Das steckt in den kleinen Alleskönnern von AVM!

Eine FRITZ!Box ist mehr als nur ein einfacher Internet-Router. Wir zeigen Ihnen in diesem Ratgeber, was die praktische Box alles unter der Haube versteckt.

Viele der größeren FRITZ!Box-Modelle - also beispielsweise die 7490 oder 7590 - bündeln heute viele Funktionen, für die früher die Anschaffung externer Geräte notwendig war, in einem vergleichsweise kompakten Router. Gleichzeitig sind sie z.B. DSL-Modem, Access-Points für WLAN, Drucker-Server, Switch, Telefonanlage, NAS-Server, private Cloud und vieles mehr. Alle Funktionen, die wir Ihnen in diesem Ratgeber zeigen, sind kostenlos nutzbar. Bis auf eventuell einige zusätzliche Software - ebenfalls kostenlos - brauchen Sie nichts. Schauen wir uns also an, was eine FRITZ!Box heute leisten kann.

In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, WLAN-Zugänge nicht allesamt unter einem einzigen Zugang zu bündeln. Falls vielleicht Gäste bei Ihnen auf das WLAN zugreifen, bekommen diese nämlich nicht nur das Passwort für den Zugang, sondern auch Zugriff auf Bereiche wie ein intern eingerichtetes NAS oder auch USB-Speicher, die Sie mit der FRITZ!Box gekoppelt haben. Das kann ein Sicherheitsrisiko sein - das AVM aber zum Glück erkannt hat. WLAN-Clients lassen sich gut voneinander trennen, indem Sie die Zugangsberechtigungen reglementieren:

1. Öffnen Sie das Konfigurationsmenü der FRITZ!Box. Gehen Sie dann in "WLAN" und anschließend "Sicherheit".

2. Dort finden Sie die Option "Die unten angezeigten Geräte dürfen untereinander kommunizieren". Schalten Sie sie aus und übernehmen Sie die Einstellung.

Jetzt haben WLAN-Gäste keinen Zugang mehr zu den "Innereien" des Routers oder z.B. auf Freigaben für Computer und Notebooks.

Ein Problem bleibt aber noch immer bestehen: Der Speicher der FRITZ!Box ist noch immer einsehbar. Angeschlossene USB-Sticks etwa stehen auch allen Gästen zur Verfügung. Hier lohnt sich ein Gastzugang, den Sie sowohl über LAN als auch WLAN konfigurieren können. Handelt es sich um einen Besucher, der gerne via Ethernet-Kabel ins Internet möchte, machen Sie dies am besten über den LAN4-Anschluss an der Rückseite der Box. Gehen Sie dann in "Heimnetz" -> "Heimnetzübersicht" -> "Netzwerkeinstellungen" und schalten Sie dort den Gastzugang für LAN4 ein.

Dort können Sie dann auch noch die Option "Anmeldung am Gastzugang nur nach Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen gestatten" aktivieren. Öffnet der Gast dann den Browser, wird er von einer Webseite begrüßt, die um die Zustimmung der Nutzungsbedingungen bittet. Mit einem Klick auf "OK" geht es dann weiter und das Internet ist nutzbar - aber der Zugang zu USB-Speicher & Co. ist verriegelt. Sie können diesen Dialog übrigens auch selbst noch anders gestalten, aber das geht nur, wenn sich der Gast über WLAN einloggt - und genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Um einen Gastzugang über WLAN einzurichten, begeben Sie sich wieder in das Optionsmenü der FRITZ!Box. Dort gehen Sie auf "WLAN" und "Gastzugang". Setzen Sie das Häkchen in der entsprechenden Box und geben Sie dem Gastzugang noch einen (beliebigen) Namen. Als Verschlüsselungsmethode ist aktuell WPA2 (CCMP) zu empfehlen. Legen Sie dann noch einen Netzwerkschlüssel fest. Auf keinen Fall sollte er identisch mit Ihrem eigenen Schlüssel sein.

Jetzt können Sie auch die Message verändern, die Gäste beim Einloggen sehen. Die Option dafür heißt "Vorschaltseite anzeigen mit Informationen zu dem Anbieter des Gastzugangs". Im Prinzip ist diese Funktion für Unternehmen und Geschäfte gedacht, die ihren Besuchern WLAN-Zugang bieten und auf besondere Nutzungsbedingungen hinweisen möchten. Sie selbst können diese Seite aber ebenfalls nach Lust und Laune gestalten. Weisen Sie eventuell darauf hin, dass keine Rechtsverletzungen über den Gastzugang begangen werden dürfen.

