• Hochleistungs-SUV der Oberklasse
  • Achtzylinder-Turbo mit 599 PS + E-Motor mit 130 kW, Systemleistung: 739 PS
  • 4.930 mm x 1.983 mm x 1.705 mm (Coupé: 1.678 mm) (L x B x H)
  • Preis: ab 176.324 Euro, Coupé: ab 179.775 Euro, mit GT-Paket: 208.454 Euro

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Fahreindruck vom Porsche Cayenne Turbo E-Hybrid Coupé mit GT-Paket

Der Porsche Cayenne zählte er schon bisher zu den präzisesten und fahrfreudigsten SUV. Speziell der GT hat ja einen besonders guten Ruf zu verlieren, weshalb der Neue zumindest die Spitze unter den Hybriden übernehmen möchte. Gelingt ihm das? Sieht ganz danach aus: Los geht es bei der rückmeldungsfreudigen Lenkung, die perfektes Handmoment mit Transparenz verbindet. Nicht zu schwer, nicht zu leicht und niemals wurstig führt sie den 4,93 Meter langen 2,5 Tonner souverän über Geraden.

Bereits hier beeindruckt die neue Zweikammer-Luftfederung samt adaptiven Dämpfer mit getrennter Regelung von Druck- und Zugstufe. Dank dieser verlieren selbst ungepflegte Pisten den Schrecken, der große Porsche kontrolliert seine Karosserie jederzeit akkurat, verkneift sich Wanken ebenso wie trockenes Stoßen. Selbst kurze Absätze absorbiert er gekonnt, viel mehr als ein leichtes akustisches Ploppen kommt nicht zu den Insassen durch. Warum? Porsche hat Dimensionen, Querschnitte und Luftdrücke der Reifen für höheren Abrollkomfort optimiert. So kann er unbesorgt auf gripstarken, großen und breiten 285/40 ZR22 vorn und 315/35 ZR22 rollen.

Erwachsenes Design statt Screenhölle

Überhaupt herrscht in den GT-Sportsitzen hinterm Racetex-Lenkrad vollkommene Zufriedenheit über das gediegene Platzangebot, die gute Übersicht und die hochwertige Anmutung. Beim GT zusätzlich durch Racetex-Applikationen intensiviert. Der GT profitiert zudem wie alle neuen Cayenne vom Verzicht auf vordergründige Effekte, das Porsche-Design prägt ein erwachsener Stil, der Bildschirme als Informationsquelle und Bedienelement, nicht als beklatschpflichtigen Selbstzweck im Cinemascope-Format begreift. Da fügt sich der gewölbte Armaturenträger ebenso organisch ein wie das Mitten- und das separate Beifahrerdisplay. Im Gegensatz zum Taycan pflegt der Cayenne noch mechanische Lüftungsregler Okay, den Getriebeschalter hätten sie vielleicht nicht unbedingt in den Armaturenträger flanschen müssen, immerhin so bleibt die Mittelkonsole frei.

Okay, genug rumgerollt. Jetzt: Fahren. Richtig. Rennstrecke Parcmotor de Castelloli nahe Barcelona. Kurvenreich mit Topografie und Belagwechseln. Modus auf Sport und los. V8 und E-Maschine kooperieren aus dem Stand, die 950 Newtonmeter Systemdrehmoment schieben gewaltig, das Ganze wirkt dennoch homogen und harmonisch. Ganz gleich ob Geradeaussprint, schnelle Kurve oder knifflige Spitzkehre, der Leistungseinsatz kommt jederzeit proportional, feinsinnig und/oder muskulös. Fein dosierbar, um traktionsstark durch die Kurve zu kommen oder nach dem Scheitelpunkt mächtig rauszupressen, wobei die aktive Hinterachssperre und die insgesamt gekonnte Dynamikregelung ihren Auftritt bekommt. Das Heck stellt sich leicht aus, die 315er traktionieren nach Kräften und weiter geht’s.

Hardcore Anbremsen? Kein Problem

Wellige Anbremszone mit jenseits 200 entern? Kein Problem, trotz spürbarer Radlastverschiebung inklusive entlasteter Hinterachse bleibt der Cayenne stabil, verzögert zuverlässig. Hier geht es jetzt weniger um besonders effiziente Rekuperation, sondern eine flinke Überblendung zur Keramikbremse, bei der vorne Sechskolbenzangen in 440er Scheiben beißen. Kräftig und standfest, so wie es sein soll. Einzig in langen schnellen Kurven bei Geschwindigkeiten die auch flacheren Autos zu knapsen geben wird das Gewicht des großen SUV-Coupé dann doch spürbar und der GT drängt zart über alle vier Räder nach außen. Wobei: dynamisch sinnvolle Optionen wie die hervorragend funktionierende Wankstabilisierung und die Hinterachslenkung packen zuvor mühsam weggeknauserten Kilos wieder drauf. Seis drum, dafür hat Porsche mit dem Cayenne Turbo E-Hybrid mit GT-Paket den vielleicht sportlichsten Hybrid und einen der sportlichsten SUV überhaupt. Und rein elektrisch Cruisen kann er obendrein.

