Sie sind umweltfreundlich, leise und zukunftsweisend: Elektroautos. Doch wenn Sie sich heute schon ein Elektroauto kaufen möchten, dann werden Sie gerade in Deutschland noch mit zahlreichen Nachteilen konfrontiert. Was heute schon für die E-Mobilität spricht und was nach wie vor dagegen, erfahren Sie hier.

Elektromobilität: Ehrgeizige Ziele der Bundesregierung

Obwohl das Ziel immer weiter in die Ferne rückt, hält die schwarz-gelbe Bundesregierung nach wie vor daran fest: Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Einige wenige rein elektrische Modelle sind auch schon in Deutschland erhältlich, darunter der Opel Ampera, der Renault Twizy, der Smart Fortwo Electric Drive und seit Kurzem auch das Tesla Model S. Die bisherigen Verkaufszahlen lassen das Ziel der Politik jedoch mehr als unwahrscheinlich erscheinen. So wurden von Januar bis Juni 2013 insgesamt nur 2.477 Elektroautos in Deutschland zugelassen, mehr als ein Drittel von Autohändlern oder den Herstellern selbst.

Auch die Aral-Studie 2013 hat keine positiven Nachrichten für die deutsche Elektroauto-Branche zu vermelden: Nur 27 Prozent der Befragten gaben an, sich unter Umständen ein Elektroauto kaufen zu wollen. Im Vergleich zum Jahr 2000 sank das Interesse an Stromern damit um neun Prozentpunkte. Mit ihren Gründen, die die Autofahrer in der Aral-Studie angaben, sprechen die Befragten wichtige aktuelle Probleme an.

Elektroauto kaufen: Diese Nachteile sollten Sie bedenken

Viele Autofahrer möchten sich aktuell noch kein Elektroauto kaufen, da die Anschaffungskosten noch vergleichsweise hoch sind. Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen der Kauf von Elektroautos staatlich gefördert wird, fallen die Vergünstigungen in Deutschland so niedrig aus, dass die Stromer im Schnitt deutlich teurer sind als vergleichbare Pkw mit Verbrennungsmotor.

Ein weiterer Nachteil ist die noch geringe Reichweite der meisten Modelle. Abhängig vom Fahrzeugtyp betragen die Reichweiten aktuell zwischen 80 und 300 Kilometer, nur die Performance-Variante des Tesla Model S (ab 95.900 Euro) schafft bis zu 500 Kilometer mit einer Batterieladung. Dann müssen die Stromer zum Teil sehr lange wieder aufgeladen werden. Wer in der Zwischenzeit auf ein Auto angewiesen ist, hat bei Elektroautos das Nachsehen. Zusätzlich zur langen Ladezeit ist die Lebensdauer der Batterieeinheit begrenzt. Nach etwa drei bis fünf Jahren muss diese ausgetauscht werden - dies bedeutet eine zusätzliche Kostenbelastung.

Vorteile von Elektroautos

Auf der anderen Seite können die in der Anschaffung noch recht teuren Elektroautos mit niedrigen Betriebs- und Unterhaltskosten punkten. So kommen Sie mit Strom im Wert von 1,50 Euro aktuell rund 100 Kilometer weit. Kfz-Versicherung und -Steuer fallen dank Steuervergünstigungen zudem deutlich geringer aus. Darüber hinaus sind Elektromotoren weniger wartungsintensiv, Kosten für regelmäßige Ölwechsel oder Ähnliches fallen weg. Nicht zuletzt kaufen viele Menschen Elektroautos aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit. Da keine Verbrennung stattfindet, entstehen auch keine Abgase. Außerdem fahren die Stromer deutlich leiser als herkömmliche Pkw.

Wenn Sie sich eventuell ein Elektroauto kaufen möchten, sollten Sie die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abwiegen. Berücksichtigen Sie auch, wofür Sie ein Auto hauptsächlich nutzen, denn ihre Vorteile können Elektroautos insbesondere im täglichen Stadtverkehr ausspielen.  © 1&1 Mail & Media / CF