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07.03.2013, 17:38 Uhr

So unterhaltsam ist der Atlas

Der "Diercke Weltatlas" weckt so manche Erinnerung an die Schulzeit: Langweilige Erdkunde-Stunden, lustige Ortsnamen-Ratespiele mit dem Banknachbarn, und, und, und. Vor 100 Jahren starb der "Vater" des bekannten Atlas, Carl Diercke. Ihm zu Ehren haben wir Anekdoten rund um das Werk ausgegraben - und die sind alles andere als langweilig.

Von GMX Redakteurin Maria Schießl

Die Erde ist eine Orange

Auf dem Cover mehrerer Ausgaben des "Diercke Weltatlas" - heute auf der Rückseite - ist eine Abbildung zu sehen, über die sich schon so mancher gewundert hat: eine in vier Teile aufgeklappte Erde (siehe Bild). Sie soll zeigen, dass die Welt sich im Grunde wie eine überdimensionierte Orange verhält. Ihre Oberfläche lässt sich nicht ohne Verzerrungen auf der Ebene eines Blattes darstellen. Das verdeutlichen Lehrer ihren Schülern gerne anhand einer in vier Teilen abgeschälten Apfelsine. Das Schalengebilde zu ebnen, ist nicht möglich. Versuchen Sie es gerne selbst.

Deutschland ist bei der Färbung ein Exot

Jeder Staat hat im "Diercke Weltatlas" seine Farbe. Viele Länder sind sogar in genau dem Farbton eingefärbt, den sie schon im ersten Diercke von 1883 bekommen hatten. Deutschland ist eine interessante Ausnahme. Es war – und ist auch wieder – blau.

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Doch zwischenrein durchlebte das Land eine "rote Phase" –  und zwar während einer brauen Zeit. Denn 1938 wies das "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" der Nazis die Atlantenmacher an, das Deutsche Reich in ein kräftiges Rosa umzufärben: wegen der "suggestiven Wirkung".

Der Schummerungsspezialist ist unentbehrlich

Der was? Kaum jemandem dürfte der Schummerungsspezialist ein Begriff sein. Der lustig klingende Name steht für einen Experten, auf den Diercke auch im digitalen Zeitalter nicht komplett verzichtet. Er zeichnet für manche Atlaskarten per Hand Gebirgsflanken, Höhenzüge und Co. Schummerung bedeutet, mit unterschiedlichen Schattentönen die Karte so zu modellieren, dass das Relief plastisch erscheint.

Was Kaiser Wilhelm II. mit dem "Diercke Weltatlas" zu tun hat

Heute kann man sich kaum vorstellen, dass ein Ort nur deshalb Eingang in den Atlas findet, weil dort Frau Merkel oder Herr Gauck Urlaub machen. Als die Regierenden in Deutschland noch adelig waren, ist aber genau so etwas passiert: Carl Diercke schreibt 1905 auf: "Die Reise seiner Majestät des Kaisers nach dem Mittelmeer hat das kleine Städtchen Taormina am Fuß des Ätna wieder in aller Leute Mund und Erinnerung gebracht." Grund genug, dass er den kleinen Ort im Atlas nachtrug.

Durcheinander auf höchsten Höhen

Der höchste Berg der Welt kann einen weiteren Superlativ für sich beanspruchen, den kaum jemand kennt: In der gesamten Geschichte des "Diercke Weltatlas'" ist in den Karten nichts so oft geändert worden wie die Höhe des Mount Everest. Das hängt mit den Fortschritten der Messgenauigkeit zusammen. Sicher liegt es aber auch daran, dass man es beim höchsten Berg der Welt einfach ganz genau wissen möchte.

Quelle: Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH

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