VW I.D. R Pikes Peak: Mit dieser E-Flunder will VW den legendären Gipfel stürmen

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Schon vor Wochen machte VW die eigenen Pläne für das berühmt-berüchtigte alljährliche Bergrennen am Pikes Peak im US-Bundesstaat Colorado publik. Die jüngst abgehaltene Präsentation des fertigen VW I.D. R Pikes Peak zeigt: Die Wolfsburger meinen es ernst. © 1&1 Mail & Media / CF

Zu sehen bekamen Motorsportfans und Fachpresse weltweit zunächst nur digital erstellte Konzeptzeichnungen des VW I.D. R Pikes Peak, eines rein elektrisch angetriebenen Rennwagens wohlgemerkt.
So langsam aber rückt das prestigeträchtige Event näher. Schon am 24. Juni soll der Startschuss fallen.
Es war also allmählich an der Zeit, das Tuch über dem ambitionierten Projekt zu lüften. Schon auf den ersten Blick wird deutlich: Der Prototyp ist futuristisch und kompromisslos zugleich.
Und das kann er auch sein, hat die Flunder doch nur einen einzigen Auftrag: Die neue Benchmark für Elektrofahrzeuge am legendären Pikes Peak zu werden – mindestens!
So mancher Experte rechnet sogar damit, dass es Volkswagen nicht nur auf die neue Bestmarke für Stromer abgesehen hat, sondern gleich den ganz großen Coup anstrebt.
Den Rekord auf der erst seit wenigen Jahren vollständig asphaltierten Piste hinauf zum 4.300 Meter hoch gelegenen Gipfel hält bis dato der ehemalige WRC-Champion Sebastian Loeb, aufgestellt mit einem Peugeot 208 T16 Pikes Peak.
2013 brachte er die Strecke mit dem teils atemberaubenden Ausblick in 8:57,118 hinter sich.
Selbstverständlich können sich die Wolfsburger bei einem derart hart umkämpften Bergrennen aber nicht allein auf die brachiale Aerodynamik des I.D. R Pikes Peak verlassen.
So verrichtet unter dem Carbon-Kleid des VW I.D. R Pikes Peak ein Team aus zwei E-Aggregaten mit insgesamt 500 kW/680 PS seinen Dienst. Das System stellt satte 650 Nm bereit, um die knapp 1.100 kg den Berg hinauf zu hieven.
Genau hier könnte auch der Knackpunkt liegen. Mit einem Gewicht von über einer Tonne zählt die Flunder nämlich nicht gerade zu den Leichtgewichten unter den Gipfelstürmern.
Diesen Nachteil des gewählten Antriebsskonzepts sollen dessen Vorteile gegenüber klassischen Konzepten mehr als wettmachen.
So sprinter der Urahn des VW Golf II GTI Pikes Peak von 1987 (Bild) dank des stets und ohne Unterbrechung anliegenden Drehmoments in gerade einmal 2,25 Sekunden von null auf Hundert – perfekt für Beschleunigungsorgien aus den zahlreichen Spitzkehren am Pikes Peak.
Dass der moderne Herausforderer, das jüngste Mitglied der VW I.D.-Familie, nicht noch mehr Pfunde auf die Waage bringt, ist allein dem Umstand zu verdanken, dass es in Anbetracht der geringen Streckenlänge nicht vorrangig auf die Reichweite ankommt. So kann ein vergleichsweise kompakter Akku den Antriebsstrang speisen.
Pilotiert wird der E-Bolide beim „Race to the Clouds“ übrigens von keinem geringeren als Le-Mans-Gesamtsieger Romain Dumas.
Passend dazu fand die Präsentation des fertigen I.D. Pikes Peak in dessen Geburtsstadt Alès statt. Kurz darauf ging es auch schon auf die Rennstrecke. Am Pikes Peak selbst kann ohnehin kaum getestet werden.