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04.02.2013, 16:27 Uhr

Nach Matula - Claus Theo Gärtner hat noch viel vor

Basel (dpa) - Er hat Fernsehgeschichte geschrieben. Als Matula wurde Claus Theo Gärtner (69) mit der Serie "Ein Fall für zwei" zum berühmtesten Bildschirm-Detektiv Deutschlands. Am 29. März zeigt das ZDF die 300. und letzte Folge nach fast 32 Jahren. "Irgendwann musste mal Schluss sein, schließlich habe ich noch sehr viel anderes vor", sagt Gärtner im dpa-Interview in Basel. Die Schweizer Kulturmetropole am Rheinknie ist für ihn zu einer zweiten Heimatstadt geworden, vor allem der Liebe wegen.

Die letzte Folge von "Ein Fall für zwei" war kaum abgedreht, da begannen Sie die neue Freiheit mit Abenteuerreisen im eigenen Wohn-Lkw zu genießen. Wo waren Sie zuletzt unterwegs?

Gärtner: Meine Frau Sarah und ich sind gerade zurück von einer zwei Monate langen Tour durch Nordafrika. Marokko, Algerien, Mauretanien und Mali. Das hat echt Spaß gemacht.

Algerien, Mali? Haben die Konflikte in der Region Sie nicht abgeschreckt?

Naja, wir sind nur so ein bisschen im äußersten Norden von Mali in Grenznähe langgeschrappt. Da haben wir nichts von dem Konflikt mitbekommen. Einmal allerdings kam ein Konvoi direkt auf uns zu, Militär. Da habe ich gedacht "Oh, was ist denn jetzt los, was wollen die denn?". Aber die wollten nur Luft aus unserem Kompressor für einen Reifen.

Woher kommt diese Fernreiselust?

"Ein Fall für zwei" geht in die letzte Runde

Werden Sie die Krimi-Serie vermissen?

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Abenteuerlustig bin ich schon mein ganzes Leben. Ich war ja auch schon in drei Vierteln der Welt, von Australien bis Kanada. Ich hatte auch mal ein Schiff in Holland liegen. Diesmal bin ich aber mit einem Allrad-Fahrzeug unterwegs, damit man nicht immer nur bis zum Campingplatz kommt, das reizt mich nämlich nicht so sehr.

Da passt das wirkliche Leben zur Rolle: Bei Matula, diesem hemdsärmligen, ehrlich-rauen Kumpel, kann man sich Truckfahren in der Wildnis auch als Hobbys vorstellen. Wie viel von Ihnen steckt in Matula?

Wenn er es nicht von mir hat, von wem soll er es sonst haben? Da war am Anfang ein Blatt Papier: Ein Polizist wird Detektiv. Viel mehr war da nicht, und eine Story. Die Figur Matula ist dann erst richtig entstanden, natürlich auch durch die Zusammenarbeit mit vielen anderen.

Nicht wenige Männer möchten wie Matula sein, wohl auch, weil der Typ eine gewisse Ausstrahlung auf Frauen hat. Das gilt wohl auch für den Matula-Darsteller. Wie gehen Sie damit um?

(nach einer Pause) Also, ich habe eine wunderbare Frau. Punkt.

Ein deutscher Promi in der Schweiz - da gibt es daheim gelegentlich Stirnrunzeln. Haben Sie auch ein Konto in der Schweiz?

Natürlich, ich muss hier doch zum Beispiel Telefon und Miete zahlen. Aber mein Hauptwohnsitz ist in Deutschland, dort zahle ich auch meine Steuern. Meine Frau, die in der Schweiz Theater macht, und ich pendeln, wie es beruflich immer gerade passt, zwischen Basel und Berlin.

Sehen Sie sich immer noch Krimis im Fernsehen an?

Ja, wenn ich Zeit dazu habe, schaue ich schon mal, was die Mitbewerber so machen.

Und wie finden Sie deren Arbeit?

Es gibt tolle Sachen und nicht so gelungene. Auch bei uns war nicht jeder Film super. Von zehn sind meist fünf gut, drei gehen so und zwei rasseln durch.

Das Mattscheibenfinale für Matula naht, Ende nach 300 Folgen - kommt da nicht Wehmut auf?

Nein, überhaupt nicht. Ich wollte längst mal wieder etwas anderes machen. 300 Folgen, mehr als 30 Jahre - das reicht. Es gab viele schöne Sachen, die ich nicht machen konnte. Bei zehn Folgen im Jahr blieb kaum Platz für etwas anderes. Also habe ich schließlich vor zwei Jahren erklärt: "Nach der 300. Folge ist Schluss.""

Verraten Sie uns, was aus Matula wird?

Darf ich nicht, aber das bleibt auch ziemlich offen.

Es hieß immer: Ohne Matula mit seiner Lederjacke und dem alten Alfa ist kein weiterer "Fall für zwei" denkbar. Paul Frielinghaus, ihr Serienpartner als Anwalt Dr. Lessing, hatte auch seinen Ausstieg erklärt. Nun wird aber gemunkelt, es könne doch noch weitergehen ...

Es gab wohl schon Castings für eine mögliche Nachfolgeserie. Für das Produktionsteam - das sind immerhin 50 Leute - hätte ich sehr gern, dass die Serie weitergeht, eben mit anderen Schauspielern, damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wiesbaden ist ja nicht gerade die Filmmetropole, wo man leicht von Job zu Job wechseln kann.

Also wird es doch einen Nachfolger für Matula geben?

Wenn, dann wird er wohl nicht so heißen. Aber wie auch immer - ich werde künftig etwas anderes machen.

Und was, abgesehen von abenteuerlichen Reisen?

Ich möchte wieder Theater spielen. Ich habe ein paar Stücke auf dem Schreibtisch, aber da ist noch nicht das dabei, was ich mir so vorstelle. Und irgendwann möchte ich auch wieder ein paar schöne Filme machen. Wenn es geht irgendwo weit weg. Das war ja immer so: Während ich "Ein Fall für zwei" drehte, drehten meine Kollegen in Asien, Amerika oder so und ich drehte immer Kaufhaus Frankfurt, Disco Frankfurt und so weiter.

Alle News vom: 4. Februar 2013 Zur Übersicht: TV

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