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23.12.2011, 09:01 Uhr

Weihnachtslotterie bringt Geldregen über Spanien

Madrid (dpa) - Vorzeitige Bescherung in Spanien: Die traditionelle Weihnachtslotterie hat bei der Ziehung der Glückslose Gewinne von insgesamt 2,5 Milliarden Euro ausgeschüttet.

Ein großer Teil des Geldregens ging am Donnerstag über Dörfer in der nordspanischen Provinz Huesca nieder. Dort waren in der 2000-Seelen-Gemeinde Grañén die Lose mit der Glücksziffer 58 268 verkauft worden. Auf diese Nummer entfielen die Hauptgewinne von jeweils vier Millionen Euro.

"El Gordo" (der Dicke), wie der Hauptgewinn genannt wird, war in diesem Jahr um eine Million aufgestockt worden. Da alle Losnummern jeweils 180 mal verkauft wurden, wird der Gewinn von vier Millionen Euro auch 180 mal ausgezahlt. Davon profitierten nicht nur die Loskäufer in Grañén, sondern auch die Bewohner mehrerer Nachbarorte, die sich ihre Lose in der Lotteriestelle von Grañén besorgt hatten. "Gestern habe ich erfahren, dass ich ein Kind bekomme, heute gewinne ich den Gordo", sagte eine 29 Jahre alte Bäuerin überglücklich.

Die traditionelle Lotterie ist die größte und älteste der Welt. Da es auch viele kleinere Gewinne gibt, dauerte die Ziehung mehr als drei Stunden. Die Prozedur wurde live im Fernsehen übertragen. Der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE zufolge gaben die Spanier in diesem Jahr 0,5 Prozent weniger Geld für Lose aus als 2010. Auf jeden Bewohner des Landes kam im Schnitt ein Einsatz von 56,82 Euro.

Da ein komplettes Los 200 Euro kostet, kaufen die Spanier sich normalerweise nur Anteile in Form von Zehntel-Losen oder teilen sich Gemeinschaftslose mit Freunden und Kollegen. Dies hat zur Folge, dass die Millionengewinne nicht auf Einzelne entfallen und die Lotterie kaum neue Millionäre hervorbringt. Vielmehr profitieren die Bewohner ganzer Ortschaften oder Stadtviertel. Auf diese Weise verhilft die Weihnachtslotterie Zehntausenden Spaniern jedes Jahr zu einer vorzeitigen Bescherung.

Die Gewinne, die auf nicht verkaufte Lose entfallen, gehen an die Staatskasse. Zudem kassiert der Fiskus 25 Prozent der Einsätze. 70 Prozent werden als Gewinne ausgeschüttet, die übrigen 5 Prozent erhalten die Betreiber der Lotteriestellen.

Die Lotterie feiert im kommenden Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Sie wird in der heutigen Form seit 1812 ausgespielt. Den Namen "Weihnachtslotterie" erhielt sie aber erst 1892. Die eigentlichen Anfänge reichen bis in das Jahr 1763 zurück.

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9 Meinungen zu "Spanisches Dorf im Lotto-Glück"

  • AJB
    Freitag, 23.12.2011, 11:03 Uhr
    @germanyankee: Was rallie meint, ist das 50 % des Losprises als Steuern an den Deutschen Staat gehen, damit hat er recht, in Spanien streicht der Staat nur 25 % ein. Somit ist die Ausschüttung in Spanien 25% höher. Den Losgewinn bekommst natürlich komplett ausgezahlt, aber vom Verkaus ist erst mal die hälfte wech bei unserem lieben Staat...
  • rallie
    Freitag, 23.12.2011, 10:54 Uhr
    @GermanYankee Geh mal www.westlotto.de -> Lotto und rechne die Ausschuettungsquoten aus, sie liegt immer genau bei 50% des Spieleinsatzes, z.B. ---------------------------------------------------------- LOTTO 6aus49 Spieleinsatz: 21.832.788,75 EUR Gewinnklasse Anzahl der Gewinne Quote 1 (6 Richtige + SZ) unb./Jackpot 1.091.639,40 EUR 2 (6 Richtige) unb./Jackpot 873.311,50 EUR 3 (5 Richtige + ZZ) 9 60.646,60 EUR 4 (5 Richtige) 422 3.362,80 EUR 5 (4 Richtige + ZZ) 1.424 153,30 EUR 6 (4 Richtige) 22.209 49,10 EUR 7 (3 Richtige + ZZ) 37.316 23,40 EUR 8 (3 Richtige) 420.722 11,40 EUR ----------------------------------------------------------
  • GermanYankee
    Freitag, 23.12.2011, 10:33 Uhr
    @rallie: Wir bekommen nicht 50 % ausgezahlt, sondern 100%. Von den erwirtschafteten Erträgen müssen wir 25 % Abgeltungssteuer zahlen, zudem waren zumindest bis Ende 2010 ALLE Erträge aus Lottogewinnen im ersten Jahr steuerfrei Verdammt, hättsch ma mitjespielt.
  • Haceel
    Freitag, 23.12.2011, 10:31 Uhr
    2,5 Milliarden? Oo Kann das sein? Oder sollte das nicht Millionen heissen?
  • Fisherman79
    Freitag, 23.12.2011, 10:02 Uhr
    Vor allem schön, dass in Spanier der Gemeinschaftgedanke funktioniert und sich Gemeinschaften zusammen tun um Lose zu kaufen. Wenn es in Deutschland eine Lotterie mit Lospreisen um die 200 Euro gäbe, würden gleich wieder alle über die "Kapitalistenlotterie" oder so ähnlich schimpfen. Aber man sieht ja zum Glück an diesem Beispiel, dass es auch anders geht. Glückwunsch jedenfalls an die spanischen Dörfler.
  • Oschcommander
    Freitag, 23.12.2011, 09:51 Uhr
    Finde ich irgendwie besser als unser Lotosystem - es müsste viel breiter auf Alle gefächert werden! Jedem Ottonormalverdiener würden auch schon 100t Euro reichen. :-) Staunend über die Spanier, AOS
  • donlimbo
    Freitag, 23.12.2011, 09:39 Uhr
    Der Bürgermeister des Dorfes hat mit WEB-DEvereinbart, dass jeder, der ab sofort in´s Dorf zieht, einen Gutschein für 5 x kostenlose Verrichtung seiner Notdurft in den umliegenden Wäldern erhält.
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