Ganz präzise blickt sie nun in eine Familie, die nach einem Schicksalsschlag zerbricht. Intensive Momente, souverän und ohne Pathos inszeniert. "Im Winter ein Jahr" (2008), dem Drama, das sie nun auf DVD vorlegt, erzählt vom Umgang mit der Trauer.
Sie tritt gegen das rostige Gartentor, Geduld ist nicht ihre Stärke. Und überhaupt weiß Lili (Karoline Herfurth) nicht, was sie bei diesem Maler soll.
Er porträtiert nach dem Willen ihrer Mutter (Corinna Harfouch) die beiden Kinder der Familie. Doch eines der beiden ist tot. Warum sie sich den toten Sohn als Deko an die Wand hängen möchte, kann Lili nicht nachvollziehen.
Zwar soll "Im Winter ein Jahr" auch die Mutter und den Vater, ihre gescheiterte Ehe sowie den Maler Max (Josef Bierbichler) charakterisieren. Doch in erster Linie wandelt sich hier Herfurth vom Vamp zum traurigen Kind zum störrischen Teenager und schließlich zu einem Mädchen, das sich selbst einen Schritt näher kommt.
Caroline Link lässt sich Zeit mit ihrem Film. Mit großer Geduld entwickelt sie ihre Figuren. Erlebnisse und Rückschläge fädelt die Regisseurin wie auf eine Perlenkette und schafft so den wohl berührendsten Familienfilm der vergangenen Jahre.
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