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10.05.2012, 12:07 Uhr

Spitzer registriert erstmals Licht einer Supererde

(ah/as) - Zum ersten Mal überhaupt hat das Weltraumteleskop Spitzer Licht von einer fernen Supererde wahrgenommen. Astronomen sprechen von einem historischen Ereignis.

Der Exoplanet namens 55 Cancri e ist 41 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er wird als Supererde bezeichnet, weil er massereicher als die Erde ist, aber leichter als riesige Planeten wie Neptun. 55 Cancri e ist ungefähr zweimal so groß wie unser Planet und besitzt die achtfache Masse. Die Supererde ist Teil des fernen Doppelsternsystems 55 Cancri im Sternbild Krebs, das aus einem Gelben und einem Roten Zwerg sowie fünf Exoplaneten besteht, die um die beiden Sterne kreisen.

Von den fünf Planeten ist 55 Cancri e seinem Stern am nächsten. Er braucht nur 18 Stunden, um ihn einmal zu umrunden. Beim Umkreisen wendet er dem Stern immer dieselbe Seite zu.

In der neuen Studie hat das Nasa-Teleskop gemessen, wie viel Infrarotlicht der Exoplanet ausstrahlt. Bisher war das nur bei großen Gasplaneten, nicht aber bei einer Supererde gelungen. Die Ergebnisse der Forscher um Erstautor Brice-Olivier Demory vom MIT in Cambridge (USA) bestätigen bisherige Annahmen, laut denen der Planet auf seiner dem Stern zugewandten Seite extrem heiß ist - über 1.700 Grad Celsius. Das ist sogar heiß genug, um Metalle zu schmelzen. Die Astronomen gehen davon aus, dass 55 Cancri e aufgrund der großen Hitze wahrscheinlich keine Atmosphäre ausgebildet hat, die die Wärme auf die dem Stern abgewandte, ewig dunkle Seite transportiert. Folglich ist die Supererde nicht bewohnbar.

Daran ändert auch die Annahme nichts, dass auf dem felsigen Planeten wohl Wasser vorkommt. Denn das ist wegen der extremen Temperatur und dem starken Druck in einem sogenannten überkritischen Zustand. Dabei ist eine Unterscheidung, ob das Wasser flüssig oder gasförmig ist, nicht mehr möglich.

Für die Forscher ist die neue Studie, die in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht wurde, eine Pionierleistung. Sie hoffen nun, dass die angewandte Technik in der Zukunft auch Informationen über die Temperatur und den Aufbau tatsächlich bewohnbarer Planeten liefern wird.

Alle News vom: 10. Mai 2012 Zur Übersicht: Wissen

124 Meinungen zu "Supererde strahlt bis zu uns"

  • Stealth12
    Freitag, 25.05.2012, 09:53 Uhr
    Kann mir mal einer Verraten warum dieser Planet dann "Supererde" heißt wenn man nciht auf ihm wohnen kann? schade eigentlich.......sonnst könnten wir unsere Politiker alle dorthin schicken und hier unsere Ruhe haben :D
  • marcofromMars
    Freitag, 18.05.2012, 11:21 Uhr
    Die Zeit ist unser Habitat.
  • Schongerl
    Freitag, 11.05.2012, 14:47 Uhr
    Ohne die angewandte Astro-und Teilchenphysik gäbs kein Internet, keine Glasfaserkabel, kein Navi, keine Handies, keine Laserdrucker, keine Computertomografie, keine Solarzellenkollektoren,..... Dort ist das Geld um jedes neue Material als Sonderfertigung einzusetzen, zu erproben und weiterzuentwickeln, weil der Innovationsbedarf so gewaltig, die Problemstellungen so exotisch sind. Wahrscheinlich sind die superflauschigen Socken für das Klotzehocken vorher für einen Raumanzug erprobt worden, und der fleckenfreie Kugelschreiber fürs Kreuzworträtsel am Strand auf einer Raumstation.
  • Gorgarius
    Freitag, 11.05.2012, 14:32 Uhr
    @Nanazaija Nur leider sind Wurmlöcher und Raumfalten reine Spekulation und SiFi...
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