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14.12.2012, 10:35 Uhr

Keine Zukunft für Schoko-Weihnachtsmänner

(cfl) - Weihnachtsmänner und Hasen aus Schokolade könnten bald zum Luxusgut werden. Der internationale Kakao-Verband ICCO schlägt Alarm. Schon 2020 liegt die Nachfrage nach dem Naturprodukt offenbar um 100.000 Tonnen höher als das Angebot.

"In 20 Jahren ist Schokolade wie Kaviar", zitiert das populär-wissenschaftliche Magazin "PM" einen nicht näher genannten Experten. "Sie ist dann so selten und teuer, dass der Durchschnittsbürger sich keine mehr leisten kann." Und das, obwohl wir Europäer das süße Naschwerk lieben. In der Schweiz lag der Verbrauch 2011 laut "Schweizer Bäcker-Konditorenmeister-Verband" bei 12,3, in Österreich bei 7,9 und in Deutschland bei 11,4 Kilogramm.

Laut ICCO sanken in der letzten Saison die Ernten um acht Prozent, für 2012 fehlen geschätzte 71.000 Tonnen. Schuld an der Ebbe sind laut "PM" unter anderem Schädlinge. Pilze wie der Hexenbesen oder die Kakaomotte vernichteten in Brasilien und Ostasien ganze Jahreserträge. Vor allem aber durch das soziale Elend in den Anbauländern werde der Schokoladenhahn zugedreht.

Produzenten haben massive Probleme

Die Äquatorial-Staaten Elfenbeinküste, Ghana und Indonesien liefern laut der Schweizer Bank "Credit Suisse" rund 70 Prozent der Weltvorräte. Dort gebe es strukturelle Probleme wie alternde Bäume, betagte Farmer, mangelhafte Infrastrukturen und aufgegebene Anbauflächen. Bis 2050 wird die Hälfte des landwirtschaftlich genutzten Geländes für Kakao verschwinden, erläutert "Credit Suisse" in ihrem Marktbericht. Demgegenüber stehe die Weltnachfrage, die in der letzten Dekade um 2,5 Prozent pro Jahr gestiegen sei.

Schokonikoläuse

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Hilfsprojekte sollen dem Magazin "PM" zufolge dazu beitragen, die Lage zu verbessern. Aber: "Eine Umfrage, die wir letztes Jahr führten, ergab, dass die mehr als 60 Kakao-Förderprojekte, die es in der Welt gibt, völlig unkoordiniert arbeiten", sagt Michael Segal, Kakaoexperte und Sprecher der ICCO in London, dem Magazin. "Die meisten konzentrieren sich auf viel zu kleine, für den Weltmarkt sinnlose Dinge, und nicht zwei Projekte haben dasselbe Ziel."

Es sieht schlecht aus für Schoko-Fans. Der Weihnachtsmann zum Anbeißen könnte bald für die meisten Deutschen eine nostalgische Erinnerung an frühere Zeiten sein.

Alle News vom: 14. Dezember 2012 Zur Übersicht: Weihnachten

291 Meinungen zu "Aus für den Schoko-Nikolaus?"

  • studienrat
    Dienstag, 18.12.2012, 10:50 Uhr
    Vorsicht, Geheimtipp: Das Internet wird auch bald unerschwinglich, weil 1. Durch Treibhauseffekt und ansteigende Meeresspiegel die Anbaufläche für Internet immer mehr schrumpft und 2. durch die Energiewende der Strom immer teurer wird, so dass wir unsere PCs nut noch minutenweise betreiben können Millionen Online-Redakteure fürchten schon um ihrer Existenz und beginnen, Hütten auf Stelzen zu bauen....
  • Kieran
    Dienstag, 18.12.2012, 10:06 Uhr
    Das ist aber kein Schokonikolaus auf dem Bild. Das ist ein Schokoweihnachtsmann. Der Nikolaus ist traditionell überliefert und ihn gab es wirklich. Er kommt aus der Türkei. Aber der Weihnachtsmann ist eine Erfindung von Coca Cola.
  • ich58
    Montag, 17.12.2012, 11:49 Uhr
    Mehr als 100% geht doch,ihr werdet es ander Staatsverschuldung sehen!
  • Partikelkanone
    Sonntag, 16.12.2012, 17:55 Uhr
    Abgesehen davon: Bald ist es durch den Klimawandel hier so warm, dass der Kakao hier angebaut werden kann.
  • Tranx
    Sonntag, 16.12.2012, 16:54 Uhr
    Auf meinen Text " Superinfo! Wegen 1,8% werden die Schok-Nikoläuse nicht mehr produziert. Leute. Das ist doch wohl ein Witz, oder? " hier bekam ich folgende Antwort: Hallo Tranx, Guten Abend, cirka alle 30 Jahre verdoppelt sich die Weltbevölkerung. An so könnte ausschauen: 2012: ca. 7,2 Milliarden Menschen - 1,8% Kakao fehlt 2030: ca. 15 Milliarden Menschen - 3,6% Kakao fehlt 2060: ca. 30 Milliarden Menschen - 7,2% Kakao fehlt 2090: ca. 60 Milliarden Menschen - 14,4 % Kakao fehlt 2120: ca. 120 Milliarden Menschen - 28,8 % Kakao fehlt 2150: ca. 240 Milliarden Menschen - 57,6% Kakao fehlt 2180: ca. 500 Milliarden Menschen - 115,2 % Kakao fehlt 2210: ca. 1 Billion Menschen - 230,4 % Kakao fehlt --- Ich möchte dazu, weil das Antworten nicht klappt, hier antworten: 1. Eine derartige Fortschreibung der Steigerung der Weltbevölkerung in den nächsten 200 Jahren würde ganz andere Probleme erzeugen, als nur fehlende Schokolade. Und sie ist auch unsinnig, wie alle biologischen Prozesse beweisen, die anfangs exponentiell ablaufen, und ab einem gewissen Grade abflachen bis zum Stillstand. 2. Mehr als 100% geht garnicht. Es gibt max. 100% zuwenig. Das nur zur Info. Ich habe denjenigen absichtlich anonym gehalten.
  • Fine
    Sonntag, 16.12.2012, 16:05 Uhr
    @nachdenklich1 "Zweitens können dann vielleicht die Bauern dort unten vernünftig davon Leben wenn sie Schokobäume anbauen und die Frucht ernten." ich bezweifle dass der höhere preis den bauern zugute kommen wird.
  • Rennsemmel1
    Sonntag, 16.12.2012, 14:43 Uhr
    tartufo Da würde ja schon das nicht essen der Nikoläuse, helfen !
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