Erdgas ist kostengünstig und verbrennt sauberer als Benzin und Diesel. Trotzdem kann sich nur eine überschaubare Minderheit der Autofahrer für diesen Kraftstoff erwärmen. Viele der möglichen Bedenken lassen sich entkräften.

Es fehlt an Tankstellen für Erdgas

Bundesweit sind über 900 Tankstellen für diesen Kraftstoff zu finden. Mehrere Apps und Webseiten helfen dabei, gezielt die nächste anzusteuern. Insgesamt gibt es gut 14.000 Tankstellen in Deutschland.

Erdgas lohnt sich nur für Vielfahrer

Bezogen auf den Energiegehalt kostet Erdgas ungefähr 50 Prozent von Benzin und 70 Prozent von Diesel. Dafür sind die Autos ein paar Tausend Euro teurer als solche mit Benzinmotoren. Im Vergleich zum Diesel sind die Anschaffungskosten ähnlich oder günstiger. Der ADAC hat auf der Seite „Erd- und Autogas gegen Benziner und Diesel“ die Kosten für diese Kraftstoffe bei zahlreichen Autos verglichen. Auf fünf Jahre gesehen sind die Gasautos laut dieser Rechnung fast immer am billigsten, auch bei „nur“ 10.000 Kilometern im Jahr. Neben den Kraftstoffkosten ist die Kfz-Steuer bei Autos mit Gasmotoren viel niedriger.

Gastanks sind gefährlich

Die Produktion der Tanks erfolgt nach hohen Sicherheitsstandards, und sie werden nur mit der Hälfte des geprüften Drucks von 400 bar belastet. Unfälle mit frei werdendem Gas sind äußerst selten.

Erdgasautos könnten von Fahrverboten betroffen sein

Wegen ihrer niedrigen Emissionswerte haben alle Autos, die CNG (Compressed Natural Gas = Erdgas) tanken, die grüne Plakette.

Komprimiertes Erdgas kann einfrieren

Dafür wären Temperaturen unter -160 °C erforderlich.

Der Steuervorteil von CNG läuft bald aus

Die zunächst bis 2022 geltende Steuermäßigung hat die Bundesregierung bis 2026 verlängert. Allerdings wird sie ab 2024 reduziert.

Erdgas tanken ist kompliziert

Zum Tanken wird zunächst der Stutzen in die Tanköffnung gesteckt. Das Öffnen der Leitung geschieht je nach Kupplung durch Drücken eines Pistolengriffs oder durch Umlegen eines Bedienhebels. Nach Druck auf einen Knopf oder Hebel startet der Tankvorgang. Er wird automatisch beendet. Abschließend können Fahrer eines Erdgasautos den Stutzen wieder herausziehen.

Im Ausland gibt es wenig Erdgas-Tankstellen

In Europa gibt es etwa 4200 CNG-Tankstellen. Deutschland, Italien und die Schweiz haben die meisten Tankstellen mit Erdgas und Autogas (LPG). Österreich und Schweden sind mit rund 170 bzw. 150 Zapfsäulen ebenfalls gut versorgt. Schwierig wird es allerdings in Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Dänemark. Hier finden Reisende – wenn überhaupt – nur ein sehr löchriges Netz vor.

Erdgastanks müssen regelmäßig überprüft werden

Bei älteren Fahrzeugen ist eine Untersuchung nach 10 Jahren erstmals vorgeschrieben. Bei jüngeren Exemplaren erst nach 20 Jahren.

Gebrauchte Erdgasfahrzeuge bergen Sicherheitsrisiken

Die Gastanks müssen in langen Abständen zur Druckbehälterprüfung. Der nächste Prüftermin steht in den Papieren und ist in den Behälter eingeschlagen. Sonst sind keine Unterschiede zu beachten.

Erdgas ist kein nachwachsender Rohstoff

Immerhin durchschnittlich 20 Prozent des verkauften Gases ist „Bio-CNG“. Dabei handelt es sich um künstliches Methan, das durch die Verarbeitung von Gülle und Biomüll erzeugt wird.  © 1&1 Mail & Media / CF