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18.05.2012, 16:32 Uhr

Forschung unter der Lupe: Blick in mikroskopische Welten

Wie kleine, grüne Sonnen funkeln einem die Gebilde entgegen. Was wie ein Blick in eine ferne Galaxie aussieht, ist in Wirklichkeit aber die winzige Zellstruktur eines Fischembryos. Diese einzigartigen Aufnahmen an lebenden Zebrafischen konnten Karlsruher Forscher nun erstmals dank einer neuen mikroskopischen Technik erstellen.

Mikrotubuli Mittels gentechnischer Methoden werden die Mikrotubuli von lebenden Zebrafischen zum Leuchten gebracht. © laborwelt.de; NIH, KIT

Wissenschaftler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben zusammen mit Forschern vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und dem amerikanischen National Institutes of Health (NIH) eine neue Mikroskopier-Methode entwickelt. Dadurch ist es nun möglich, Strukturen von nur einem achtel Mikrometer in einem lebenden Zebrafisch (Zebrabärbling) sichtbar zu machen. Das Forscher-Team stellt seine Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe von Nature Methods vor.

Im Visier der Wissenschaftler: die Mikrotubuli der kleinen Fische. Diese fadenförmigen Zellstrukturen sind nur 100 Mikrometer lang und haben einen Durchmesser von circa 20 Nanometern. Damit entsprechen sie dem Hunderttausendstel eines menschlichen Haares. "Mikrotubuli kommen überall in der Zelle vor und sind für ihre Teilung und Bewegung notwendig", erklärt Marina Mione vom KIT. Mittels gentechnischer Methoden konnten die Wissenschaftler die Mikrotubuli grün fluoreszieren lassen. Da durch das neue Mikroskopverfahren die Objekte nicht komplett ausgeleuchtet werden, sondern nur punktförmig mit speziellem Licht bestrahlt werden, minimiert sich das Streulicht und das betrachtete Detail wird scharf abgebildet. Innerhalb von Sekundenbruchteilen werden dann die Bilder gemacht, so dass auch bei einer Bewegung der lebenden Organismen keine Unschärfen entstehen. "Mittlerweile lassen sich so Auflösungen von 145 Nanometer in der Ebene und 400 Nanometern dazwischen verwirklichen", so Marina Mione.

Mit einer Serie an Aufnahmen bei unterschiedlicher Beleuchtung kann das Bild letztlich von einem Computer zusammengesetzt werden. Auch dreidimensionale Bilder und Videos konnte das Forscher-Team so erstellen. Über einen Zeitraum von 60 Minuten konnte so gezeigt werden, wie sich unter der Haut des Fisches das Frühstadium des Seitenlinienorgans bildet, mit dem Fische im Wasser Bewegungsreize wahrnehmen können. Die Ergebnisse der Wissenschaftler liefern wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung von Wirbeltieren auf zellularer Ebene.

© LABORWELT

Alle News vom: 18. Mai 2012 Zur Übersicht: Wissen

8 Meinungen zu "Wenn Fische wie Sterne funkeln"

  • Hamburguesa
    Samstag, 19.05.2012, 14:42 Uhr
    @Lilasandstrand16 Und wovon soll dann dieses KOSTENLOSE Angebot hier leben? Von Deinen großzügigen Spenden ... oder was??? Schalte doch EINMAL Dein Hirn ein!
  • Puma1949
    Samstag, 19.05.2012, 14:00 Uhr
    Faszinierend, was da jetzt schon geht, OHNE die Tiere zu töten! DAS nenne ich Fortschritt. Mal abgesehen davon, dass es atemberaubend schön aussieht. Ich geb's zu, den Artikel musste ich zweimal lesen, war es aber wert.
  • Schnacker33
    Samstag, 19.05.2012, 13:17 Uhr
    Das ist wirklich ein Augenweide. Wenn man ganz entspannt darauf schaut, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Wer dafür keinen Blick hat, ist zu bedauern.
  • Kopfsalat54
    Samstag, 19.05.2012, 10:36 Uhr
    Leuchtet irgendwie ein.
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