Das stetige Ausloten, nein vielmehr das Überschreiten von Grenzen, ist etwas, das man von Profi-Sportlern kennt. Die gehen ans Limit. Dahin, wo's weh tut. Wenn wir in diesem Bild bleiben wollen, ist Mansory so etwas wie der Spitzensportler unter den Tunern. Denn Grenzen scheut die Schmiede aus dem Fichtelgebirge weder mit Blick auf die pro Fahrzeug aufgewandte Menge Carbon, noch beim guten Geschmack – wobei, klar, letzterer ist subjektiv.

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Die Klientel für die zweite Gronos-Kleinstserie auf Basis der Mercedes G-Klasse sitzt sicher nicht in deutschen Metropolen, sondern in sandigen Gefilden. Das Fahrzeug, das Mansory jetzt ins Rampenlicht schiebt, war einst ein Mercedes G 63 4x4². Wie schon der Standard-Gronos ist auch der Gronos 4x4 auf zehn Exemplare limitiert. Von seinem Vorgänger unterscheidet ihn das nochmals zerklüftetere Auftreten und natürlich die Portalachsen der Mercedes-Basis. Einst für eine Wattiefe von 91 Zentimetern und maximale Geländetauglichkeit verbaut, unterstreichen sie beim Gronos 4x4 die gewünschte Großspurigkeit. Was die Gronos-Baureihe insgesamt auszeichnet, erläutern wir im Folgenden.

Für wen ist der Gronos?

Was transportiert eigentlich der klassische G-Klasse-Kunde im Kofferraum seines Geländewagens? Steigeisen, Spaten, ein Notstromaggregat, geschossenes Wild oder Ersatzteile für eine Forschungsstation im Polarkreis? Nun ja, da es wenige Orte auf der Welt gibt, die mit diesem Auto nicht zu erreichen sind, kann es allerhand sein. Das romantische Bild des verwegenen Outdoor-Experten gehört allerdings nicht mehr zwingend und schon gar nicht ausschließlich zum Kundenkreis der G-Klasse.

Unter diesen Vorzeichen können wir uns also vorurteilsfrei mit dem Mansory Gronos auseinandersetzen – dem G-Klasse-Komplettumbau aus dem Fichtelgebirge. Wenn er dort vom Hof rollt, dann geht es höchstwahrscheinlich nicht mehr in unwegsames Gelände – der getunte G wird seine Kilometer als Gronos vielmehr in Terrain mit unverschämt hohen Immobilienpreisen abspulen. Dazu passt die Umgestaltung des Ladeabteils, denn der Transport sperriger Güter ist offenbar nicht mehr vorgesehen. Zu edel sind die gesteppte Bodenmatte und die belederte Heckklappe. Allenfalls ein Händler edler Stoffe kann seine weiche Ware schmerz- und kratzerfrei zur Kundschaft kutschieren.

265 Extra-PS

Der Weg zu besagter Kundschaft könnte sich zeitlich indes spürbar verkürzen, denn Mansory verpasst dem Gronos ein sattes Performance-Upgrade. Mit 850 PS und 1.000 Newtonmetern maximalem Drehmoment walzt der limitierte Allrad-Künstler voran. Die 100-km/h-Grenze erreicht das Auto bereits nach 3,5 Sekunden. Dafür sorgen größere Turbolader, neue Downpipes, eine Neuprogrammierung der Elektronik und natürlich eine passende Abgasanlage. Als Basis für den Umbau dient übrigens, wie Sie sich sicher schon gedacht haben, das AMG-Modell G 63.

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So ein Manory tritt aber nicht nur an, sondern auch auf. Entsprechend fällt die Umgestaltung des Exterieur aus. Den Grundton gibt zunächst ein vergleichsweise dezentes British Racing Green an. Abseits dessen wird der Gronos standesgemäß mit allerlei Karbon-Anbauteilen bestückt. Beginnend von der Frontschürze geht es über eine Voll-Karbon-Motorhaube über Kotflügelverbreiterungen und angedickte Schweller bis zur ummodellierten Heckschürze inklusive karbongefasstem Ersatzrad. Als Sahnehäubchen thronen auf der vorderen Dachkante zudem zwei Zusatzscheinwerfer, um doch wieder einen Hauch Abenteuer zum Nobel-Look beizusteuern.  © auto motor und sport

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