Wer sein Kind im Auto mitnehmen will, braucht einen Kindersitz. Zahlreiche Hersteller bieten die unterschiedlichsten Modelle an. Doch wie findet man das beste Modell und bis zu welchem Alter brauchen Kinder eine spezielle Sicherung im Auto?

Auf junge Eltern kommt eine Vielzahl von Anschaffungen zu. Zu den wichtigsten Dingen gehört, neben dem Kinderwagen und der Karre, der richtige Kindersitz fürs Auto. Die Auswahl in den Spezialgeschäften ist riesig. Doch welcher Sitz ist wirklich sicher? Schließlich will man für sein Kind nur das Beste! Hier geben beispielsweise die Tests des ADAC und der Stiftung Warentest einen ersten Überblick. Oft schneiden die teuren Markenprodukte am besten ab – Qualität hat eben ihren Preis. Da kann so ein Kindersitz schnell mal mit 450 bis zu 500 Euro zu Buche schlagen. Unabdingbar ist die Prüfnorm ECE R 44/03 oder ECE R 44/04.

Entscheidend bei der Auswahl: Größe und Gewicht der Kinder

Es gibt Sitze für Kinder bis zu einem Alter von einem Jahr, bis zu 1 ½ Jahren und auch bis zum Alter von zwölf Jahren. Leider führt kein Weg daran vorbei, in regelmäßigen Abständen "nachzurüsten", auch wenn es ins Geld geht: Kinder wachsen nun einmal rasant und legen in den ersten Jahren schnell an Gewicht zu. Kaufen Sie nie einen Sitz, der in puncto Körpergröße oder zulässiges Gewicht unterdimensioniert für Ihr Kind ist. Sie gefährden damit sein Leben. Auch zu groß dürfen die Sitze nicht sein – also nicht auf Zuwachs kaufen. Bei einer Notbremsung oder einem Aufprall schützen zu große Sitze den Nachwuchs nicht ausreichend.

Rückwärts oder vorwärts?

Kinder sollten bis zu einem Alter von vier Jahren immer entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Forscher der Volvo Unfallforschung haben in Studien nachgewiesen: Kinder können die enormen Kräfte, die auf den kleinen Körper bei einem Aufprallunfall einwirken, nicht wie ein Erwachsener mit dem Nacken abfangen. Es drohen schwere Wirbel- und Kopfverletzungen. Die neuesten Sitze für Kinder bis zu einem Alter von 15 Monaten, die nach der europäischen i-Size-Norm entwickelt wurden, können deshalb nur entgegen der Fahrrichtung angebracht werden. Natürlich gibt es solche Sitze auch für ältere Kinder.

Wichtig: Die richtige Befestigung

Früher wurden Kindersitze mühsam mit dem Gurt befestigt. Das große Problem: Die Gefahr bestand, dass die kleinen Mitfahrer unterwegs das Gurtschloss öffneten. Überdies gab es häufig Anwendungsfehler, der Gurt wurde falsch geführt, verdreht oder nicht fest genug angezogen. Seit mehr als zehn Jahren gibt es in fast allen Pkw und standardmäßig in Neuwagen das sogenannte ISO-Fix-System. Der Sitz wird dabei einfach in zwei Ösen auf der Rücksitzbank eingeklickt – die Handhabung ist im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht. So ist der Sitz nicht nur über den Gurt mit dem Auto verbunden und nichts kann verrutschen. Gerade beim Neuwagen- oder Gebrauchtwagenkauf ist es daher für werdende Eltern ratsam auf das ISO-Fix-System zu achten.

Bis zu welchem Alter sind Kindersitze vorgeschrieben?

Auch wenn die Kinder im Alter von 11 ½ Jahren den Eltern vielleicht schon langsam über den Kopf wachsen und sich erste Zeichen der Pubertät zeigen, gehören sie dennoch in einen sicheren Kindersitz. Der Paragraph 21 der StVO schreibt in Deutschland Kindersitze bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr oder einer Körpergröße von 1,50 Meter vor.  © 1&1 Mail & Media / CF