Die Forschungssonde "Galileo" hatte bereits 1990 Leben auf einem Planeten nachgewiesen. Ihre Sensoren waren indes auf unseren Heimatplaneten ausgerichtet – die Erde.
Keine Überraschung, dass es hier Leben geben soll, doch immerhin ein Beweis dafür, dass das Analysesystem der Raumsonde zu einer richtigen Schlussfolgerung gekommen war.
Wenn es um die Entdeckung von Leben auf fernen Planeten, sogenannten Exoplaneten geht, sind die Forscher auf Fernmessungen, wie sie seinerzeit "Galileo" durchgeführt hat, angewiesen. Bislang wurden 770 Exoplaneten entdeckt, und manche von ihnen sind unserer Erde in mancher Hinsicht ähnlich.
Doch selbst wenn ein Exoplanet eine lebensfreundliche Oberfläche plus Atmosphäre besäße, müsste das noch lange nicht bedeuten, dass es dort auch Lebensformen gibt. Doch wie lässt sich Leben auf fernen Planeten nachweisen?
Leben wirkt sich auf die Planetenatmosphäre aus
Bio-Astronomen gehen davon aus, dass sich Leben auf die Zusammensetzung der Planetenatmosphäre auswirkt. Auf der Erde ist das zumindest so. Es gilt also, die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre ferner Planeten zu analysieren. Das ist mit spektroskopischen Methoden möglich.
Im Prinzip funktioniert das so: Man muss einen Moment abpassen, in dem der Exoplanet von uns aus gesehen vor seinem Zentralgestirn steht. Dann läuft ein Teil des Sternenlichtes durch die Atmosphäre des Planeten – falls dieser über eine Atmosphäre verfügt.
Die in dieser Atmosphäre existierenden Substanzen sorgen für eine charakteristische Absorption bestimmter Wellenlängen, sodass in dem von einem Teleskop eingefangenen Licht bei bestimmten Wellenlängen Absorptionslinien entstehen.
Diese sind gleichsam chemische Fingerabdrücke, aus denen sich ableiten lässt, ob es in der Atmosphäre des Planeten zum Beispiel Sauerstoff, Wasser, Methan oder Kohlendioxid gibt.
Daraus wiederum lassen sich diverse Schlussfolgerungen ziehen. In der Atmosphäre eines leblosen Planeten kann es nicht gleichzeitig größere Konzentrationen von Sauerstoff und Methan geben – zumindest nicht über längere Zeit.
Die beiden Gase würden nämlich miteinander reagieren und sich damit gegenseitig eliminieren. Nur wenn Lebewesen diese Gase ständig neu produzieren, kann sich ein entsprechendes Konzentrationsgleichgewicht einstellen.
Methan und Sauerstoff als Indizien
Würde man also auf einem fernen Planeten zugleich Methan und Sauerstoff nachweisen, wäre dies ein Indiz dafür, dass es dort Lebensformen geben könnte.
Die Max-Planck-Wissenschaftlerin Lisa Kaltenegger (35) hat Atmosphären-Modelle für Exoplaneten entwickelt. Auf deren Grundlage werden sich die spektroskopischen Daten leistungsfähiger Teleskope – wie das geplante James-Webb-Weltraumteleskop – interpretieren lassen.
Auch wenn die Erkenntnis naturgemäß nur eine sehr indirekte wird sein können, so wäre die Nachricht gleichwohl sensationell: "Leben auf fernem Planeten entdeckt!"
Die Nachwuchsforscherin Lisa Kaltenegger wurde für ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Heinz-Maier-Leibnitz-Preis 2012 der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Damit wird nicht nur ihre bisherige Arbeit gewürdigt.
Der mit 16.000 Euro dotierte Preis soll auch Ansporn für künftige Forschung sein. Denn noch sind ja keine Aliens entdeckt worden.
