Die meisten G-Klassen werden als AMG-Version geordert. Da ist es kaum verwunderlich, dass Tuner Posaidon sich um eine noch stärkere Version kümmert: Der Posaidon G RS 850 dürfte selbst höchste Leistungsansprüche erfüllen. Der Preis für den Extrem-Umbau ist allerdings happig.

Die G-Klasse hat sich seit ihrer Vorstellung 1979 vom kargen Wald- und Wiesenfahrzeug zum Luxus-Laster mit den Fahrleistungen eines Sportwagens gewandelt. Letzteres machen vor allem die beliebten AMG-Versionen möglich, die mit bis zu 630 PS im Mercedes-AMG G 65 zu Werke gehen. Noch beliebter ist hingegen der G 63, der 571 PS aus seinem aufgeladenen V8-Motor bereithält. Tuner Posaidon aus dem rheinland-pfälzischen Mülheim-Kärlich hat sich jetzt genau diesen Bestseller vorgenommen, um aus ihm die vielleicht radikalste G-Klasse aller Zeiten zu kreieren: den Posaidon G RS 850.

Posaidon G RS 850 schaufelt abgeregelte 1.350 Newtonmeter

Die Farbe des knallgelben Vorführfahrzeugs ("Solar-Beam") springt einen geradezu an: Wie ein wild gewordenes Raubtier soll der G RS 850 offensichtlich wahrgenommen werden. Und das ist auch nicht untertrieben: Die Power steigt um beachtliche 279 PS auf nun 850 Zähler. Noch extremer ist der Sprung in der Drehmomentkurve: Aus den serienmäßigen 760 Newtonmetern macht der Tuner fast das Doppelte: 1.350 Newtonmeter stehen nach der Kraftkur im Datenblatt. Und auch nur deshalb, weil man dem Antriebsstrang nicht mehr zumuten wollte – theoretisch wäre noch mehr drin gewesen.

Der rabiate Leistungszuwachs gelingt durch den Einsatz von umgebauten Turboladern, die rund 40 Prozent mehr Ladeleistung liefern. Auch Ansaugung und Ladeluft-Kühlsystem wurde überarbeitet. Eine Edelstahl-Abgasanlage mit Klappensteuerung und Sport-Katalysatoren soll für den letzten Hardware-Schliff sorgen. Auf der Software-Seite sind die Motorsteuerung und die Schaltstrategie des AMG-Speedshift-Plus-7G-Tronic-Getriebes geändert worden. Letzteres soll zudem durch die eine oder andere Verstärkung standfester sein. Nötig ist das wohl in jedem Fall: Dank des Tunings soll der 2,6 Tonnen schwere G RS 850 in 3,6 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten – da kommt man selbst am Steuer eines gestandenen Sportwagens ins Grübeln.

285 km/h Höchstgeschwindigkeit im Über-G

Und auch die Höchstgeschwindigkeit soll mit maximal 285 km/h jenseits von allem in der G-Klasse bisher Erreichbaren liegen. Zum Vergleich: das Serienmodell schafft nicht einmal Tempo 210. Modifikationen an Fahrwerk und Bremse müssen da schon sein: Der G RS 850 bekommt ein in drei Stufen verstellbares Fahrwerk, Reifen im Walzenformat, 22-Zoll-Felgen und die Carbon-Keramik-Bremse aus dem Mercedes-AMG S 63. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, muss mit 140.000 Euro für den Komplettumbau rechnen. Hinzukommt freilich der Preis für das Basisfahrzeug in Höhe von 145.358 Euro.  © 1&1 Mail & Media / CF