Wer mit dem Auto in Europa Urlaub macht, muss vielerorts Maut bezahlen. Neben Autobahnen sind in vielen europäischen Ländern auch Fahrten über bestimmte Brücken, Pässe oder durch Tunnel gebührenpflichtig. Wir geben Ihnen ein Überblick, wo Sie bezahlen müssen.

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In Europa sind unterschiedliche Arten von Mautsystemen verbreitet: Die streckenbezogene Maut ist für bestimmte Autobahnen, Tunnel, Pässe oder Brücken zu entrichten.

Bei der zeitbezogenen Maut bezahlen die Reisenden pauschal für die Benutzung der Fernstraßen eines Landes. Manche Länder, wie Österreich, wenden beide Systeme an.

Als weitere Mautkategorie wird immer häufiger City-Maut für die Einfahrt in Städte verlangt.

Nachfolgend finden Sie die Mautkosten für Pkw in den typischen europäischen Urlaubsregionen. Wo eine streckenbezogene Maut erhoben wird, geben teilweise Mautrechner Auskunft über die Höhe der Gebühren für bestimmte Strecken.

Praktisch für die Mautplanung ist die Reisekarte des ADAC, denn dort sind alle anfallenden Mautzahlungen für die gesamte Reise aufgelistet.

Frankreich

Die Autobahnen sind bis auf wenige Stadtumfahrungen oder Zubringerstrecken mautpflichtig. Die Bezahlung erfolgt bar an Mauthäuschen.

Eine Alternative ist bargeldlose Bezahlung mit einem Transponder. Dieser kann online bestellt werden. Ein Mautrechner des Autobahnbetreibers gibt außerdem Auskunft über die zu erwartenden Kosten. Für eine Urlaubsfahrt von Paris nach Lyon zum Beispiel werden 34,80 Euro fällig.

Neben Straßennutzungsgebühren für Autobahnen sind in verschiedenen Teilen Frankreichs Mautabgaben für sieben Tunnel (davon zwei an der Grenze zu Italien), vier Brücken und sechs Großstädte vorgesehen.

Niederlande

In den Niederlanden gibt es keine Maut für Fernstraßen. Lediglich für zwei Tunnel gelten Mautgebühren: zwei Euro für den Kiltunnel in der Nähe von Dordrecht und fünf Euro für den Westerscheldetunnel, der die Halbinsel Zuid-Beveland mit dem Festland verbindet.

Belgien

Der Liefkenshoektunnel im Norden Antwerpens, Teil einer Umfahrung, ist gebührenpflichtig. Die Maut beträgt fünf Euro. Alle anderen Verkehrswege sind für Pkw kostenlos.

Österreich

Auf Autobahnen in Österreich gilt eine zeitbezogene Maut für zehn Tage, zwei Monate oder ein Jahr. Die Kosten betragen für Pkw jeweils neun, 26,20 oder 87,30 Euro. Darüber hinaus ist für vier Tunnel und sechs Pässe Streckenmaut zu zahlen.

Für die wichtigste Reiseroute Österreichs, den Brennerpass, kostet die Passage 9,50 Euro. Maut für die Anreise zum Brenner auf Autobahnen ist zusätzlich zu bezahlen.

Beim Autobahnbetreiber Asfinag ist die bargeldlose Zahlung sowohl von virtuellen Vignetten als auch von Streckenmaut möglich. Der ADAC hält die Tarife für alle kostenpflichtigen Tunnel und Pässe in Österreich bereit.

Schweiz

In der Schweiz sind alle Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen mit grün-weißer Beschilderung kostenpflichtig. Das sind die meisten Fernstraßen. Die Maut ist als Jahresplakette zu bezahlen, die vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum folgenden 31. Januar gilt. Die Plakette kostet 40 Franken (ca. 36 Euro).

Italien

In Italien müssen Urlauber für fast alle Autobahnen Streckenmaut entrichten. Zusätzlich fällt bei zwei Pässen (dem Timmelsjoch-Alpenstraße zwischen Italien und Österreich und dem Stilfserjoch-Passstraße von Prad nach Bormio) und vier Alpentunneln, die in die Schweiz oder nach Frankreich führen, Streckenmaut an. City-Maut bezahlt, wer mit dem Auto nach Bologna, Mailand oder Palermo hineinfahren will.

Zur Berechnung der Streckengebühren hat die italienische Betreibergesellschaft Autostrade online einen Mautrechner zur Verfügung gestellt. Die 254 Kilometer von Florenz nach Rom zum Beispiel schlagen mit 18,40 Euro zu Buche.

Spanien

In Spanien sind privat betriebene Autobahnen kostenpflichtig; solche in Staatsbesitz sind kostenlos. Maut kosten überwiegend die Fernstraßen, während die meisten Umgehungsautobahnen kostenlos sind.

