlich.
Ein großer gefräßiger Ball, der kleine Quadrate frisst - grafisch ist "Pac-Man" nicht mehr auf dem neuesten Stand. Als einer der ersten großen Spielehelden eroberte er 1980 die Bildschirme. Im Labyrinth musste er Geistern ausweichen. Aufregend ist der Moment, in welchem er eine Kraftpille schluckt und für kurze Zeit selbst vom Gejagten zum Jäger wird.
Der Erfolg von Pac-Man führte zu zahlreichen Adaptionen und Nachfolge-Titeln. Viele davon kann man in der Spielesammlung "Pac-Man Museum" von Bandai Namco zocken. Der Pac-Man Nachfolger "Ms Pac-Man" erschien 1982 und sorgte - lange vor Lara Croft - erstmals für Emanzipation in der Spielwelt.
Mit "Pac-Man and the Ghostly Adventures" erschien 2013 eine animierte TV-Serie mit einer modernisierten Pac-Man-Figur. Flankierend veröffentlichte Namco Bandai Games das gleichnamige Videospiel, welches mit dem Original nur noch wenig gemein hatte.
Die "Pac-Man Championship Edition" ging zurück zu den Wurzeln der kugelförmigen Kultfigur. Die Grafik wurde zwar aufgepeppt, doch die Aura des Originals blieb erhalten. Teil 2 erschien unter anderem auch für Nintendo Switch. Besonders launig: der Zwei-Spieler-Modus.
Der Grund, warum sich die Jugend 1983 an den Bildschirmen von "Dragon´s Lair" die Nase platt drückte, war die nie zuvor gesehene Grafikpracht. Im Inneren der Automaten kam der damals letzte Schrei zum Einsatz: eine Laserdisc. Diese Technik erlaubte es, statt der üblichen klobigen Pixel die Optik eines Animationsfilms zu präsentieren.
Mit Don Bluth war ein ehemaliger Disney-Animationsdirektor für die Grafik verantwortlich. Doch während die Optik bahnbrechend war, beschränkte sich das Gameplay auf das, was heute als Quicktime-Event bekannt ist: Es galt, im richtigen Moment die richtigen Tasten zu drücken. Heute ist das zu wenig, wie man bei der aktuellen Switch-Version feststellen kann.
Das Arcade-Spiel "Ghosts 'n Goblins" von Capcon war 1985 so erfolgreich, dass diverse Adaptionen fürs Home Entertainment folgten - vom C64 bis zur Sony PSP. In dem klassischen Vertreter des Jump&Run-Genres muss Ritter Arthur eine Prinzessin retten.
Nicht nur Zombies, Golems, Kobolde, spuckende Pflanzen oder Fledermäuse versuchen, den Helden aufzuhalten. Auch Hindernisse wie Leitern, Abgründe und bewegliche Plattformen musste Arthur in zahlreichen Ablegern überwinden. Witzig: Bevor die Spielfigur ihr Leben lässt, verliert sie erst die Ritterrüstung und kämpft bis zum fatalen Schlag in Unterhosen weiter.