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22.05.2012, 10:39 Uhr

Affen: Hoher Sozialstatus und Mutterkontakt halten gesund

Chicago/Notre Dame (dpa) - Sozialer Status und Gesundheit sind bei Pavianen eng miteinander verknüpft. So erholen sich ranghohe Männchen besonders schnell von Krankheiten und Verletzungen.

Das zeigt eine von zwei Studien über die Gesundheit von Affen, die in der jüngsten Ausgabe der "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS") erschienen sind. Für die Untersuchung analysierten die Forscher Daten von wildlebenden Pavian-Männchen aus Kenia. Die Angaben umfassten einen Zeitraum von rund 27 Jahren.

Das internationale Team um Elizabeth Archie von der Universität Notre Dame (US-Staat Indiana) prüfte, wie schnell sich die Tiere nach einer Verletzung oder Krankheit wieder erholten. Dadurch sollte auch indirekt gemessen werden, wie gut das Immunsystem der Affen funktioniert. Die Forscher betrachteten nicht nur den sozialen Rang der Tiere, sondern auch Faktoren wie die Art der Verletzung, das Alter der Affen oder die Jahreszeit, in der die Tiere erkrankten.

Die Leittiere der Horde wurden nicht nur seltener krank - sie erholten sich auch deutlich schneller von Erkrankungen und Verletzungen als ihre niederrangigen Artgenossen, heißt es in den "Proceedings". Besonders ausgeprägt sei dieser Trend bei den ranghöchsten Tieren, den Alpha-Männchen.

Dieses Ergebnis bezeichneten die Forscher als "etwas überraschend". Vorherige Studien hätten nämlich gezeigt, dass ein hoher Spiegel an bestimmten Hormonen sowie das energiezehrende Bestreben, sich fortzupflanzen, eher zur Unterdrückung der Immunabwehr führt - Faktoren, die vor allem bei Alpha-Männchen auftreten würden. Die Autoren erklären sich ihre Ergebnisse daher auch dadurch, dass chronischer Stress, hohes Alter und ein schlechter körperlicher Zustand bei Pavianen mit niedrigerem Rang zu einer sehr schlechten Immunabwehr führen.

Eine zweite Studie in den "Proceedings" beschäftigt sich mit der Gesundheit von Rhesusaffen. Das US-Team um Gabriella Conti und James Heckman von der Universität Chicago untersuchte, wie wichtig der Kontakt zur Mutter nach der Geburt ist.

230 Tiere wurden dabei in drei Gruppen geteilt: In der ersten blieben die Affen bei der Mutter. In der zweiten und dritten wurden die Tiere zunächst von der Mutter getrennt. Nach fünf Wochen kam eine Gruppe in einen Käfig mit anderen gleichaltrigen Affen. Die andere musste den Großteil der Zeit alleine mit einem sehr simplen Mutter-Ersatz verbringen - einer mit Stoff ummantelten warmen Wasserflasche, die von der Käfigdecke hing. Im Alter von einem halben Jahr kamen alle Affen in eine gemeinsame Gruppe.

Rhesusaffen ohne Mutter-Kontakt waren den Forschern zufolge später häufiger verhaltensgestört. Zudem wurden Weibchen, die von Gleichaltrigen aufgezogen wurden, häufiger verletzt und litten an Haarausfall. Die Experten schließen daraus, dass eine frühe Trennung von der Mutter später zu Gesundheitsproblemen führt. Diese könnten auch nicht durch eine normale soziale Umgebung ausgeglichen werden.

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2 Meinungen zu "Hoher Sozialstatus hält gesund"

  • Primaten
    Freitag, 18.01.2013, 13:48 Uhr
    Soso, der Entzug mütterlicher Fürsorge vom Kleinkindalter an führt also im weiteren Leben zu Verhaltensgestörtheit u. Krankheit. Wer hätte das gedacht!!! Das ist ja ganz was Neues. Als ob man das nicht schon seit hunderten von Jahren bei Mensch u. Tier im Alltagsleben u. unter Versuchsbedingungen beobachtet hätte. Wozu also musste dieser neue Versuch durchgeführt werden? Nutzlos u. absichtlich wurden hier fühlende Lebewesen manipuliert, um Psychosen u. Krankheiten hervorzurufen. Für mich absolut nicht zu verstehen! In den 60er Jahren wurden in den USA genau solche Versuche betrieben. Da hat man nicht Wärmflaschen als Mutterersatz genommen, sondern Holzlatten, denen man ein Gesicht, ähnlich dem "Punkt Punkt Komma Strich", aufgemalt u. überall Nägel reingesteckt hatte. Die Forscher wollten sehen, ob die Affenkinder so sehr auf den Körperkontakt zur Mutter angewiesen sind, dass sie sogar die Schmerzen durch die Nägel in Kauf nehmen, während sie sich an die Holzlatte drücken. Und so ist es auch gekommen, die Kleinen klammerten sich an das Holz mit den Nägeln. Mir dreht sich der Magen um bei dieser Vorstellung. :-((((( Das ist so pervers! Was bilden sich diese Menschen, die sich Wissenschaftler nennen, überhaupt ein so etwas zu tun?!
  • strathmann
    Donnerstag, 17.01.2013, 14:21 Uhr
    Der Häuptling lebt also länger? Das dürfte absolut kein Naturgesetz sein, denn die Rolle des Leithammels führt auch zu Neid und zu Auseinandersetzungen. Das führt nicht nur bei Rothirschen zu lebensgefährlichen Verletzungen.
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