Abgasskandal, war da was? Der VW-Konzern hat 2017 mit 10,74 Millionen so viele Fahrzeuge wie nie ausgeliefert. Damit erobern die Niedersachsen erneut die Führung als erfolgreichster Automobilhersteller der Welt. Toyota und GM müssen sich dahinter einreihen.

In den letzten zwei Jahren haben viele Experten und Wirtschaftsanalysten den Volkswagenkonzern eher auf dem Abstellgleis gesehen: Dieselskandal, Strafzahlungen und Imageschäden sorgten für großen Unmut bei Managern, Kunden und Aktionären. Doch der Autobauer scheint die Vergangenheit besser überstanden zu haben, als zunächst gedacht. Denn im vergangenen Jahr verkauften alle VW-Marken (inklusive der Lkw-Marken MAN und Scania) zusammengerechnet mehr Fahrzeuge als jemals zuvor. Mit 10,74 Millionen abgesetzten Einheiten rund um den Globus setzt sich das Unternehmen an die Weltspitze – noch vor Toyota und US-Hersteller GM.

VW-Konzern wächst 2017 um satte 4,3 Prozent

Toyota, der ausgemachte Hauptkonkurrent auf Konzernebene, wird laut aktueller Prognosen mit 10,35 Millionen verkauften Fahrzeugen auf dem zweiten Platz landen. Zwar verbuchen die Japaner damit ein Wachstum von zwei Prozent, an das Wachstum von Volkswagen (4,3 Prozent) kommen sie aber nicht heran. Der US-Konzern General Motors ist 2017 nach dem Verkauf von Opel an die französische PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën) nicht mehr im Rennen um den Spitzenplatz dabei. Noch ausstehend sind die Jahresergebnisse der Renault-Nissan-Allianz, die zusammen mit Mitsubishi das Ergebnis von VW laut Schätzungen von Experten noch übertreffen könnten – mit dem Unterschied, dass die drei Marken keinen einheitlichen Konzern bilden.

Bei Hyundai und Kia sieht das zwar anders aus, doch mit 7,25 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen im vergangenen Jahr ist der Konzern zum einen weit entfernt von den Top 3, zum anderen verfehlte der Hersteller auch sein selbst gestecktes Ziel von 8,25 Millionen Verkäufen.

Automarkt wächst weltweit – nur nicht in den USA

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet 2017 mit einem weltweiten Wachstum des Automarktes um ein Prozent und einer Gesamtproduktion von 86 Millionen Fahrzeugen. Russland, Brasilien und Japan verzeichneten deutlich Zuwächse. Während in Europa mit einem Wachstum von rund drei Prozent so viele Autos verkauft wurden wie seit 2007 nicht mehr und auch China im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um zwei Prozent zulegte, sank in den USA das Volumen des sogenannten Light-Vehicle-Marktes (Pkw und Light Trucks) um zwei Prozentpunkte.  © 1&1 Mail & Media / CF