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21.04.2012, 08:26 Uhr

Parov Stelar - The Princess

Parov Stelar hängt so ein bisschen zwischendrin: Ist er Trip-Hop-Epigone oder Elektro-Swing-Pionier? Ist das noch Nu-Jazz oder schon Downbeat? Und wen interessiert das eigentlich? Stelar ganz bestimmt nicht. Der Österreicher hat sich in seiner musikalischen Ecke zwischen Beats und Blechbläsern, Retrosounds und Elektro-Elementen ganz gemütlich eingegroovt - vielleicht sogar etwas zu gemütlich. Aber immerhin ist das Doppelalbum "The Princess" schon sein neunter Langspieler. Wer will ihm verübeln, dass sich da ein wenig Routine einschleicht?

VonSabine Metzger

Für Abwechslung sorgen - zumindest im ersten Teil des Albums - vor allem die geladenen Sängerinnen Cleo Panther, die auch regelmäßig mit Stelars Band auf Tour zu sehen ist, und Lilja Bloom. Panther verpasst dem schwungvollen "Nobody's Fool" eine ordentliche Portion Soul, Blooms etwas glattere Stimme klingt klagend zwischen den dramatischen Streichern in "With You" und sympathisch-nölig bei "Dust in the Summer Rain".

Abgesehen von diesen Akzenten ist im ersten Teil vor allem der Opener "Milla's Dream" auffällig, der mit getragenen Klavierklängen, dezent angeschmalzten Streichern und smoothen Samples schön in Richtung Portishead stolpert. Die melancholische Stimmung löst sich aber mit "All Night" gleich wieder auf; hier gibt Stelar mit Klavierstakkato, nervösen Bläsern und feinen Beats schon mal einen Vorgeschmack auf den zweiten Teil des Doppelalbums. Die restlichen Songs des ersten Teils, inklusive des Titeltracks, ruhen sich allerdings allzu oft auf dem gemütlichen Lounge-Bett aus, mit dem Stelar sie ausgerüstet hat, und plätschern etwas belanglos dahin. Klavier, Streicher, ein paar coole Samples - die gleichen Zutaten richtet er immer und immer wieder unterschiedlich an, ohne dass dabei zwingend etwas Neues entsteht.

Das ist auch im zweiten Teil nicht anders, fällt aber weit weniger negativ auf. Schließlich gibt es hier nur ein Ziel: die Tanzfläche. Und das erreichen die Songs verlässlich dank knackiger Beats, wohlkalkulierten Bläsereinsätzen und einer kleinen Prise Ironie. Auch der zweite Auftritt von Stelars Live-Gespielin Cleo Panther in "Sally's Dance" macht trotz aller Manieriertheit nichts als Laune, weil sie sich perfekt auf seinen Sound einpendelt. Manchmal zahlt sich Routine eben aus.

Bewertung: überzeugend

Parov Stelar

Titel: "The Princess"
Label: Daily
Vertrieb: Soulfood
Erscheinungstermin: 20.04.2012
EAN-Code: 0808699120012

© teleschau - der mediendienst GmbH

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