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09.06.2012, 08:30 Uhr

Maximo Park - The National Health

Irgendwas musste sich ändern. Man sei ein wenig müde gewesen, nach der Tour zum dritten Album "Quicken The Heart", brauchte eine kleine Auszeit von der Band. Dann, so erzählt Frontmann Paul Smith im Interview, hatten er und seine Jungs aber die zündende Idee: "Bauen wir unseren 13 neuen Songs ein politisches Korsett, in dem wir unserem neuen Album einen politischen Titel geben". Wobei: Bei Maximo Park ging es noch nie immer nur ausschließlich um Romantik und die Liebe. Auf dem neuen Album "The National Health" soll man das nun deutlich hören. Aber ändert sich der (Grund-)Ton wirklich?

VonFabian Soethof

Am Rande der Stagnation standen Paul Smith, Duncan Lloyd, Lukas Wooller, Archis Tiku und Tom English schon vor drei Jahren. "Quicken The Heart" baute auf den beiden ersten Hitalben "A Certain Trigger" und "Our Earthly Pleasures" auf - und scheiterte an der eigenen Messlatte. Maximo Parks Talent, Indie-Rock-Songs eine Dringlichkeit zu verpassen, die sie von all den Post-Punk-Nachahmern unterschied, schien ausgeschöpft, die eigene Marke mit Hits "Our Velocity" und "Books From Boxes" ausreichend gesetzt. Auf ein neues Album dieser einstigen Ausputzer des Indie-Rocks hatten wohl nicht mehr viele wirklich gewartet. Und das ist der einzige Vorteil, den Maximo Park auf der Gil-Norton-Produktion "The National Health" noch haben.

Das Album fängt an, wie man es nicht erwartet: Mit einem dunklen Pianointro namens "When I Was Wild", auf das nach einer Minute und zwei Sekunden der Titelsong hereinbricht. "The National Health" ist einer der straightesten Rocksongs, die Maximo Park je aufgenommen haben; ihr bester ist es nicht. Ähnliches muss man auch von den für Bandverhältnisse recht heterogenen folgenden Stücken sagen. "Hips And Lips" bemüht sich um Körperlichkeit, wie es vor drei Jahren schon "Let's Get Clinical" tat, in "Banlieue" malt Paul Smith die bedrohliche Kulisse einer Bikergang, die wie Tiere ihre Opfer umkreist. Die aktuelle Single "Write This Down" klingt hingegen wie eine verspätete Warnung an sich selbst, nicht des Bleibens wegen zu bleiben. Leider hat sich bis dahin und über die gesamten 40 Minuten schon eine angenehme Gefälligkeit eingestellt, die die nicht vorhandenen hohen Erwartungen an ein weiteres Maximo-Park-Album zu bestätigen scheinen.

Auch Paul Smith weiß, dass die dreijährige Bandpause davor nötig war. Dieses Album hier wollten Maximo Park aber machen. Und Smith selbst, dieses Hut tragende Duracellhäschen des Indie-Rocks, findet laut eigener Aussage immer noch jeden Abend einen guten Grund, auf die Bühne zu gehen und alles zu geben. Und so viel muss man ihm und seinen Jungs mindestens zu Gute halten: Die Leidenschaft für das eigene Tun, für das größer gefasste soziale Umfeld hört man "The National Health" in jeder Sekunde an. Auch wenn sich sonst nicht viel ändert.

Maximo Park auf Deutschland-Tournee:

24.06., Frankfurt, Lüften Festival
20.07., Karlsruhe, Das Fest
21.07., Schloß Holte-Stukenbrock, Serengeti
28.07., Großefehn, Omas Teich Festival
10.08., Hamburg, Dockville Festival
08.09., München, Energy In The Park
16.10., Erlangen, E-Werk
19.10., Berlin, Astra
20.10., Leipzig, Werk 2
21.10., Hamburg, Große Freiheit 36
23.10., Frankfurt, Gibson
27.10., Köln, Live Music Hall

Bewertung: akzeptabel

Maximo Park

Titel: "The National Health"
Label: Vertigo
Vertrieb: Universal
Erscheinungstermin: 08.06.2012
EAN-Code: 0602537046386

© teleschau - der mediendienst GmbH

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