622 Meinungen zu "Gibt es wirklich Außerirdische?"
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cohen
Sonntag, 21.04.2013, 12:51 Uhr Womit Lulu recht hat. Ich bin selbst eifriger Leser von wissenschaftlichen Abhandlungen. Die Wissenschaftler sind doktrinär n u r auf ähnliche Lebensformen wie sie auf unserer Erde vorherrschen ausgerichtet. Warum eigendlich? Andere Lebensformen /vielleicht in der Struktur uns ähnlich/ benötigen vielleicht bestimmte Gase zum Leben oder gasähnliche oder fluide Verbindungen. Es muss außerirdisches intelligendes Leben geben-betrachtet man die durch Archäologen gefundenen Artefakte, die bekannt sind und.-wieviele werden uns noch vorenthalten?von Dänicken und Kollegen geht da bestimmt einen richtigen Weg. Viele Menschen lästern darüber, wissen aber keine bessere Erklärung und negieren alles , was sie nicht in der Lage sind,zu begreifen,schade ! -
Aragon
Freitag, 05.10.2012, 14:08 Uhr "Die deutsch-amerikanische Raumsonde "Galileo" (Computersimulation von 1989) passiert zum Abschluß ihrer zwei Jahre dauernden Tournee rund um den Jupiter dessen Mond Europa. " 1989 gab es keine so Leistungsfähige Computer wie heute, es handelt sich um eine Zeichnung und nicht computergenerierte Grafik -
TinoGehring
Freitag, 05.10.2012, 11:49 Uhr :) süß! -
Reteid17
Freitag, 27.07.2012, 10:54 Uhr @pallacH: Die Leute denken bei "Leben" offensichtlich oft/immer an irdisches. Das ist verständlich, nachvollziehbar, aber eben auch naiv. Hier auf der Erde gibt es drei (bis heute) entdeckte Lebensformen, die sich auf unterschiedlicher Basis konstituiert haben - in Abhängigkeit der jeweiligen "Lebensräume". So wie bei Gedankenspiele über eine vierte, fünfte Dimension an Raumkoordinaten gedacht wird, vergleichbar unseren dreien. Ebenso verständlich, nachvollziehbar und naiv. Um dieser Frage nahe zu kommen, muss man sich doch das eher Unvorstellbare vorstellen können sollen ... - oder so. Das läuft doch auf die Frage der Unterschiede bzw. Nichtvergleichbarkeiten hinaus. Wer kann sich DA denn qualifiziert äußern? Ich denke, Antworten finden da viele wohl eher im Umfeld der Parlamente und Regierungen, des Finanzsystems etc. Das suggeriert zwar Übereinstimmung, aber wohl eher der anderen Art. -
pallacH
Donnerstag, 26.07.2012, 09:55 Uhr wir denken immer, leben wäre etwas äußerst seltenes, weil es dazu doch so viele verschiedene faktoren braucht, um zu entstehen. ich denke, das ist eine falsche perspektive. unter den gegebenen umständen entsteht das leben, das mit eben diesen umständen zurechtkommt. -
Washmash
Sonntag, 22.07.2012, 11:13 Uhr Allgemein an alle die sich einen Kopp machen. Die Frage ist doch, was mit Außerirdischen Leben gemeint ist. Hochentwickeltes Leben, so wie auf der Erde, mit komplizierten Stoffwechsel und Körperbau bräuchte ähnliche Bedingungen. Würden die Bedingungen (Temperatur, Druck, Sauerstoffgehalt, Abstand zur Sonne, Mond, und anderen Planeten etc. nur geringfügig anders) wären auch die Lebensformen anders. Mit sicherheit gibt es Leben auf anderen Planeten, auch in unseren Sonnensystem. Einfache Lebensformen wie Bakterien, Algen, usw. Bei dem finden von hochentwickelten und Intelligenten Leben wird es schon schwieriger, da muß ganz einfach vieles zusammenpassen, eben so wie auf der Erde. Ein Planet auf dem es Leben gibt muß sich vor allem ständig verändern, er muß aktiv sein. Vulkane, Plattentektonic, unterschiedliche Wetterzonen, was die unterschiedlichen Arten zur Anpassung zwingt. Die eigentliche Frage ist aber. Können wir uns noch anpassen? Oder wird die Menschheit Ausgestorben sein bevor andere vieleicht die Erde entdecken? Tiere und Pflanzen wird es auf jeden Fall nach uns auch noch geben. -
pallacH
Donnerstag, 19.07.2012, 16:37 Uhr @LuLu im grunde hast Du recht. wir prüfen aber natürlich zuerst einmal, ob anderswo bedingungen für erdähnliches leben gegeben sein könnten. ich kann mir gut vorstellen, daß wir im falle eines kontaktes probleme haben könnten, andere lebensformen überhaupt als solche zu erkennen.
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