Alte Autos jenseits der 10 Jahre sind oft nur noch schwer zu verkaufen. Aber der Aufwand lohnt sich, denn ein paar Hundert Euros sind fast immer drin. Für den Verkauf des betagten Gefährts stehen mehrere Wege zur Wahl.

„Wir nehmen Ihr gebrauchtes Auto in Zahlung!“ – so werben viele Autohäuser um Kunden. Doch wenn ein potenzieller Kunde mit einem wirklich alten Auto anrückt, wird sich diese Versprechung schnell in Luft auflösen. Das Autohaus wird den angehenden Käufer eines Neuwagens nicht vom Hof schicken. Aber der Nachlass wird nicht viel höher ausfallen, als er ohne Inzahlungnahme gewesen wäre.

Hintergrund: Für Händler sind alte Autos schlicht uninteressant. Ein Grund heißt „Sachmängelhaftung“. Der Händler muss für versteckte Mängel am Auto ein Jahr geradestehen. Das ist bei solchen Fahrzeugen zu riskant. Darüber hinaus belegt das alte Auto lange einen wertvollen Stellplatz des Händlers, obwohl er kaum etwas an ihm verdienen kann. Auf den Platz stellt er lieber einen schicken Wagen jüngeren Baujahrs, an dem er mehr verdient, als das alte Auto im Verkauf überhaupt kostet.

Aus diesen Gründen haben weder Neuwagenhändler noch Gebrauchtwagenhändler Interesse an sehr alten Autos.

Am besten privat verkaufen

Vielleicht ist das Auto aber noch so gut oder das Modell so beliebt, dass es Liebhaber finden kann? Eine Faustregel lautet, dass ein Auto mit frischer HU rund 1.000 Euro wert ist, egal wie alt und welches Modell. Wenn eine gute Chance besteht, das Auto durch die Prüfung zu bringen, kann sich diese Maßnahme also lohnen. Die erfolgreiche Zustellung der Plakette sollte in Anbetracht des Zustands aber zumindest realistisch sein, denn die HU selbst schlägt mit fast 100 Euro zu Buche.

Hat es mit der HU geklappt, ist die kostengünstigste Art des Verkaufs das Inserieren per Kleinanzeige oder das Verkaufen auf einem regionalen Automarkt. Fahranfänger, Studenten oder Cabrio- und Motorradfahrer, die ein Winterauto brauchen, sind oft Abnehmer für solche Fahrzeuge.

Auch für Autos mit kurzer Restlaufzeit der HU, ohne Zulassung, Kilometerständen über 150.000 oder einem Alter über 15 Jahre gibt es noch einen Markt. Ein paar Hundert Euro sind oft noch zu erzielen. Die meisten so angebotenen Autos sind fahrbereit und sehen halbwegs passabel aus. Unfallwagen wird man auf diesem Weg nur schwer verkaufen können.

Verkauf an Exporteure

Wer ein altes Auto fährt, hat wahrscheinlich schon bunte Visitenkärtchen daran gefunden, in denen Autoexporteure den Kauf von Autos anbieten. Diese Händler kaufen auch Autos mit Unfallschäden und Motordefekten und transportieren sie es ins entfernte Ausland, wo die Autos ausgeweidet oder aufbereitet werden. Mit viel Geld ist natürlich nicht zu rechnen. Etwa 200 Euro zahlen diese Händler. Üblicherweise holen sie das Fahrzeug mit einem Autotransporter ab und melden es gleich darauf ab.

Verwerter und Hersteller als letzte Instanzen

Eine Alternative ist der sogenannte Autoverwerter. Die sind in der Regel nicht wählerisch und nehmen nahezu alles, selbst solche Autos, die der Exporteur verschmäht. Der Schrottpresse ist es egal, in welcher Form und welchem Zustand das Altmetall angeliefert wird. Allerdings ist fraglich, ob der Verwerter für das Auto etwas zahlt. Das hängt ab von Faktoren wie Zustand, Nachfrage nach einzelnen Teilen des Modells sowie dem Schrottpreis ab – und davon, ob das Auto angeliefert wird oder abgeholt werden muss.

Zusätzliche Kosten müssen Besitzer eines schrottreifen Autos für die Entsorgung nicht fürchten. Denn als allerletzte Instanz ist der Hersteller selbst verantwortlich. Das regelt die Altfahrzeugverordnung von 2002. Demnach muss jeder Hersteller sicherstellen, dass Autobesitzer Altauto-Rücknahmestellen im Umkreis von 50 Kilometern finden. Wer das Auto einfach nur loswerden will, wendet sich an den nächsten niedergelassenen Händler der Marke. Diese müssen einen Verwerter benennen, der das Auto kostenlos zurücknimmt.  © 1&1 Mail & Media / CF