In vielen Teilen Deutschlands machen Glätte und Eis Autofahrern zu schaffen. In der Nacht zum Mittwoch gab es deswegen zahlreiche Unfälle. So kommen Sie sicher an Ihr Ziel.

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Glatteis auf den Straßen kann im Winter für Autofahrer schnell gefährlich werden. Wenn der Wagen auf der Fahrbahn ins Schleudern gerät, können Fahrer nur noch eines tun: Bremsen, das Lenkrad gut festhalten und leicht gegenlenken.

"Gegebenenfalls wieder etwas von der Bremse gehen", rät Thorsten Rechtien vom TÜV Rheinland. "Es gibt zwar immer einen kurzen Moment des Kontrollverlustes, man sollte aber möglichst schnell wieder ruhig werden." Denn hektisches Gegenlenken oder auch zu starkes Bremsen verschlimmere die Situation in der Regel.

Defensive Fahrweise im Winter besonders wichtig

Grundsätzlich ist eine defensive Fahrweise bei winterlichen Verhältnissen noch wichtiger als sonst. Das gilt schon beim Anfahren. Da könne man ruhig auch die Kupplung ein wenig schleifen lassen, um das Durchdrehen der Räder zu vermeiden.

"Um lenken zu können, müssen die Räder rollen", sagt Rechtien. Sie dürfen aber nicht durchdrehen. Kommt das Auto nicht von der Stelle, kann es einen Versuch wert sein, im zweiten Gang anzufahren.

Außerdem ist auf glatten Straßen der Bremsweg länger als sonst. Wie gut die Reifen greifen, lässt sich herausfinden, indem man auf freier Strecke kurz abbremst - natürlich nur, wenn hinter einem kein anderes Auto fährt. So bekommen Autofahrer ein besseres Gefühl für die Straßenlage.

Vor Kurven gilt: runter vom Gas und gleichmäßig lenken. Wer in der Kurve bremsen muss, macht das vorsichtig. Bis in den Bereich, wo das ABS anschlägt, sollte man das Bremspedal nur im Notfall durchdrücken. Fahrhilfen können das Fahrzeug nur bis zu einer gewissen Grenze in der Spur halten.

Der Sicherheitsabstand sollte dreimal länger gewählt werden als sonst. So bleiben mehr Zeit und Platz, um zu reagieren, wenn etwa der vorausfahrende Wagen plötzlich ins Schleudern gerät, erklärt der TÜV Süd. Gefahr von Glätte besteht den Experten zufolge besonders häufig in Kreuzungsbereichen, auf Brücken und in Waldschneisen.

Besser mehr Zeit einplanen

Bei glatten Straßen dauert alles etwas länger. Ein grundsätzlicher, aber wichtiger Sicherheitshinweis lautet darum: gelassen bleiben und lieber mehr Zeit als üblich für eine Strecke einplanen. Wer zu forsch fährt, provoziert einen Unfall, warnt die Sachverständigen-Organisation Dekra.

Schnee oder Eis können außerdem die Sensoren der Parkassistenten von Autos irritieren, wie der TÜV Süd erklärt. Sind diese etwa von Schnee, Eis oder Schmutz bedeckt, könnten sie dauerhaft anschlagen.

Deshalb müssen Autofahrer nicht nur Scheiben von Schnee und Eis vor dem Losfahren befreien, sondern auch die Bereiche der Sensoren in den Stoßstangen. Ein Fahrsicherheitstraining kann dabei helfen, gefährliche Situationen besser zu bewältigen. (ff/dpa)

ADAC: Weniger Staus, aber längere Wartezeiten

2019 hat es in Deutschland weniger und kürzere Staus gegeben, wie eine Auswertung der ADAC-Staudatenbank ergab. Die Wartezeit verlängerte sich dennoch.