Die streckenbezogene Maut ist an Mauthäuschen zu begleichen. Die Strecke von Barcelona nach Valencia etwa kostet knapp 40 Euro. Onlinebuchung vorab ist auch möglich, allerdings nur auf Spanisch und Französisch.

Tschechien

Die meisten Autobahnen in Tschechien sind mautpflichtig. Vignetten gibt es für drei Zeiträume: zehn Tage (13 Euro), einen Monat (18 Euro) oder ein Jahr (61 Euro).

Slowakei

Alle Autobahnen und Schnellstraßen sind für Autos gebührenpflichtig. Lediglich einzelne Streckenabschnitte sind kostenlos. Die Vignette gibt es nur in elektronischer Form. Urlauber buchen sie am besten in Grenznähe, denn das Onlinesystem gibt es nur in slowakischer Sprache.

Polen

Pkw-Fahrer müssen eine Maut auf Teilen der Autobahnen A1, A2 und A4 entrichten. Die Bezahlung kann vor Ort an Mauthäuschen erfolgen. Vorab ist elektronische Bezahlung über das System ViaToll per App möglich. Dort gibt es auch einen Mautrechner.

Ungarn

In Ungarn sind die meisten Autobahnen mautpflichtig. Die Bezahlung erfolgt über eine elektronische Vignette für zehn Tage, einen Monat oder ein Jahr. Die können Urlauber an Grenzübergängen, bei Tankstellen oder online erwerben.

Serbien

Autobahnen und autobahnähnliche Schnellstraßen sind in Serbien durchweg gebührenpflichtig. Die Bezahlung der Streckenmaut erfolgt an Mauthäuschen. Pro 100 Kilometer fallen etwa vier Euro an.

Slowenien

Die Fahrt auf Autobahnen und Schnellstraßen ist gebührenpflichtig. Eine Pkw-Vignette kostet für 7 Tage 15 Euro, für einen Monat 30 Euro und für ein Jahr 110 Euro. Erhältlich sind die Vignetten in grenznahen Tankstellen und speziellen Verkaufsstellen.

Kroatien

Auch in Kroatien sind Autobahnen gebührenpflichtig, die Kosten richten sich nach der Fahrzeugklasse. Für den Ucka-Tunnel auf der A8 und den Sveti-Ilija-Tunnel im Biokovo-Gebirge sowie für die Krk-Brücke, welche die Insel Krk mit dem Festland verbindet, und die Mirna-Brücke auf der A9 in Istrien gibt es Sondergebühren.

Die Gebühren können entweder bar in Landeswährung oder elektronisch per Electronic Toll Collection (ETC) gezahlt werden.

Rumänien

Hier müssen Urlauber mit Pkw die elektronische Vignette Rovinieta erwerben, da alle Nationalstraßen gebührenpflichtig sind. Man kann zwischen einer Gültigkeit von sieben, 30 oder 90 Tagen oder einem Jahr wählen. Die Kosten liegen zwischen 3 und 28 Euro. Erhältlich ist die Vignette an Tankstellen, Grenzübergängen oder online. Zusätzlich entstehen Gebühren für die einzelnen Donaubrücken.

Bulgarien

Wie im Nachbarland Rumänien benötigen alle Pkw eine Vignette. Sie ist jeweils für einen einzigen Tag (11 Euro), eine Woche (21 Euro), einen Monat (41 Euro) oder ein Jahr (413 Euro) erhältlich. Für schwerere Fahrzeuge ist sie wesentlich teurer. Der Verkauf findet an allen Grenzübergängen, an Tankstellen und in Postämtern statt.

Portugal

In Portugal fällt für die meisten Autobahnen eine streckenbezogene Maut an. Zum Teil werden die Gebühren an Mauthäuschen, zum Teil ausschließlich elektronisch abgerechnet. Bei Letzteren wird die Gebühr in "Welcome Points" an Automaten eingezogen.

Zur Bezahlung benötigen die Fahrer eine Bank- oder Kreditkarte. Für Autobahnen mit elektronischer Abrechnung gibt es einen Mautrechner auf Portugiesisch.

Dänemark

In Dänemark sind zwei Brücken mautpflichtig: die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden (59 Euro) und die Storebaeltbrücke zwischen den Inseln Fünen und Seeland (118 Euro).

Schweden

59 Euro kostet die Fahrt über die Öresundbrücke nach Dänemark. Für die Brücken bei Motala, Sundsvall und Svinsund sind Beträge von 0,50 bis 2 Euro fällig. Die Rechnung dafür kommt per Post. Darüber hinaus gibt es eine City-Maut in Stockholm und Göteborg.

Norwegen

In Norwegen sind alle neueren Fernstraßen mautpflichtig. Die Rechnung kommt wie in Schweden per Post – eine Anmeldung ist dafür nicht erforderlich. Einen Mautrechner für die Autobahngebühren gibt es auf Norwegisch.  © 1&1 Mail & Media / CF

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