Mit dem nächsten großen Update im August sollen die Assistenzsysteme von Tesla Funktionen für autonomes Fahren erhalten. Komplett selbstfahrend werden die Elektroautos von Tesla damit noch nicht.

Laut Ankündigung von Elon Musk auf Twitter werden mit der kommenden Version 9.0 von Teslas Software erste Funktionen für das autonome Fahren aktiviert. "Bisher wurden die Möglichkeiten von 'Autopilot' ausschließlich für die Sicherheit genutzt. Mit Version 9 werden wir damit beginnen, Funktionen für autonomes Fahren zu aktivieren", so Elon Musk am 10. Juni 2018 auf Twitter.

Tesla: Fahrer müssen die Kontrolle behalten

Details zu diesen Funktionen nannte der Tesla-Chef nicht, sodass unklar bleibt, in welchem Umfang der Autopilot in Tesla-Fahrzeugen die Kontrolle übernehmen kann. Musk wies jedoch darauf hin, dass die neuen Features Assistenzsysteme seien. Die Fahrer sollten deswegen stets den Überblick über die Verkehrslage und die Kontrolle über das Fahrzeug behalten.

Hardware für autonomes Fahren bei Tesla seit 2016 vorhanden

Bereits seit 2016 baut Tesla in allen seinen Autos die Hardware ein, die zum autonomen Fahren benötigt wird, etwa Kameras, Radar und Ultraschallsensoren. Sich die Option auf späteres vollständiges autonomes Fahren zu sichern, kostet 3.600 Euro ab Werk oder 4.200 Euro bei nachträglicher Aktivierung. Eine verbesserte Autopilot-Funktion, die gerade angekündigt wurde, berechnet Tesla mit 6.000 Euro.

Der Zeitpunkt zum Ankündigen autonomer Funktionen ist offenkundig nicht ideal. Derzeit werden mehrere Unfälle untersucht, die durch autonom fahrende Modelle von Tesla ausgelöst wurden.

Sicherheit bei autonom fahrenden Fahrzeugen umstritten

Zuletzt gab es im März 2018 einen Unfall in den USA, bei dem der "Autopilot" laut Auswertung der Elektronik offenbar beteiligt war. Vor wenigen Tagen veröffentlichte die untersuchende Behörde einen vorläufigen Unfallbericht.

Ein Tesla Model X war auf einer Schnellstraße ungebremst in einen Fahrbahnteiler geprallt. Laut Protokoll beschleunigte der Autopilot zuletzt von 100 auf 114 km/h, der Fahrer hatte die letzten sechs Sekunden die Hände nicht am Lenkrad. Der beschädigte Akku fing nach dem Unfall Feuer. Nachdem Unfallzeugen den Fahrer zunächst aus dem Fahrzeug retten konnten, erlag er später seinen Verletzungen.

Erst vor wenigen Wochen hatte eine OECD-Studie die Erwartungen an die Sicherheit des autonomen Fahrens in Frage gestellt. Das größte Risiko ist laut Studie die Übergabe der Kontrolle vom Autopiloten an den Fahrer in kritischen Situationen.© 1&1 Mail & Media / CF