Sie können hier auch noch eigene Bilder einfügen - vielleicht Firmenlogos oder Slogans - sowie MAC-Adressen und Nutzungszeiten protokollieren. Ebenfalls dürfen Sie eine Webseite festlegen, auf die Gäste nach dem Klick auf "OK" weitergeleitet werden. Das könnte z.B. eine Suchmaschine sein oder auch eine Webseite Ihres Geschäfts, falls Sie die FRITZ!Box gewerblich nutzen. Auch Nutzungseinschränkungen können Sie definieren, sodass sich der Zugang z.B. nach einer halben Stunde deaktiviert. Viele dieser Optionen sind praktisch ausschließlich für die Nutzung im Gewerbe vorgesehen.

Auch zu Hause sollten Sie jedoch prüfen, was genau die Gäste machen dürfen. Beispielsweise gibt es die standardmäßig aktivierte Option "Internetanwendungen beschränken: Nur Surfen und Mailen erlaubt". Im Alltag ist das etwas schwierig, da so z.B. keine Downloads möglich sind. Gehen Sie den Weg über "Internet" -> "Filter" -> "Zugangsprofile", um die Sperre aufzuheben.

Auch diese Funktion steht schon seit längerer Zeit zur Verfügung. Unter Windows ist die Arbeit mit Netzwerkfreigaben oftmals recht kompliziert. Über die FRITZ!Box sparen Sie sich viel Arbeit: Enthalten sind in den großen Modellen nämlich kleine Mengen Speicher, die Sie praktisch als angeschlossene Netzwerkfestplatte und damit als Mini-NAS nutzen können. Viel konfigurieren müssen Sie dafür nicht. Aber: Der Umfang ist auf 512 MB begrenzt. Das ist natürlich nicht allzu viel, über den Austausch von Bildern und Dokumenten wird es wahrscheinlich nicht hinausgehen. Flexibler ist es, wenn Sie auch die USB-Ports der FRITZ!Box nutzen, um darüber externe Festplatten oder USB-Sticks anzuschließen.

Bleiben wir zuerst bei der Nutzung des internen Speichers. Sinnvoll ist es in jedem Fall, ihn als eigenes Laufwerk in Windows einzubinden. Die FRITZ!Box ist immer eingeschaltet, sodass Sie auch immer Zugriff auf dieses kleine Laufwerk haben werden. Einzige Voraussetzung: Der Nutzer auf dem Router muss denselben Namen und dasselbe Passwort nutzen wie auch der Nutzer auf dem Windows-PC. Das geht so:

1. Öffnen Sie das Konfigurationsmenü der FRITZ!Box. Gehen Sie auf "System" und "FRITZ!Box-Benutzer".

2. Geben Sie in "Benutzer" für jede Person den Namen und das Passwort ein, dass die jeweilige Person auch für Windows verwendet.

3. Unter "Berechtigungen" aktivieren Sie die Option "Zugang zu NAS-Inhalten". Dann sollten Sie ein "Verzeichnis hinzufügen" und am Ende alles mit "Alle an der FRITZ!Box verfügbaren Speicher" bestätigen.

4. Richten Sie den neuen Benutzer so ein, dass sowohl Lese- als auch Schreibrechte zur Verfügung stehen.

Wenn Sie jetzt den Windows Explorer öffnen, sollten Sie auf der linken Seite unter "Netzwerk" auch den Eintrag "FRITZ-NAS" sehen. Mit einem Rechtsklick darauf können Sie den Speicherplatz als "Netzlaufwerk einbinden". Vergeben Sie dann noch einen Laufwerksbuchstaben. Jetzt sollte - eventuell nach einem Neustart - der NAS-Speicher der FRITZ!Box unter Windows und Ihrem vergebenen Buchstaben zu sehen sein.

512 MB Speicherplatz ist heute kaum noch der Rede wert. Möchten Sie also mehr machen als nur kleinere Daten austauschen, sollten Sie auch den Speicher erweitern. Sie haben dabei die Wahl zwischen einfachen USB-Sticks und kompletten externen Festplatten mit mehreren Terabyte Kapazität. Damit das alles klappt, richten Sie zuerst den Zugang so ein, wie wir es im vorherigen Kapitel beschrieben haben.

Verbinden Sie dann ein USB-Speichermedium mit der FRITZ!Box. Wenn Sie Glück haben, wird jetzt alles automatisch erkannt: In der Netzwerkumgebung wird unter fritz.nas das USB-Medium als weiterer Unterordner präsentiert, den Sie dann nach Lust und Laune nutzen können. Gerade bei USB-Sticks ist dies jedoch oft ein Glücksspiel: Manchmal werden die Sticks sofort eingebunden und manchmal eben nicht. Möglicherweise möchten Sie den Stick auch lieber als eigenes Laufwerk nutzen. Für beide Fälle gibt es Abhilfe über den USB-Fernanschluss:

1. Gehen Sie in der FRITZ!Box im "Heimnetz" auf "USB-Geräte". Dort entdecken Sie den "USB-Fernanschluss" und aktivieren dieses Feld.

