Das Smartphone könnte schon bald den Autoschlüssel ersetzen – mit neuen Risiken für die Diebstahlsicherheit der Autos. Die Allianz fordert daher einen einheitlichen Standard, der das Kopieren des Schlüssels verhindert.

Die Allianz hat einen Anforderungskatalog für den virtuellen Schlüssel im Smartphone vorgestellt. Nach den Erwartungen von Europas größter Versicherung werden in den nächsten Jahren zunehmend Apps in Smartphones die herkömmlichen Fahrzeugschlüssel ablösen. Das könnte neue Schwachstellen hervorrufen, die Autodieben die Arbeit erleichtern – wie zuletzt bei den Keyless-Systemen, die sich durch Funkverlängerungen überlisten lassen.

Kein Kopieren erlaubt

Um die Sicherheit des virtuellen Autoschlüssels zu gewährleisten, hat das Allianz-Zentrum für Technik (AZT) eine Richtlinie entworfen. „Der Kunde muss dem Virtuellen Schlüssel vertrauen können. Das geht nur, wenn Datensicherheit garantiert ist. Das heißt, der Schlüssel darf zum Beispiel nicht kopierbar sein“, sagt Christoph Lauterwasser, Leiter des AZT. Denn wie bei einem physischen Schlüssel muss nach Auffassung der Allianz erkennbar sein, wie viele Schlüssel im Umlauf sind.

Getrennte Rechte für Zugang und Fahren

Die Anmeldung und Datenübertragung darf nur verschlüsselt erfolgen, damit Hacker den Datenverkehr nicht auswerten können. Nach Forderung der Allianz darf es für ein Fahrzeug nur einen gültigen Schlüssel geben, aber keinen Generalschlüssel. Alle berechtigten Fahrzeugnutzer müssen übersichtlich und unveränderlich dem Autobesitzer und der Versicherung bekannt sein. Sollte das Fahrzeug gestohlen werden, muss der Besitzer in der Lage sein, alle Schlüssel zurückzuziehen.

Für die Fahrzeugöffnung und das Starten des Motors soll es getrennte Berechtigungen geben. So wären künftig innovative Servicemodelle möglich, etwa das Liefern in den Kofferraum.

Insgesamt hat das AZT 35 Anforderungen an moderne Systeme für den virtuellen Fahrzeugschlüssel formuliert.

Erste Smartphone-Schlüssel bereits erhältlich

Als erster Hersteller hat Mercedes ein System für die Autoöffnung per Smartphone auf den Markt gebracht. Dafür wird eine App auf einem Smartphone installiert, das Nahfunk nach dem NFC-Standard unterstützt. Hält der Fahrer das Smartphone an eine Tür, kommuniziert das Gerät mit einer NFC-Gegenstelle im Auto, worauf die Tür entriegelt wird. Im Fahrzeuginnern gibt das Smartphone den Startknopf frei und nimmt Kontakt zum Multimediasystem auf.

Nutzungsvoraussetzung ist eine auf dem Smartphone installierte Wallet von Vodafone mit einer NFC-SIM. Der Service ist die ersten drei Jahre nach Kauf gratis, dann wird er kostenpflichtig.  © 1&1 Mail & Media / CF