Sacrilege Motors: Es dürfte kein Zufall sein, dass die Firma aus Lakeville im US-Bundesstaat Connecticut so heißt. 2020 wurde sie von den Partnern Phil Wagenheim und Bobby Singh gegründet und hat sich einem konkreten Ziel verschrieben: Porsche 911 der Baujahre 1974 bis 1994, also G-Modelle und Vertreter der Generation 964, auf Concours-d'Elegance-Niveau zu restaurieren – und ihnen dabei einen elektrischen Antrieb zu verpassen. In wenigen Tagen stellt Sacrilege Motors in Pebble Beach sein erstes eigenes Auto vor: den SR001 Blackbird auf Basis eines Porsche 964 Cabrios.

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Video: Im Video: Everrati - Porsche 911 964 Elektroumbau

Ein Elektro-Umbau auf Basis eines betagten Porsche 911 dürfte immer seltener als wirkliches Sakrileg gelten – zu viele Firmen nehmen derartige Projekte inzwischen in Angriff (siehe Video mit einem Exemplar von Everrati). Beim Erstlingswerk von Sacrilege Motors liegt die Sache etwas anders: Als Basis haben sich Wagenheim und Singh nämlich den Porsche 964 America Roadster gegriffen. Dabei handelt es sich um ein limitiertes Exemplar, mit dem Porsche zum Modelljahr 1992 in den USA die dort 40 Jahre zuvor erfolgte Premiere des 356 America Roadsters feierte. Offiziell sollen nur 250 Exemplare des Zweisitzers produziert wurden sein. Es gibt jedoch Quellen, die behaupten, Porsche hätte den 964er America Roadster auch in den Modelljahren 1993 und 1994 weitergebaut; insgesamt sollen damals 326 Einheiten aus den Werkshallen gerollt sein.

Werks-Turbo-Look und moderne Anbauteile

Sacrilege Motors behält die Optik des limitierten Elfers grundsätzlich bei. Damit auch den originalen Werks-Turbo-Look mit den breiten Kotflügeln, den die Amerikaner jedoch um einen feststehenden Entenbürzel-Spoiler ergänzen. Neu sind zudem die Stoßfänger, die vorn andere Blinker erhalten und ringsum auf die schwarzen Pralldämpfer verzichten. Die ursprünglichen Leuchten müssen ebenfalls moderneren Pendants weichen.

Kennern fällt zudem das stämmigere Erscheinungsbild auf, das in erster Linie vom Sportfahrwerk und den größeren Rädern herrührt. Ersteres arbeitet mit Rennsport-Dämpfern von Penske, die an der Vorderachse zwei- und hinten dreifach verstellt werden können. Die geschmiedeten, dreiteiligen und 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen stammen vom kanadischen Spezialisten Fikse Wheels und tragen Reifen des Typs Michelin Pilot Sport 2 in den Dimensionen 235/40 ZR18 (vorn) und 295/35 ZR18 (hinten). Bei der Bremsanlage vertraut Sacrilege Racing auf Brembo-Komponenten, unter anderem in Form geschlitzter Scheiben.

Tesla-E-Antrieb statt Sechszylinder-Boxer

"Wir wollen einen analogen, luftgekühlten 911er mit der Zuverlässigkeit und der sofortigen Leistung eines Elektroautos liefern und gleichzeitig ein berauschendes Fahrerlebnis bieten, das den Liebhabern des luftgekühlten 911ers vertraut ist", sagt Bobby Singh. Eine Prämisse war es, die Gewichtsverteilung im Vergleich zum Original-964er beizubehalten, obwohl der Sacrilege SR001 Blackbird mit 1.450 Kilogramm etwas schwerer ist. Abgestimmt hat Sacrilege Motors die Fahrwerkskomponenten übrigens auf der legendären Rennstrecke Lime Rock Park, die in direkter Nachbarschaft zum Hauptquartier des Unternehmens liegt.

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Doch das wichtigste gilt es noch zu klären: Welcher Elektroantrieb ersetzt das ursprüngliche Carrera-2-Layout mit 250 PS starkem 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxer, Vierstufen-Tiptronic und angetriebener Hinterachse? Er stammt aus einem Tesla Model S, wurde aber für den Einsatz im Sacrilege SR001 Blackbird angepasst. Die Leistung beträgt 507 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 500 Newtonmetern. Damit – und dank seines Sperrdifferenzials – soll der Roadster in unter vier Sekunden von null auf 60 mph (96,6 km/h) beschleunigen können. Die 62-Kilowattstunden-Batterie soll genug Energie für eine Reichweite von gut 320 Kilometern speichern. Eine CCS-Buchse ermöglicht Schnellladungen per Gleichstrom.  © auto motor und sport

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