2. Wählen Sie den "USB-Speicher" aus und "Übernehmen" Sie die Einstellung. Jetzt folgt eine Analyse des Geräts durch die FRITZ!Box. Danach klicken Sie auf "OK.

3. Im nächsten Fenster bittet Sie die FRITZ!Box darum, ein Programm für den USB-Fernanschluss herunterzuladen. Im sich öffnenden Browser machen Sie genau das: Von den AVM-Servern wird dann automatisch ein Tool heruntergeladen, das sich in der Tray-Leiste einsortiert.

4. Öffnen Sie jetzt in der Tray-Leiste das Programm. Wahrscheinlich werden Sie den USB-Speicher dort schon vorfinden. Geben Sie dann Benutzernamen und Passwort eines Nutzers ein, den die FRITZ!Box kennt.

5. Über "Klicken, um zu verbinden" geht es weiter. Danach sollte das Laufwerk im Windows Explorer zu sehen sein.

Dieses Prinzip können Sie auch auf mehrere USB-Medien anwenden, wenn Sie z.B. gleichzeitig einen Stick und zwei Festplatten anschließen. Übrigens: Seit der FRITZ!Box 7490 ist USB 3.0 fester Bestandteil der Geräte. Möglicherweise müssen Sie diesen wesentlich schnelleren Zugang zu externen Medien aber erst aktivieren. Unter "Heimnetz", "USB-Geräte" und "USB-Einstellungen" werden Sie fündig. Schalten Sie USB 3.0 für alle Geräte ein, die diesen Standard auch selbst unterstützen.

Der NAS-Speicher ist zwar bequem, aber primär nur über das eigene Netzwerk zu Hause zu erreichen. Möchten Sie also unterwegs auf Dateien jeglicher Art zugreifen, stehen Sie wieder vor einem Problem. Wenn Sie den NAS-Speicher richtig konfigurieren, werden Sie jedoch auch über das Internet darauf zugreifen können.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die FRITZ!Box eine permanente IP bekommt. Unter dieser IP werden Sie das Gerät dann in Zukunft über das Internet erreichen. Geeignete Dienste sind z.B. DynDNS, allerdings kostet dieser Service inzwischen eine monatliche Gebühr. AVM hat den Bedarf jedoch erkannt und stellt Nutzern eine kostenlose Alternative bereit - mit dem trefflichen Namen MyFRITZ. Über einen AVM-Server verbinden Sie sich dann mit der FRITZ!Box und darüber dann mit dem Netzwerkspeicher in Form von USB-Sticks oder Festplatten. Halten Sie sich für die Konfiguration an die folgenden Schritte:

1. Im Menü der FRITZ!Box öffnen Sie den Punkt "Internet" und dann "MyFRITZ!-Konto". Um dort ein neues Konto anzulegen, braucht AVM sowohl Ihre E-Mail-Adresse als auch ein beliebiges Kennwort. Danach klicken Sie auf "Weiter".

2. Bestätigen Sie die Einrichtung des Kontos und klicken Sie abermals auf "Weiter". Die FRITZ!Box wird sich jetzt automatisch bei Ihrem MyFRITZ!-Konto anmelden. Im E-Mail-Eingang sollte jetzt ein Link für die Anmeldung zu finden sein.

3. Auf der Webseite, auf die Sie weitergeleitet werden, stimmen Sie den Nutzungsbedingungen zu und klicken dann abschließend auf "Konto aktivieren". Mehr müssen Sie nicht tun.

Möchten Sie jetzt von unterwegs auf den NAS-Speicher in und an der FRITZ!Box zugreifen, geben Sie im Browser myfritz.net ein. Dort müssen Sie sich dann mit der E-Mail-Adresse und dem Passwort einloggen, das Sie in der Software vorher verwendet haben. Arbeiten Sie sich in wenigen Schritten durch den Assistenten. Am Ende werden Sie die Schaltfläche "Zu meiner FRITZ!Box klicken" sehen. Genau darauf klicken Sie - und können kurze Zeit später über das Internet auf die FRITZ!Box und alle angeschlossenen Geräte zugreifen.

Sowohl für Apples iOS als auch Android von Google gibt es inzwischen einige Apps, mit denen Sie die Funktionen der FRITZ!Box auch auf Mobilgeräten ausnutzen können. AVM hat diesen Service sehr modular aufgebaut und bietet daher unterschiedliche Funktionen in unterschiedlichen Apps: Mit der MyFRITZ!App 2 haben Sie vollständigen Zugriff auf die Funktionen des Routers, FRITZ!App WLAN ist ein Tool für die Überwachung von WLAN-Geräten und -Leistung, dient der Telefonie und FRITZ!App Media steuert diverse Mediendienste zu Hause. Gerade FRITZ!App WLAN ist recht praktisch.

