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26.06.2014, 17:11 Uhr

WM 2014: Darum mögen Österreicher das DFB-Team

Es ist das Duell der großen Rivalen: David gegen Goliath, Alaba gegen Reus, Arnautovic gegen Gomez - kurz: Österreich gegen Deutschland. Dabei ist die allzeit herbeigeschworene Fußballfehde ein alter Hut. Im Gegenteil: Nie waren sich die beiden Nationen näher als heute. Und wir sagen, wieso.  

Von GMX Redakteurin Anita Klingler

Zugegeben: Als Exil-Tirolerin hat man es in München nicht leicht. Zumal dann nicht, wenn man als Frau (!) aus Österreich (!!) Fußball (!!!) mag und es vor Fernseher oder Leinwand eher selten schafft, die Klappe zu halten, wenn 20 Männer hinter einem Ball herlaufen. Zwangsläufig stellt dann irgendwer die Frage: "Na? Wann spielt denn Österreich mal wieder international mit?" Samma uns ehrlich: Dann, wenn wir die nächste EM ausrichten.

Kreuzige mich dafür, wer wolle, aber ich mag den Bundes-Jogi und seine Mannen. Ein sympathischer Kerl, und Englisch kann er auch nicht. Genau wie wir Österreicher. Außerdem erinnere man sich: Wo hat er sein Traineramt gelernt? Richtig: im Heiligen Land Tirol.

Jogi Löw war Trainer in Österreich

Ich kenne den Jogi aus einer Zeit, in der er trotz Rollkragenpulli noch keine Stilikone war. Als er Kurti "Wink amoi" Jara als Trainer in Innsbruck ablöste. Und mit dem damaligen FC Tirol zum dritten Mal in Folge den Meistertitel holte. Schade nur, dass der Verein dann unter dubiosen Umständen pleiteging. Vielleicht würde der Bundes-Jogi andernfalls heute das ÖFB-Team trainieren.

Ja, ihr Deutschen klaut uns unsere großen Talente, aber mal ehrlich: Das kommt uns doch nur zugute. Wir Österreicher haben einen Nationalstolz, der seinesgleichen sucht - und kaum einer würde freiwillig die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Martin Harnik hat sogar beide Staatsbürgerschaften und stürmt trotzdem für den ÖFB. Insofern: Lassen wir doch Marko Arnautovic Bremer Polizisten blöd anreden und David Alaba Münchens Nachtleben unsicher machen. Ihr biegt die Burschen schon zurecht. Schließlich habt ihr einen Ruf zu verlieren.

Ihr seid unser Vorbild - aber psssst!

Man sagt euch Deutschen ja jede Menge Disziplin nach, uns dagegen, dass wir das Leben lieber gemütlich angehen - bei Melange und Tageszeitung. Ihr habt richtige Kämpfer im Team, Leute, die auch dann noch nicht aufgeben, wenn alles verloren scheint. Ein wenig mehr Siegwillen würde uns auch ganz gut zu Gesicht stehen. Da seid ihr insgeheim unser großes Vorbild. Aber bitte sagt's nicht weiter.

Anders als mein geliebtes Heimatland ist die Bundesrepublik weltweit als Kaderschmiede bekannt. Deutschland steht in einer Reihe mit Fußball-Nationen wie Spanien und Brasilien. Eure Nachwuchsarbeit ist famos, das Niveau in der deutschen Bundesliga eines, von dem wir nur träumen können. Nicht von ungefähr kommt es, dass gerade einer eurer Klubs dem FC Barcelona den Rang der besten Mannschaft der Welt abgelaufen hat. In dem - nicht zu vergessen - eines der größten österreichischen Talente aller Zeiten spielt. Gefühlt entstammt die halbe DFB-Elf dem Kader des FC Bayern.

Freuen können wir uns auch darüber, dass das WM-Quali-Spiel in München stattfindet und nicht in, sagen wir, Braunschweig. Bayern gehört ja ohnehin fast zum Großreich Tirol, außerdem ist die Landeshauptstadt bei näherer Betrachtung äußerst schnuckelig, fanmeilenerprobt, und das Bier schmeckt fast so gut wie ein Stiegl. Dass wir kaum eine Chance haben werden gegen euch am Freitag, das ist uns durchaus klar - egal, wie oft wir den Geist von Córdoba beschwören. Der Bundes-Jogi verspricht euch den Sieg? Ach mei, wir haben schon gegen ganz andere verloren.

Übrigens: Was ein deutscher Fan von Österreich hält, lesen Sie hier.

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