SpaceX, das Weltraumunternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk, hat mit der Falcon Heavy erstmals die derzeit leistungsfähigste Trägerrakete gestartet. Als Nutzlast schoss die Rakete einen kirschroten Tesla Roadster in den Orbit. Mit der spektakulären Aktion schickt sich Musk an, die Raumfahrtindustrie umzukrempeln.

Seit Dienstag, dem 7. Februar 2018, fliegt das erste Auto durch das Weltall. Elon Musk hatte einen roten Tesla Roadster aus seinem privaten Fuhrpark als Fracht für den Testflug der Falcon-Rakete spendiert. Den Grund für diese Aktion hat Musk zuvor per Twitter mitgeteilt: Ihm gefällt die Idee, dass ein Auto endlos durch das Weltall gleitet und am Ende vielleicht von Aliens gefunden wird. Dementsprechend hat der Pionier auch nichts dem Zufall überlassen. Vor dem Start der Rakete ertönte David Bowies "Space Oddity" aus den Boxen, und falls sich wirklich Außerirdische dem Tesla Roadster nähern sollte, dann werden sie sogar von einem "Fahrer" begrüßt. Beim "Starman", wie der Passagier genannt wird, handelt es sich um eine Puppe im Astronautenanzug.

Wegweisender Raketenstart von SpaceX

Was man spontan als Milliardärsspleen verspotten könnte, hat einen ganz ernsthaften Hintergrund. Denn das private Raumfahrtunternehmen SpaceX ist mit dem gelungenen Start der Falcon ihrem Ziel einen großen Schritt nähergekommen, eine führende Rolle beim Transport von Satelliten ins Weltall zu übernehmen. Mit der kleineren Falcon 9 ist SpaceX schon mehrfach zur Weltraumstation ISS geflogen. Die rund 70 Meter hohe, beim Start 1.420 Tonnen schwere Falcon Heavy erreicht nun mehr als die doppelte Tragkraft ihrer derzeitigen Wettbewerber. Lediglich die längst ausgemusterte Mondrakete Saturn V und die russische Energija aus den 1980er-Jahren waren noch stärker.

Leistungsfähige Rakete mit Recycling-Boostern

Mit dem keine zwei Tonnen schweren Tesla war die Falcon Heavy nicht annähernd ausgelastet – SpaceX nennt eine Nutzlast von bis zu 63,8 Tonnen. Die wichtigsten Wettbewerber schaffen weit weniger: die europäische Ariane 5 gerade 20 Tonnen, die russische Proton M 23 Tonnen. Die Falcon Heavy gewährleistet außer einer hohen Nutzlast eine bisher einzigartige Wirtschaftlichkeit. Denn während bei allen bisherigen Raketen die Booster nach dem Start abgeworfen werden und verloren sind, lassen sich die der Falcon Heavy wiederverwenden. Nach dem Teststart haben zwei von drei Boostern perfekt zurückgefunden und wieder auf dem Landeplatz aufgesetzt. Lediglich der Dritte, der auf einer Plattform im Meer hätte landen sollen, fiel ins Wasser.© 1&1 Mail & Media / CF