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22.10.2009, 14:10 Uhr

"Ida" ist doch kein Vorfahr des Menschen

Das Affenfossil "Ida" ist wohl doch kein Vorfahr des Menschen - und damit auch nicht der ominöse "Missing Link", der bislang unbekannte gemeinsame Urahn von Mensch und Affe. Der Fund eines neuen, rund zehn Millionen Jahre jüngeren Nachfahren Idas legt nahe, dass von den beiden heute keine lebenden Nachfahren mehr existieren.

Von Florian Regensburger

Zunächst schien es eine wissenschaftliche Sensation: Im Mai dieses Jahres präsentierte eine Forschergruppe um den norwegischen Paläontologen Jörn Hurum ihre Forschungsergebnisse über ein kleines affenähnliches Wesen mit langen Armen, dem sie den Namen Ida gaben. Mit einem Alter von 47 Millionen Jahren sollte die Kreatur, die in der Nähe von Darmstadt ausgegraben wurde, der bislang älteste bekannte Vorfahr des Menschen sein. Gar vom sogenannten Missing Link war die Rede, der Astgabel, an der die evolutionären Stammlinien von Mensch und Affe auseinanderlaufen.

Wie der Online-Dienst eine Forschergruppe um den Paläontologen Erik Seiffert von der New Yorker Stony Brook University zitiert, hätten hier lediglich unterschiedliche Arten die gleichen Merkmale ausgebildet. Diese sogenannte konvergente Evolution belege eine groß angelegte Untersuchung der US-Forscher an 117 lebenden und ausgestorbenen Affenarten, in der sie 360 unterschiedliche Körpermerkmale miteinander verglichen. Mitnichten seien die entsprechenden Arten deshalb aber eng miteinander verwandt.

Weiter habe die Untersuchung ergeben, dass sowohl Ida als auch Afradapis der Gruppe der Feuchtnasenaffen angehören, einer umgangssprachlich auch "Halbaffen" genannten Unterordnung der Primaten. Zwar leben heute noch Halbnasenaffen wie zum Beispiel die Makis auf Madagaskar. Die Linie, der Ida und Afradapis angehören, ist aber längst ausgestorben.

Damit ist das Fossil Ida weder der Missing Link zwischen Mensch und Affe, noch ist sie die wissenschaftliche Sensation, als die sie in einer zeitgleich mit dem Erscheinen von Hurums Analyse veröffentlichten TV-Dokumentation gepriesen wurde. Ida ist Zeugnis einer weitgehend unbedeutenden und lange ausgestorbenen Affenart – und möglicherweise eine wohl inszenierte PR-Aktion.

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  • goodb
    Freitag, 18.12.2009, 13:36 Uhr
    Ein grausam schlechter Artikel. Erstmal ist die Frage nach dem "Missing Link" längst geklärt. Wer das nicht weiß, hat die letzten hundert Jahre forschung verpasst. Zweitens, Menschen sind Affen. Ein Tier zu suchen das halb Mensch halb Affe ist, ist genau so sinnvoll wie ein Tier zu suchen das halb Dackel halb Hund ist, oder einen Ort zu suchen der zwischen Berlin und Deutschland liegt. Dazu kommt das Bindeglieder zwischen Spezies oder Gruppen von Spezies nicht gemeinsame Vorfahren sein müssen. Der Author offenbart sein Halbwissen zu diesem Thema und trägt zu einem weitern Missverständniss der Wissenschaft bei. Das einzig korrekte an diesem Artikel ist das Rügen des übertriebenen Medienhypes.
  • Concern
    Samstag, 24.10.2009, 11:37 Uhr
    @JGC: Die Entstehung von Gattungen etc. ist doch schon längst kein Rätsel mehr, weil sie überhaupt nur einen einzigen Unterschied zur Artbildung aufweist: Den Zeitraum in dem sie geschieht. Die Mechanismen sind aber exakt die selben: Variation, Selektion, Gendrift usw.. Die Natur leistet sich außerdem höchstens aus "geologischer Sicht" Sprünge, aber nicht aus Menschlicher. Das ist weder eine neue Erkenntnis, noch eine, die der Evolutionstheorie widersprechen würde, sondern, im Gegenteil, zu ihr passt (Punctuated equilibrium).
  • JGC
    Freitag, 23.10.2009, 17:34 Uhr
    @ Schlaukopf Ich wollte nur andeuten, das es meiner Meinung nach nicht immer Missing Links benötigt, weil tatsächlich die sich plötzlich verändernde umgebende Umwelt auch direkt jeweilige Arten schaffen kann...
  • Schlaukopf
    Freitag, 23.10.2009, 13:10 Uhr
    @JGC: genau das ist doch die Kraft, die die Evolution antreibt: Veränderungen der Umgebung durch Katastrophen und relativ rasche Veränderungen der Lebewesen, oder eben "ruhige" Zeiten und allmähliche Veränderungen durch Coevolution, d.h. zwei oder mehrere Arten müssen sich aneinander messen (Jäger wird immer schneller/stärker, also wird auch die Beute immer "raffinierter")
  • JGC
    Freitag, 23.10.2009, 12:32 Uhr
    Hi... Ich persönlich finde, das die Evolutionstheorie nur eine "halbe" Wahrheit darstellt.. Ich will damit nicht sagen, das sie falsch wäre, aber einen wesentlichen Punkt außen vor lässt... Wie ENTSTANDEN eigentlich die einzelnen Gattungen? Ist eine Gattung plötzlich auf dem Plan erschienen, oder hat diese tatsächlich jemand "gestylt" und uns "beschert"? Es gibt in der Physik 2 wichtige elementare Bereiche.. Erstens die "Momentwirkungen" all der vorhandenen MOMENTAN verfügbaren möglichen umgebenden Voraussetzungen.. Und Zweitens, die stetigen Veränderungen der jeweiligen Umgebungsbedingungen DURCH die momentanen Einwirkungen der jeweiligen Voraussetzungen.. Das bedeutet im Prinzip nichts anderes, das die Welt, die gerade existiert, durchaus in der Lage ist, "schöpfend" durch kreative Kräfte(z.B. Gravitation und Temperatur) eigenständig Gattungen ins Dasein bringen kann, was sich z.B. daran erkennen lässt, das immer dann, wenn durch eine gewaltige Katastrophe quasi die "Tafel" des Lebens "leergewischt" wurde, neue Gattungen und neue Spezies auftauchten.. Das also die evolutionäre Entwicklung nach Darwin UND eine "katastrohpistische" Entwicklung gleichzeitig von statten geht, die BEIDE zusammen an der Entwicklung des Lebens beteiligt sind, was erklären könnte, das die Natur sich hin und wieder leistet, DOCH Sprünge zu machen.
  • Harry1972
    Freitag, 23.10.2009, 11:07 Uhr
    Michael Jackson ist tot?
  • Schlaukopf
    Freitag, 23.10.2009, 09:40 Uhr
    @9274: 1. Die (offizielle) Kirche hat die Evolutionstheorie längst anerkant. 2. Der Bericht zeigt eben deutlich, dass die Wissenschaft vernünftig und zuverlässig arbeitet. Fehler fliegen schnell auf und werden korrigiert. Folglich sind die "Verschwörungsvorwürfe" gegen die Wissenschaft, sie binde uns mit der Evolutionstheorie einen Bären auf, falsch!
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