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11.02.2013, 10:42 Uhr

Tod einer Diva: Vor einem Jahr starb Whitney Houston

New York (dpa) - Die Story wirkte wie ausgedacht: Kleines schwarzes Mädchen aus New Yorker Vorstadt singt in der Kirche, wird zum Superstar und stürzt wieder ab. Vor einem Jahr (11. Februar) starb Whitney Houston - und ein Teil der Geschichte ging erst los.

Die Diva lag mit dem Gesicht nach unten im heißen Badewasser. Stunden zuvor war noch von einem Comeback und ihrem neuen Film gesprochen worden, jetzt war die Sängerin und Schauspielerin, die einstige Queen of Pop, tot. Und noch während die Leiche im Hotelzimmer in Beverly Hills lag, setzte wie bei Michael Jackson drei Jahre zuvor die völlige Vermarktung ein.

Whitney war Gänsehaut. Wenn sie sang, ins Mikrofon seufzte oder einfach nur die Liedzeilen hauchte, konnten ganze Stadien in Stille erstarren. Wenn sie losrockte, ob mit Pop-, Blues- oder Gospel-Songs, kochten ganze Hallen. Und wenn sie mit ihren großen Augen von der Leinwand blickte, gerieten Millionen Kinozuschauer ins Träumen. Queen of Pop? Eigentlich war sie die Göttin des Pop.

Whitney Houston

Mutter der Sängerin veröffentlicht ein Buch über ihre Tochter. >

Obwohl Houston in den letzten Jahren mehr mit Alkohol und Drogen als mit Musik und Filmen Schlagzeilen gemacht hatte, war die Nachricht von ihrem Tod im Alter von 48 Jahren ein Schock. Freunde beschrieben, dass die Künstlerin noch kurz zuvor munter und fröhlich mit ihrer Tochter im Hotel-Pool gebadet habe. Weniger später war sie tot.

Ja, Houston hatte eine Herzerkrankung. Aber es wurde auch Kokain im Blut gefunden. Neben der Leiche lagen Pillenfläschchen und auf einem Spiegel ein weißes Pulver. Das Wasser in ihrer Wanne war so heiß, dass sie Verbrühungen an ihrem Körper hatte. Sie lag vermutlich eine Stunde tot im Wasser. Todesursache: ertrunken, "die Folge einer Herzerkrankung mit Arterienverkalkung und von Kokainkonsum".

"Ich bin tieftraurig über den Tod meiner Ex-Frau", ließ Soulsänger Bobby Brown verlauten. "Ich bitte zu diesem Zeitpunkt um Ruhe, insbesondere für meine Tochter Bobbi Kristina." Gleich nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter war die 18-Jährige zweimal im Krankenhaus, einmal wegen "Stress und Erschöpfung", das zweite Mal, weil sie "hysterisch, erschöpft und nicht zu trösten" gewesen sei.

Die Trauerfeier war nicht so pompös wie die für Michael Jackson, dessen ebenso von Höhen und Tiefen geprägtes Leben nur ein paar Meilen entfernt geendet hatte. Aber Kevin Costner, ihr Partner aus "Bodyguard", war da und sagte: "Jetzt ist eine junge Frau im Himmel, die Gott staunen lässt, wie er so etwas Perfektes erschaffen konnte."

Der Übergang vom Gedenken zur Vermarktung war fließend. Einen Monat nach dem Tod gab die ganze Familie Oprah Winfrey ein Interview - und bescherte dem Fernsehkanal der Talkqueen die höchste Quote seiner Geschichte, noch deutlich vor dem kürzlichen Lance-Armstrong-Interview. Im Herbst startete eine Dokusoap, die von der "Los Angeles Times" als "aufdringlich und unbehaglich" bezeichnet wurde. Immerhin gut eine Millionen Menschen sind dabei, wenn die Houstons beten, streiten oder zum nächsten Interview eilen.

Die Familie macht weiter Schlagzeilen: Bobbi Kristina verkündete, mit Nick Gordon verlobt zu sein - mit dem Jungen war sie zusammen aufgewachsen, angeblich wurde er von ihrer Mutter Whitney adoptiert. Papa Bobby Brown (43) wurde von der Polizei wegen Alkohols am Steuer aus einem Auto geholt. Einen Monat später sorgte wieder Tochter "Bobbi Kris" für Schlagzeilen, als sie einen Autounfall baute.

"Sie kommt nicht gut damit klar", sagte ihre Großmutter Cissy Houston im Januar. Sie sorge sich, dass ihre Enkelin den Druck nicht aushalte und den selben Weg wie ihre Tochter gehe. "Ich will das nicht herbeireden. Ich will einfach tun, was ich tun kann, damit es ihr nicht so ergeht."

Pünktlich zum ersten Todestag hat Cissy Houston ein Buch herausgebracht über ihre Tochter und deren wildes Drogen-Leben ("Remembering Whitney"). Das stößt bei ihrer Enkelin auf wenig Gegenliebe: Sie finde das Buch "respektlos" und werde es nicht lesen, twitterte die inzwischen 19-jährige Bobbi Kristina.

Alle News vom: 11. Februar 2013 Zur Übersicht: Unterhaltung

6 Meinungen zu "Das tragische Ende einer Diva"

  • RockSolid24
    Montag, 18.02.2013, 17:51 Uhr
    Nippy80 .....ALLE großen Künstler haben eine sensible Seele!....... - - - - - - - - - Stimmt voll und ganz. Aber nicht ALLE großen Künstler sind heavy Addicts. Whitney war eine, und hat sich damit umgebracht. Wenn jemand ein seelisches Problem hat, das "unlösbar" scheint, kann man dies auf verschiedene Weisen lösen. Die schlechteste Lösung sind Drogen.
  • Nippy80
    Montag, 18.02.2013, 12:44 Uhr
    Was niemand zu verstehen scheint: ALLE großen Künstler haben eine sensible Seele! Sie werden mit den Abgründen des Lebens nicht fertig und können das eigene Altern nicht ertragen! Das ist ebenso tragisch wie die Tatsache, wenn sie denn stimmt, dass Whitney ihre eigentliche Liebe, jene zu Robin Wright, im prüden Amerika nicht leben durfte! Whitney war ein Ausnahmetalent ! Gnade und Fluch zugleich! Friede ihrere Seele!(Ein Fan seit ihrem ersten Auftritt im deutschen TV, 19??)
  • RockSolid24
    Montag, 18.02.2013, 12:10 Uhr
    Dass Drogen Leben verkürzen, ist hier wieder offensichtlich. Die Sucht treibt einen schnurstracks in den Tod. Egal wie reich, talentiert oder intelligent man ist.
  • dowhileasking
    Mittwoch, 13.02.2013, 16:15 Uhr
    Die gesamte Schuld ihrer schier endlosen Qual liegt allein bei Bobby Brown. Allein er ist für ihren Absturz voll und ganz verantwortlich. WH hat max. zu verantworten, dass sie auf diesen Looser hereingefallen ist.
  • hoppeldihopp
    Dienstag, 12.02.2013, 16:11 Uhr
    Sie war so schön und eine er besten Sängerinnen, die es jemals gab, aber leider so labil. Es ist alles sehr schade!
  • Brechmich
    Dienstag, 12.02.2013, 08:00 Uhr
    Sie war eine sehr gute Sängerin und Schauspielerin. Frag mich, ob der Preis nicht manchmal zu Hoch ist für Ruhm und Karriere. Es sind sehr viele, die mit Alk und Drogen abstürzen.
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