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24.05.2012, 13:36 Uhr

Jan Delay: Hamburg vertreibt seine Künstler

Hamburg (dpa) - Musiker Jan Delay (35) hat die Kulturpolitik seiner Heimatstadt Hamburg scharf kritisiert.

"Die Stadt, die sich Kulturhauptstadt schimpft, tut seit 15 Jahren alles dafür, dass jeder Künstler abhauen muss, weil er seine Kunst nicht mehr ausüben kann", sagte er im Interview mit dem Magazin "Prinz". "Alles ist zu teuer, und der ganze Lebensraum, alle Clubs, alle Freigeistbetriebe, werden dichtgemacht", meinte Delay, der am Samstag auf der Party zum Eurovision Song Contest (ESC) auf der Reeperbahn auftritt.

Dabei liegt dem Hamburger gerade die Hansestadt am Herzen. Er liebe sie dafür, dass sie "derbe Wurzeln hat, sehr eigen und offen ist und mich in allem, was ich bin, geprägt hat". Delay: "Berlin zum Beispiel halte ich nicht aus, das ist mir viel zu groß." Die Hauptstadt habe überhaupt keine Wurzeln mehr. "Da höre ich jede Sprache der Welt, nur keine Berliner Schnauze mehr. Alles, was dort passiert, schaffen Leute von außerhalb", sagte er.

Delay ("Wir Kinder vom Bahnhof Soul") ist vor allem stolz darauf, dass seine Fans "so coole Leute" sind. "Früher hatte ich Angst: Wenn so viele Leute zusammenkommen, dann müssen ja viele Spacken dabei sein. Wie zu "Liebeslied"-Zeiten bei den Beginnern mit den ganzen verstrahlten Teenies", sagte der Sänger, der mit der Hip-Hop-Gruppe Absolute Beginner bekanntgeworden war.

Alle News vom: 24. Mai 2012 Zur Übersicht: Unterhaltung

12 Meinungen zu "Hamburg vertreibt die Künstler"

  • Vaethischistin
    Dienstag, 29.05.2012, 11:04 Uhr
    @Jerry1975: naja, man kann sich seine Fans nunmal nicht aussuchen. Mag sein, dass die verstrahlten Teenies von früher eine Menge Geld in die Taschen des Labels erwirtschaftet haben, Zielgruppe waren sie jedoch nie. Die Beginner waren eine Band, die das Prädikat "real" wirklich verdient hat. Hinter dem Format steckte kein Kohle-Scheffeln, sondern Musik zu machen die ihre damalige Weltanschauung und Meinung nach Außen vertreten hat. Sowas gab es nicht - den Sound, den sie mochten und machten gab es damals SO bis dato nicht. Deswegen gingen sie mit ihren Texten in's Rampenlicht und an die Öffentlichkeit. Dass dann zur Jahrtausendwende ne Menge Teenies drauf abgefahren und auf den Zug aufgesprungen sind, die überhaupt nicht das erwünschte Publikum darstellten - mei. Hättest Du das Geld aus den CD Verkäufen abgelehnt, weil es nicht von der favorisierten Zielgruppe eingebracht wurde...? Eher nicht. Hat eh fast alles Universal eingesackt, davon haben die Künstler wahrscheinlich nur nen Bruchteil gesehen.
  • Darkthrone
    Montag, 28.05.2012, 09:06 Uhr
    Jerry1975 ich komme weder aus der region, noch mag ich j. delay. was wäre denn kunst für dich? ich würde meinen, die mischung macht's.
  • Holzauge
    Sonntag, 27.05.2012, 08:53 Uhr
    Hamburch = Horrende Mieten Steuerbetrug und Bau des Pfeffersackbunkers Philharmonie für 1 Milliarde am Ende... Schickimicki Fassade und Reeperbahn Schmuddel... Und am schlimmsten ...das ewige Grau in Grau....amHimmel und in den Köpfen.... Nach 20 Jahren hatte ich die Nase voll ,,,,Good Bye du altes Wrack in neuen grellen Farben...
  • Jerry1975
    Sonntag, 27.05.2012, 08:07 Uhr
    Vor allem, was hat Jan Delay mit "Kunst" zu tun ??? - Wenn der sich ne rote Nase aufsetzt, denkt jeder, der ist bei Roncalli ausgebrochen ... also eher einer, für die Kategorie "Artistik" ... noch erfolgreicher als "Akrobat" wäre er sicherlich als Werbeikone für Nasenspray! ;-)
  • Jerry1975
    Sonntag, 27.05.2012, 08:02 Uhr
    Was für ein arroganter Fatzke ... immerhin haben ihm die ganzen "verstrahlten Teenys" eine Menge Kohle eingebracht! - Schon vergessen .. ?!
  • Fatima
    Samstag, 26.05.2012, 10:23 Uhr
    Die Betten oder besserergesagten Flohmatten für den Gast nach den Aufführungen hatte zuerst die Besucher verschreckt. Da kommt niemand öfters zu Auftritten - einmal hat gereicht die Lust an Konzerten ein für allemal zu dämpfen. Ohne Publikum kein Erfolg. Fazit: Wie man sich bettet, so lebt man oder sucht sich ne bessere Bühne, mit Kultur in der Bettenlandschaft.
  • Anakaleaka
    Freitag, 25.05.2012, 13:03 Uhr
    Mein Problem mit Hamburg war immer, dass die Stadt und viele ihre Bürger sich selbst so liebt, dass jede Kritik sofort unterbunden wird. Der Hamburger hält seine Stadt für die schönste des Planeten. Kein Wunder also, dass alles perfekt ist. Dass in Hamburg bei einer an sich gut durchmischten Bevölkerungsstruktur vor allem das Geld regiert, ist nicht neu. Entsprechend müssen Philharmonie und Opernhaus an erster Stelle stehen. Über deren Qualität reden wir aber nicht, weil ja schliesslich alles bestens ist an der Alster.
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