Trump lässt offiziell die Erhebung von 25 Prozent Strafzoll auf Importautos prüfen. Als Begründung dient die nationale Sicherheit. Die deutsche Industrie lehnt solche Handelsbarrieren entschieden ab.

Für die USA ist die Autoindustrie ein Minusgeschäft. 2017 wurden 8,3 Millionen Fahrzeuge im Wert von 192 Mrd. Dollar importiert. Exportieren konnten US-Hersteller dagegen nur zwei Millionen Autos im Wert von 57 Milliarden Dollar. Aus Sicht von Präsident Donald Trump ein schlechter Deal.

Gleiche Begründung wie bei Stahl und Aluminium

Jetzt will Trump seinen mehrfachen Ankündigungen Taten folgen lassen und Strafzölle erheben. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat er das US-Handelsministerium angewiesen, zu prüfen, ob die hohen Einfuhrüberschüsse die nationale Sicherheit bedrohen. Genau so hatte die US-Regierung schon ihre Strafzölle auf Stahl und Aluminium begründet.

IHK sieht Zölle als Provokation

Die deutsche Industrie zeigt sich angesichts dieser Aussichten erschrocken bis empört. „Aspekte der nationalen Sicherheit als Begründung anzuführen, ist konstruiert und an den Haaren herbeigezogen“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, am gestrigen Donnerstag. „Wir müssen das schon fast als Provokation werten.“

Die Europäische Union hofft weiterhin, die Strafzölle durch Verhandlungen abwehren zu können. „Wir müssen eine Lösung finden, die fair ist", sagte Vizepräsident Jyrki Katainen. „Ich glaube, wir können eine Lösung finden, ich weiß nur nicht, wie schnell das geht.“

BMW nimmt in den USA Sonderrolle ein

Mit BMW hatte sich Trump im März 2018 direkt angelegt, als er den Konzern aufforderte, ein geplantes Werk für den Dreier statt in Mexiko in den USA zu bauen. Die Reaktion von BMW ist, beides zu tun: Das Werk im mexikanischen San Louis Potosí kommt. Und das US-Werk von BMW in Spartanburg/South Carolina wird erneut ausgebaut.

Gerade BMW sieht die Vorwürfe von Trump gelassen. So verweisen die Münchener darauf, dass Spartanburg das größte Werk des Konzerns ist. BMW produziert dort mehr SUVs für den Weltmarkt, als es insgesamt Autos in die USA einführt. Unterm Strich ist BMW der größte Autoexporteur der USA.

Zu den von Trump kritisierten Ungleichgewichten gehören die unterschiedlichen Einfuhrbedingungen. In der EU sind für alle Importe von Pkw aus den USA zehn Prozent Zoll zu bezahlen. Bei Lkw einschließlich Pickups sind es sogar 22 Prozent. In den USA beträgt der Einfuhrzoll dagegen nur 1,2 Prozent.  © 1&1 Mail & Media / CF