Es scheint, als brennen die japanischen Autohersteller auf der Japan Mobility Show ein wahres Concept-Car-Feuerwerk ab. Auch Toyota schiebt auf der vom 26. Oktober bis 5. November stattfindenden Automesse, die früher als Tokyo Motor Show bekannt war, mehrere Ausblicke auf seine Zukunft ins Rampenlicht (siehe Video). Einer davon ist der 3,99 Meter lange, 1,79 Meter breite und 1,86 Meter hohe Kayoibako (Radstand 2,80 Meter), bei dem es sich um die Konzeptstudie eines künftigen Elektro-Vans für kommerzielle und private Zwecke handelt.

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Bei dessen Formgebung scheinen Lineale das mit Abstand wichtigste Werkzeug der Designer gewesen zu sein. Der Toyota Kayoibako sieht aus wie ein rollender Quader, der frontseitig im oberen Bereich etwas angeschrägt wurde, damit er dem Fahrtwind nicht mit allzu heftiger Gegenwehr begegnet. Die flächig gestaltete Front wird im oberen Bereich von einer senkrecht angeordneten Scheibe begrenzt, um die herum sich die vom illuminierten Toyota-Schriftzug unterbrochene Lichteinheit schlängelt. Zwischen diesem Fenster und der eigentlichen Windschutzscheibe befindet sich ein in Wagenfarbe lackierter Karosseriesteg.

Als Nutzfahrzeug und zivile Variante

Wie bei einem Kei Car rücken die Räder beim Toyota Kayoibako weit in die Ecken. Eine gerade Linie teilt den Elektro-Van mittig in horizontaler Richtung und mündet in eine Schiene für die hinteren Schiebetüren. Markant sind neben den versenkten Türgriffen und den nach hinten gerichteten Kameras, die die Außenspiegel ersetzen, die weit nach oben versetzten hinteren Seitenfenster, die ohne Unterbrechung um das Heck herumlaufen. Hier befinden sich an den Flanken die horizontal angeordneten Leuchten und zentral erneut der Toyota-Schriftzug.

Die ebenfalls in Aussicht gestellte zivile Variante des Toyota Kayoibako weist dieselbe Grundform auf und kommt doch schnittiger daher. Das mag an der dunklen Farbgebung liegen, aber auch an einigen Eigenheiten, welche die ersten Bilder suggerieren. Diese Version rollt auf Leichtmetall- statt Stahlrädern, die zudem noch ein paar Nummern größer zu sein scheinen als jene des Nutzfahrzeug-Pendants. Da sie extrem satt in den Radhäusern verweilen, könnte das Fahrwerk etwas tiefergelegt sein. Hier zeigt sich zudem, dass die Studie nur beifahrerseitig (in Japan links) über die hintere Schiebetür verfügt. Das frontseitige Lichtspiel weist hier andere Grafiken auf als beim Nutzfahrzeug-Bruder.

Auch als Outdoor-Variante

Als sei das noch nicht genug der Wandelbarkeit, zeigt Toyota als dritte Kayoibako-Darreichungsform eine Outdoor-Version des Elektro-Vans. Hier kommen wieder kleinere Räder zum Einsatz, die dafür grobstollige Geländereifen tragen. Das Abenteurer-Equipment findet vorrangig auf dem üppig bemessenen Dachgepäckträger Platz. An beiden Seiten der Windschutzscheibe befinden sich Streben, die zusätzliche Stabilität für die Ausrüstung bieten oder mit der sich diese extra verzurren lässt. Im hinteren Bereich ist außen eine weitere Verstaumöglichkeit untergebracht; auf den Bildern scheint hier ein Kanister angehängt worden zu sein.

Innen setzt sich das extrem reduzierte Design fort. In der Transporter-Variante des Toyota Kayoibako nimmt der Fahrer oder die Fahrerin auf der rechten Seite Platz. Er oder sie greift in ein als Rechteck geformtes Volant, das rechts und links Multifunktions-Touchfelder beherbergt. Links daneben sitzt ein kleiner Bildschirm, während sich eine Etage höher ein weiterer Monitor über fast die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt. Seitlich erscheinen hier die Bilder der Kameraspiegel; hinzu kommen einige Fahrer- sowie Navigations- und andere Hinweise.

Viel Platz im Ladeabteil

Links neben dem Fahrerplatz lässt sich ein Rollstuhl unterbringen. Oder man tritt eine Stufe hinunter und dann nach hinten ins ebenerdige Ladeabteil. Hier zeigt sich der Vorteil der weit ins Heck versetzten Hinterräder, die durch ihre Position kaum Ladefläche kosten. Unten präsentiert der Nutzfahrzeug-Kayoibako Metall, während der obere Bereich mit Kunststoff ausgekleidet ist. Am Dach gibt es nicht nur eine künstliche Lichtquelle, sondern auch etwas Sonneneinstrahlung durch transparente Bereiche. Im Fond sollen sich nicht nur Güter, sondern auch – sofern weitere Sitze integriert werden – Personen transportieren lassen. Eine Nutzung als mobiles Ladengeschäft ist ebenso denkbar.

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Zur Technik des Kayoibako (der Begriff beschreibt im Japanischen einen wandelbaren Transportbehälter, der so konzipiert ist, dass kaum Müll anfällt) äußert sich Toyota bisher nur sehr vage. Klar ist, dass es sich um ein batterieelektrisches Fahrzeug mit konfigurierbarer Hard- und Software handelt. Da er als Teil eines intelligenten Stromnetzes genutzt werden kann, dürfte bidirektionales Laden implementiert sein.  © auto motor und sport

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