Damit können Sie unter anderem die komplette Hardware und den Zustand des WLAN-Funknetzwerks überwachen. In "Mein WLAN" sehen Sie Informationen zur FRITZ!Box, Clients und der WLAN-Verbindung. Über "Verbinden" hingegen sehen Sie alle Netzwerke in der Umgebung und wählen sich auch gleich ein. "Umgebung" gibt Ihnen Überblick über alle WLAN-Kanäle in der Nachbarschaft, inklusive Kanälen und Sendestärke.

Ebenfalls interessant ist das Systemmenü oben links: Dort können Sie eine "Netzwerkanalyse" durchführen und das "WLAN testen". Damit werden Pings sowie http-Requests an die FRITZ!Box gesendet. Sie wertet dann aus, wie schnell das heimische Netzwerks ist - praktisch, wenn Sie irgendwo einen Flaschenhals vermuten. Eine Protokollfunktion gibt es ebenfalls unter "Heimnetzgeräte". Dort sehen Sie, wer sich in der jüngeren Vergangenheit so bei Ihnen eingeloggt hat. Den Gastzugang schalten Sie zu guter Letzt über "WLAN teilen" frei. Mobile Geräte wie Smartphones schaffen das am besten über die Optionen "NFC" oder "QR-Scan".

Festnetztelefonie und das Smartphone lassen sich verbinden, wenn Sie eine FRITZ!Box nutzen und die erwähnte App FRITZ!App Fon auf dem Handy installieren. Damit können Sie, sofern Sie sich in Reichweite des WLAN-Netzes Ihrer FRITZ!Box befinden, das Smartphone für Festnetztelefonie verwenden. Das Mobilgerät übernimmt damit eine ähnliche Rolle wie ein DECT-Telefon. Über das klassische Mobilfunknetz bleiben Sie aber erreichbar. Im Prinzip kombinieren Sie also Festnetz und Mobilfunk in einem einzigen Gerät.

Gehen Sie wie folgt vor, um dieses Ziel zu erreichen:

1. Verbinden Sie das Smartphone mit dem WLAN-Netz der FRITZ!Box.

2. Installieren Sie jetzt FRITZ!App Fon auf dem Smartphone. Sobald Sie die App gestartet haben, wird sie Sie nach dem Passwort für die FRITZ!Box fragen. Geben Sie das Kennwort ein und bestätigen Sie die Eingabe.

3. Die App wird das Smartphone dann als neues Telefon erkennen. Um das zu überprüfen, gehen Sie in der FRITZ!Box auf "Telefonie" und "Telefoniegeräte"

4. Rechts finden Sie den Button "Bearbeiten". Über "Ausgehende Anrufe" können Sie jetzt definieren, welche Nummer die angerufene Person auf dem Display sehen soll. Legen Sie hier auch fest, bei welchen Anrufen das Smartphone klingeln soll.

5. Das Telefonieren geht dann ganz einfach: Öffnen Sie die FRITZ!App Fon auf dem Smartphone, geben Sie die Nummer ein und tippen Sie auf "Anrufen". Über die App werden Sie ab jetzt über das Festnetz telefonieren.

Ein wenig Spielraum für die Konfiguration haben Sie auch noch. Beispielsweise haben Sie Zugriff auf die "Anrufliste" und das "Telefonbuch", wo Sie Kontakte speichern können und festlegen, welches Verzeichnis die Software nutzen sollte. Gehen Sie auf "Mehr" und "Einstellungen", um über die "App-Auswahl beim Rufaufbau" wählen zu können, welches Telefonieprogramm beim Rufaufbau verwendet wird. Wahlregeln legen Sie ebenfalls noch fest und über "Mobilrufnummern" können Sie einstellen, ob das Smartphone auch bei Anrufen ins Mobilfunknetz das Festnetztelefon nutzen sollte oder nicht. Sie haben hier schon eine Menge Auswahl, die den Umgang mit dem Telefon erleichtern kann.

In den Einstellungen der App sollten Sie sich auch die erweiterten Optionen genauer ansehen. Dort können Sie z.B. die Nutzung alternativer Mikrofone aktivieren oder die Sprachqualität verbessern. Das ist immer dann sinnvoll, wenn Sie Echoeffekte oder Rauschen aus Ihren Gesprächen filtern müssen. Haben Sie keine Probleme, sollten beide Funktionen ausgeschaltet bleiben.© IDG