Harald Schmidt: "Castingshows nicht mein Genre"
Vielleicht der vorerst letzte Auftritt im Free-TV. Denn vom 4. September an müssen Fans von "Dirty Harry" zahlen, um ihn zu sehen. Dann startet seine Late Night Show beim Abonnentensender Sky Hits. Ein Gespräch über den Fernseh-Himmel, Thomas Gottschalk und die Gesetze der Marktwirtschaft.
Ist Sky für Sie denn nun wirklich der "Himmel auf Erden"?
Schmidt: "Der Himmel auf Erden, wie ich das spontan formuliert habe, da hat sich auch nichts seit dieser spontanen Äußerung geändert."
Haben Sie nicht Sorge, in einer Nische zu versauern?
Schmidt: "Ich bin wieder mal der Erste, der weiß, wo die Zukunft spielt. Wenn in 10, 20 Jahre alle Kollegen sagen: 'Können wir da auch mitmachen?' Da werde ich sagen: 'Ich muss gucken, ob in meinen Kanälen noch ein Plätzchen für euch ist.' Konservativ sein heißt, an der Spitze des Fortschritts marschieren."
Thomas Gottschalk ist bald Juror beim "Supertalent" auf RTL. Wurden Sie auch gefragt?
Schmidt: "Für meinen Freund Thommy ist das eine fantastische Entscheidung. Ich wurde nicht gefragt. Das ist auch nichts für mich. Ich bin so mit Late Night beschäftigt. Castingshows sind nicht mein Genre."
Würden Sie nicht mal gern neben Dieter Bohlen in der Jury sitzen?
Schmidt: "Ich würde gern bei jeder Gelegenheit neben Dieter Bohlen sitzen. Aber das Format, bei dem jetzt Thommy sein Assistent wird, ist so fantastisch, das würde ich nicht anrühren. Da ist für mich kein Platz."
Sind sie 34 Euro im Monat wert?
Schmidt: Kostet das Abo 34 Euro? Nun: Das wird der Markt entscheiden.
Was verändert sich an der "Harald-Schmidt-Show" bei Sky?
Schmidt: "Die Veränderung entsteht ja zwangsläufig, weil wir immer neue Inhalte haben. Wenn wir heute Sendung hätten: Durchsuchung bei Sarkozy, in Italien 93 Millionen Euro irgendwohin verschwunden, Matthias Sammer Sportvorstand bei den Bayern. Aber es wird dasselbe Bühnenbild, dasselbe Studio sein. Die Zuschauer, die sich die Show im Studio angucken, können auf denselben Parkplatz fahren. Die Show wird "Harald-Schmidt-Show" heißen. Es bleibt alles, wie es seit 17 Jahren ist."
Aber zuletzt sind Ihre Quoten bei Sat.1 eingebrochen. Warum belassen Sie alles beim Alten?
Schmidt: "Weil es fantastisch ist und es nichts Besseres gibt. Die bei Sat.1 wollten es nicht mehr haben, das ist ja legitim. Ich sage das für alle, die sich sonst nicht für Politik interessieren: Wir haben Marktwirtschaft. Und jeder Kunde kann irgendwann sagen: 'Geiles Produkt, aber ich möchte es nicht mehr haben oder ich kann es mir nicht mehr leisten.'"
Warum aber der Wechsel ins Pay-TV?
Schmidt: "Ich bin einer, der nichts anderes machen möchte als Late Night. Und ein Sender, der mir die Gelegenheit bietet, eine Late-Night-Show zu machen, der macht mich glücklich."
Interview: Henning Otte, dpa
15 Meinungen zu ""Da ist für mich kein Platz""
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curlycat
Samstag, 14.07.2012, 12:53 Uhr Ob er bei Sky erfolgreich sein wird, werden die Zuschauerqouten zeigen, ich bin nicht davon überzeugt, außerdem will er sein Konzept beibehalten, von dem er sehr überheblich behauptet, es sei fantastisch und es gäbe kein besseres Format. Früher war ich ein uneingeschränkter Fan von Harald Schmidt, seine Art von Humor und der gewisse Zynismus gefielen mir. Leider sind dieser Humor und der Zynismus einer Art Altmännerbösartigkeit zum Opfer gefallen. Dass SAT1 ihn nicht mehr wollte, stimmt nicht so ganz, es waren die Einschaltquoten, die ihm das Genick gebrochen haben und seine Halsstarrigkeit mit der er sich an sein altes Konzept geklammert hat. -
delta1
Freitag, 06.07.2012, 15:14 Uhr Ich finde Harald als einen der Besten in dem Genre. Nur darf er selbst nicht müde werden was mir zwischenzeitig mal auf SAT 1 aufgefallen ist. Wenn er sich so hält wie in den letzten Sendungen, dann freu ich mich für ihn. Nur ein Abo um 34 Euro im Monat, das werde ich nicht ausgeben- leider. Alles Gute lieber "Arald". -
Puffy309
Freitag, 06.07.2012, 14:47 Uhr Was soll Dirty Harry in einer Casting- Showse? Die dummen Kiddie´s würden doch die Kritik gar nicht verstehen... Viel Glüch Harry.... -
Beobachter2010
Freitag, 06.07.2012, 10:10 Uhr Aber Hallo, Wie es Schmidt immer wieder gelingt, irgendwelchen Sendern Geld aus der Nase zu ziehen für einen Mist, den er schon mehr als 20 Jahre vorsetzt ist mehr als bewundernswert. Er macht sich auf a l l e r Kosten lustig, ist zynisch, beleidigend, unverschämt, dreist, kurz unmöglich. Genau das ist es was ein bestimmtes Klientel sehen will, schmierige und schlüpfrige Unterhaltung auf Kosten anderer. So wie dieser Part der Zuschauer überall ist frech, zum Kotzen, unverschämt, Ellbogen raus so wie rot oder grün es am liebsten hat. Immer gegen alles sein, Hauptsache, die Kasse stimmt und das tut sie. Dabei kann er Vieles, nur... das will keiner sehen. Weiter so Harry. -
Seelenfaenger13
Donnerstag, 05.07.2012, 14:42 Uhr Das einzig gute am deutschen Fernsehprogramm ist wenn man keines mehr besitzt. Ich lebe seit 5 Jahren ohne Fernsehprogramme denn der Müll ist es nicht mehr Wert Lebenszeit zu investieren geschweige denn dafür GEZ Gebühren zu bezahlen.Durch meine GEZ Ersparnisse konnte ich mir letztes Jahr einen Norwegen Trip leisten und das kann mir kein Fernsehprogramm ersetzten.... -
dieGerechte03
Donnerstag, 05.07.2012, 14:25 Uhr Harald Schmidt hat sich selber überholt - er ist satt und egozentrisch. Sein vermeintlicher Zynismus ist nichts anderes als billige Effekthascherei, auf die Menschen ab einem gewissen IQ nicht mehr reinfallen. Müde alte TV-Männer, deren Lieblingsbeschäftigung es ist, sich selbst zu feiern, sollen ruhig zu einem Bezahlsender gehen. -
Holjer
Donnerstag, 05.07.2012, 14:03 Uhr Und dann gibts auch noch die, die zu blöd sind um das lustig zu finden und sich stattdessen über Mario Barth und Konsorten wegschmeißen könnten. Jedem das Seine halt. Leider überwiegt der dumme, flache Humor immer mehr.
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