Der Antrieb: PHEV mit 739-System-PS

Nach der Markteinführung der umfangreich überarbeiteten dritten Generation des Cayenne im Frühjahr 2023 krönt Porsche die SUV-Baureihe jetzt mit einem neuen Spitzenmodell, das als SUV und SUV Coupé zu haben ist. Wie bisher handelt es sich beim leistungsstärksten Cayenne um einen Plug-in-Hybrid. Beim Nachfolger des Cayenne Turbo S E-Hybrid hat Porsche die Hybridtechnik umfassend aufgewertet und dabei vor allem E-Reichweite und Leistung deutlich gesteigert.

Video: Porsche Cayenne Turbo E-Hybrid: Stärker als den Ferrari Purosangue

Der neue Hybridantriebsstrang kombiniert einen 130 kW (179 PS) starken Elektromotor mit dem weiterentwickelten Vierliter-Biturbo-V8, der es nun auf 599 PS bringt. Im Verbund mobilisieren beide Aggregate eine Systemleistung von 739 PS und ein maximales Drehmoment von 950 Nm. Da bleibt sogar der zwölfzylindrige Ferrari Purosangue zurück, der bislang als stärkster Verbrenner-SUV der Welt galt. Der kommt mit seinem 6,5-Liter-Sauger nur auf 725 PS und 716 Nm Drehmoment. Die Fahrleistungen, die Porsche für den Cayenne Turbo E-Hybrid nennt, reichen allerdings nicht an die Ferrari-Werte heran. Der Cayenne spurtet in 3,7 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 295 km/h. Ferrari proklamiert 3,3 Sekunden und über 310 km/h.

Zugelegt hat im Cayenne aber die Batteriekapazität und damit die rein elektrische Reichweite bei gleichzeitig verkürzten Ladezeiten. Der nun 25,9 kWh große Energiespeicher unter dem Ladeboden ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von bis zu 72 km (WLTP). Der neue 11-kW-Onboard-Lader verkürzt die Ladedauer auf weniger als zweieinhalb Stunden.

Top-Ausstattung, eigenständige Optik

Als neues Top-Modell wartet der Cayenne Turbo E-Hybrid natürlich auch mit einer umfangreichen Ausstattung auf. Serienmäßig gefedert und gedämpft wird per adaptiver Zwei-Kammer-Luftfederung inklusive Nick- und Wankausgleich. Um die optimale Antriebsmomentverteilung kümmert sich Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus). Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) sowie eine Hinterachslenkung stehen ebenfalls zur Wahl, kosten aber Aufpreis.

Für eine eigenständige Optik des Cayenne Turbo E-Hybrid sorgen ein Bugteil mit vergrößerten Kühlluftöffnungen, an dem schwarz glänzende Airblades optische Akzente setzen. Die Radlaufblenden sowie die Heckverkleidung sind in Wagenfarbe ausgeführt, hinzu kommen zwei Doppelendrohre in gebürstetem Edelstahl sowie rote Bremssättel.

Das Interieur werten Aluminium-Applikationen in der Schalttafel sowie in den Türverkleidungen, ein Race-Tex-Dachhimmel, ein GT-Sportlenkrad mit Heizung und Mode-Schalter sowie 18-fach verstellbare Leder-Sportsitze auf.

Mit GT-Paket noch dynamischer

Wer auf noch mehr Performance steht, kann das optionale GT-Paket ordern. Es überführt die Performance-Zutaten des besonders auf Onroad-Fahrdynamik fokussierten und in einigen Märkten nicht mehr erhältlichen Cayenne Turbo GT in die Hybrid-Welt. Alle Fahrwerk- und Regel-Systeme inklusive der Luftfederung erhalten eine spezifische Abstimmung. Die Karosserie ist um 10 Millimeter tiefergelegt. GT-spezifische Schwenklager vergrößern den Radsturz an der Vorderachse, die Vorderräder wachsen in der Breite, verzögert wird mit Carbon-Keramik-Stoppern. Äußerlich gibt sich das GT-Paket durch ein spezifisches Bugteil mit schwarzen Akzenten, schwarze Radhausverbreiterungen, Carbon-Sideplates am Dachspoiler, mittig angeordneten Endrohren der Titanabgasanlage des Turbo GT und einem Heckdiffusor aus Carbon zu erkennen. Ebenfalls aus Carbon geformt wird das Dach. Die GT-Abstimmung drückt sich aber auch in fahrdynamischen Kennwerten aus. Die Spurtzeit sinkt auf 3,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird auf 305 km/h angehoben.

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Preise und Marktstart

Kommen sollen die neuen Cayenne Turbo E-Hybrid-Modelle noch in 2023. Bestellt werden kann ab sofort. In der SUV-Variante kostet das neue Top-Modell ab 176.324 Euro. Die Coupé-Version ist ab 179.775 Euro erhältlich. Das Angebot des Cayenne Turbo E-Hybrid mit GT-Paket, das in Deutschland ab 208.454 Euro kostet, beschränkt sich auf die Märkte, in denen der Cayenne Turbo GT aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht mehr verfügbar ist. Dies sind der überwiegende Teil der EU-Märkte sowie Japan, Hongkong, Taiwan und Singapur.  © auto motor und sport

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