Porsche hat sich beim Deutschen Patentamt ein Konzept für einen Endschalldämpfer schützen lassen, der gleichzeitig als aerodynamisch wirksamer Heckdiffusor fungiert. Die eigentlich simple Idee ist unter dem Aktenzeichen: 20 2016 009 175.2 eingetragen. Konkret ist die Unterseite des Auspuffs aerodynamisch geformt und mit speziellen Luftleitelementen ausgestattet, um den Luftstrom am Unterboden möglichst effektiv abführen zu können.

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Gerade beim Porsche 911 mit seinem Boxermotor im Heck und im speziellen beim GT2 RS würde sich eine solche Technik rentieren. Schließlich erstreckt sich der komplexe Auspuff ohnehin symmetrisch nahezu über die gesamte Fahrzeugbreite. Für die spezielle Form haben die Porsche-Ingenieure mehrere Konstruktionen im Sinn – darunter eine T- und eine U-Form.

Weiter hält sich Porsche im Patent die Möglichkeit offen, die Luftleitelemente aktiv (automatisch oder per Knopfdruck) verstellen zu können. Damit könnte sich ein GT2 RS beispielsweise auf die Bedingungen der jeweiligen Rennstrecke anpassen lassen. Obendrein würde ein zielgenau geführter Luftstrom die Abwärme ideal abtransportieren – und davon produziert ein auf über 700 PS aufgeladener Sechszylinder-Boxermotor jede Menge.

Sturz verstellen per Klick

Porsche hatte sich beim Deutschen Patentamt zusätzlich eine Technik schützen lassen, die den Sturz eines Rades während der Fahrt verstellen kann (Aktenzeichen: 10 2022 102 115.7). Damit wäre es technisch möglich, zwischen einer Kurve und der nächsten die Radführungsgeometrie komplett anzupassen, um mehr Grip und eine bessere Performance zu erzielen. Auch hier ist die Technik dabei eigentlich ganz simpel.

Weil die Räder des Porsche 911 der Baureihe 992 ohnehin an einer Doppel-Querlenker-Aufhängung hängen, bliebe der untere Lenker inklusive Spurstange unverändert. Der obere wird dagegen mit einem Aktuator ausgestattet, der dessen Länge in Sekundenbruchteilen verändern kann. Ein ähnliches System kennen wir von Stabilisatoren mit aktiver Wankstabilisierung.

Schiebt der obere Lenker nun seinen Aufhängungspunkt nach außen, wächst der Radsturz ins Positive. Verkürzt sich die Stange, wird der Radsturz negativer. Wie auch bei der Wankstabilisierung, brauchen solche Aktuatoren allerdings viel Kraft. Große SUV mit Hybridtechnik nutzen dafür beispielsweise ein kräftiges 48-Volt-System und nicht das 12-Volt-Bordnetz. Bisher gibt es die Hybridtechnik im Porsche 911 noch nicht.

Porsche 911 GT2 RS mit Hybridtechnik

Allerdings könnte der kommende Überflieger-Elfer GT2 RS erstmals mit Hybridtechnik aus dem Le-Mans-Renner 919 ausgerüstet sein. Schließlich muss das herausragende Topmodell der Baureihe traditionell mit extremen Leistungs- und Performance-Daten punkten. Die Fußstapfen sind groß. Zuletzt schickte der Porsche GT2 RS der Baureihe 991 ganze 700 PS an die Hinterräder.

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Die Hybridtechnik könnte dem Nachfolger also nicht nur bessere Leistungsdaten bescheren, sondern auch eine aktive Sturzverstellung ermöglichen. Ein solches System an der Hinterachse könnte zudem die Beschleunigungswerte verbessern, wenn es der Sturzverstellung der dynamischen Achslastverteilung – also dem Eintauchen des Hecks im Vollsprint – entgegenwirkt. Denkbar ist auch, dass diese elektronische Sturzverstellung vollautomatisch und auf Grundlage von Sensordaten agiert. Damit könnte sie sich anhand von Telemetriedaten auch auf Streckenprofile anpassen und für jede Kurve die optimale Achsgeometrie einstellen. So oder so hat Porsche mit diesem Patent erneut Möglichkeiten gefunden, das Heckmotor-Prinzip weiter auf die Spitze zu treiben.  © auto motor und sport

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