Entscheidungen werden beim Autokauf nicht mal eben so aus der Hüfte geschossen. Und deshalb halten sich auch viele Käufer an bestimmte Weisheiten, die scheinbar als wertvolle Tipps gelten. Doch nicht mit allen Mythen ist es wirklich weit her.

Beim Autokauf gibt es ungeschriebene Gesetze, die sich über die Jahre bei vielen Käufern ins Gedächtnis eingemeißelt haben. Im Wesentlichen geht es dabei immer darum, möglichst zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen und möglichst viel Geld zu sparen. Tatsächlich treffen aber nicht alle dieser Mythen auch wirklich zu. Das Portal mobile.de ist den häufigsten Irrtümern auf den Grund gegangen und gibt wirklich wertvolle Tipps zum Autokauf.

Nach dem Abgasskandal sind VW-Diesel günstiger

Der VW-Skandal rund um die Dieselmodelle des Konzerns schockte vor mehr als einem Jahr viele Autofahrer. Eine negative Schlagzeile folgte auf die nächste. Man möchte daher meinen, dass VW-Modelle, in denen ein betroffener Dieselmotor verbaut wurde, auf dem Gebrauchtwagenmarkt echte Schnäppchen sind. Diese Hoffnung erfüllt sich jedoch nicht. Tatsächlich sind die Preise für VW-Dieselmodelle auf dem Gebrauchtwagenmarkt seit September 2015 sogar um 1,1 Prozent gestiegen.

Schnäppchenzeit für Cabrios und Vorführwagen

Auch Vorführautos gelten im Volksmund häufig als günstige Alternative zu manch einem Neuwagen. In vielen Fällen sind die Testmodelle aufgrund ihrer meist üppigen Ausstattungen aber sogar teurer als gewöhnliche Neuwagen. Ein weiterer Irrglaube betrifft die geliebten Cabriolets. Natürlich sind die Frischluftflitzer im Winter günstiger, oder etwa nicht? Weit gefehlt, denn das Gegenteil ist der Fall. Stattdessen gilt der Frühling um den Monat April als perfekter Zeitpunkt, um sich das Open-Air-Vergnügen zu sichern. Am teuersten sind Cabrios im Durchschnitt im November.

Schaden nach Autokauf? Händler ist Ansprechpartner

In Deutschland wird gemeinhin gerne alles schriftlich geregelt. Kaum ein Vertrag kommt aus, ohne auf Papier festgehalten zu sein. Das ist auch gut so, da sich die Vertragspartner so absichern. Zwingend notwendig ist dies allerdings nicht. Ein Autokauf ist (theoretisch) auch mündlich möglich.

Unabhängig davon, wie der Autokauf festgehalten wird: Die Annahme, vom Kaufvertrag innerhalb der ersten 14 Tage zurücktreten zu können, ist falsch. Es sei denn, sie ist vertraglich explizit festgehalten. Zudem muss die gesetzliche Gewährleistungsfrist nicht zwingend bei zwei Jahren liegen. Händler können die Frist bei einem Gebrauchtwagen auch auf ein Jahr begrenzen, was allerdings nicht unüblich ist.

Der Händler ist im Falle eines Defektes (im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungsansprüche) zudem ihr Ansprechpartner und nicht der Hersteller. Eine (freiwillige) Garantie von Verkäufer oder Hersteller ist separat zu betrachten.  © 1&1 Mail & Media / CF