Der Abgasstandard Euro 6d-Temp stellt sehr hohe Anforderungen an die Sauberkeit von Autoabgasen. Der ADAC hat nun geprüft, wie sauber die neuen Dieselautos wirklich sind. Auch unter verschärften Anforderungen haben alle Probanden die Grenzwerte eingehalten.

Zum ersten Mal hat der ADAC Dieselautos nach dem neuen Abgasstandard genau unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt standen dabei die Stickoxide (NOx), die in den letzten Jahren den Dieselmotor so in Verruf gebracht haben. Mit Emissionen von Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und auch Partikeln haben heutige Diesel keine Probleme mehr. Damit keine Mogeleien wie bei VW möglich sind, hat der ADAC auch unter realistischen Bedingungen auf der Straße gemessen.

Alle drei Testdiesel halten Grenzwerte ein

In Test des ADAC: BMW X2 20d, Peugeot 308 SW 2.0 BlueHDi 180 und Volvo XC60 AWD. Alle drei Fahrzeuge verfügen über Automatikgetriebe, Diesel-Katalysatoren und AdBlue-Einspritzung.

Im Ergebnis war beim BMW und beim Peugeot der NOx-Ausstoß durchgehend sehr niedrig, sowohl auf dem Prüfstand als auch auf der Straße. Der Volvo hat ebenfalls die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten. Nur beim zusätzlichen, nicht vorgeschriebenen Autobahntest des ADAC zeigte er einen Ausreißer. Der Ausstoß betrug dabei 239 mg/km statt der erlaubten 168 mg/km. Der Mehrverbrauch war mutmaßlich dem hohen Gewicht und überdurchschnittlichen Verbrauch geschuldet. Insgesamt erfüllten alle drei getesteten Diesel souverän der neuen, höheren Anforderungen von Euro 6d-Temp.

6d-Temp mit neuem Fahrzyklus

Ab dem 1. September 2019 müssen alle neu zugelassenen Pkw mit Dieselmotoren diesen Standard einhalten. Bei Euro 6d-Temp gilt der gleiche NOx-Grenzwert von 80 mg/km wie beim aktuell gültigen Euro 6. Der Unterschied liegt beim Fahrzyklus: Bisher wird der sogenannte NEFZ angewendet, dessen genormte Fahrzyklen jedoch als wenig realistisch gelten.

Der Test nach Euro 6d-Temp hingegen wird im WLTP-Messverfahren durchgeführt. Das ist näher an der Wirklichkeit und zeigt deswegen in der Regel höhere Verbrauchs- und Abgaswerte. Neben dem WLTP-Zyklus auf dem Prüfstand müssen neue Autos zukünftig einen weiteren Test auf der Straße absolvieren, RDE genannt (Real Drive Emission).

WLTP prüft auch auf der Straße

Der RDE-Test dauert etwa zwei Stunden und bildet mit Stadt, Land und Autobahn alle regulären Fahrsituationen ab. Bei diesem Test beträgt der Grenzwert 168 mg/km. Diese offizielle Praxisprüfung haben alle drei Testkandidaten problemlos bestanden.

Der ADAC-Vizepräsident für Technik Thomas Burkhardt meint dazu: "Bei den Fahrzeugherstellern hat ganz offensichtlich ein Umdenken stattgefunden. Denn sie haben weitaus mehr an Reinigungstechnik in den Autos verbaut, als sie eigentlich müssten. Wenn andere Hersteller genauso mit ihren Modellen verfahren, dann sind wir auf einem guten Weg."  © 1&1 Mail & Media / CF