Eine Neuentwicklung von Continental ermöglicht erstmals Tasten, die scheinbar aus dem Nichts kommen und wieder verschwinden. Möglich macht es eine trickreiche Kombination aus neuen Materialien, Sensoren und Elektromechanik.

Die neuen „Morphing Controls“ könnten zukünftig den Umgang mit Autos verändern. Statt direkt auf einen Knopf zu drücken oder ein Touchdisplay zu berühren, nähern sich Fahrer oder Fahrgäste mit der Hand einem Bedienfeld. Sofort treten die infrage kommenden Bedienfelder hervor und lassen sich betätigen. Wird die Hand zurückgezogen, verschwinden auch die Bedienfelder wieder.

Morphing Controls in Hannover präsentiert

Was wie Science Fiction klingt, haben Entwickler des Automobilzulieferers Continental jüngst in Hannover anhand eines Demonstrators vorgestellt. Besucher einer entsprechenden Veranstaltung konnten erleben, wie vier Druckknöpfe wiederholt auftauchten und wieder verschwanden.

Die Bezeichnung „Morphing“ steht für Gestaltänderung, und genau das macht das System. Die wichtigste Neuheit daran ist eine von Continental entwickelte Folie. Die sieht aus und fühlt sich ähnlich an wie Kunstleder, ist aber dehnbar und lichtdurchlässig.

Schalter treten unter Folie hervor

Im eingezogenen Zustand sieht die Fläche mit den Morphing Controls darin aus wie ein gewöhnliches Armaturenbrett. Bewegt sich eine Hand auf das Steuerfeld zu, erfasst dies ein Näherungssensor. Der aktiviert die elektromechanische Bedieneinheit, die unter der dehnbaren Folie nach vorne fährt. Weil die lichtdurchlässig ist, lassen sich die mit LEDs beleuchteten Tastenbeschriftungen ablesen. Nach dem Bedienvorgang fährt die Schaltereinheit wieder zurück, die Beleuchtung wird ausgeschaltet.

„Dank sich verändernder Oberflächen machen Morphing Controls verschiedene Funktionen je nach Bedarf und Fahrsituation bedienbar. Damit können wir die Fahrerablenkung deutlich reduzieren“, erklärt Dr. Frank Rabe von Continental.

Neuartige Bedienelemente schaffen Übersichtlichkeit

Die Morphing Controls können helfen, einen Zwiespalt bei Bediensystemen zu lösen. Einerseits sind Geräte am einfachsten und schnellsten zu bedienen, wenn es für jede Funktion einen Schalter gibt. Mehrstufige Menüs halten oft auf.

Andererseits haben heutige Autos oft so viele Funktionen, dass eine solche Benutzerführung zu überladenen Bedienfeldern führen würde. Morphing Controls könnten es ermöglichen, die gerade nicht benötigten Schalter auszublenden.

Der erste Demonstrator für die neuen Bedienelemente zeigt klassische Drucktasten. Laut Continental lassen sich mit diesem Prinzip ebenso gut Schieberegler realisieren. Neben Armaturenbrettern könnten zukünftig auch Türverkleidungen und Dachhimmel für den Einbau magischer Bedienfelder genutzt werden.© 1&1 Mail & Media / CF