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05.06.2012, 13:06 Uhr

"Gottschalk Live" geht zu Ende

Berlin (dpa) - Als Retter wurde er empfangen, wie ein begossener Pudel schleicht er sich jetzt davon: Thomas Gottschalk, am 18. Mai 62 Jahre alt geworden, war der große Hoffnungsträger des ARD-Vorabendprogramms.

Seine Mission jedoch, den sogenannten Timeslot zwischen 19 und 20 Uhr mit der Show "Gottschalk Live" aus dem Quotentief herauszuholen, ist gescheitert. Und mehr als das: Das Publikumsinteresse sank noch weiter. Zuletzt pendelten die Einschaltzahlen zwischen 500.000 und 700.000 Zuschauern.

Jetzt ist nun endgültig Schluss: An diesem Mittwoch (19.20 Uhr) schon wird der Blondschopf nach gut vier Monaten seine letzte Ausgabe im "Ersten" moderieren - das ist sogar noch ein Tag früher als ursprünglich angekündigt, denn am Donnerstag läuft auf dem bisherigen Gottschalk-Sendeplatz bereits eine Sondersendung zur bevorstehenden Fußball-EM.

Eine trübe Katerstimmung hat die kurze Euphorie abgelöst, die nach Gottschalks Start am 23. Januar noch herrschte, als sich sage und schreibe 4,34 Millionen Neugierige vor den Bildschirmen tummelten. Aber gleich danach brach die Quote ein. Den vertraglich festgeschriebenen Durchschnitt von zehn Prozent Marktanteil unterbot Gottschalk mit zuletzt drei bis vier Prozent deutlich.

Über die Gründe ist viel spekuliert worden. Gottschalk hat bei seinen öffentlichen Äußerungen durchblicken lassen, dass er nicht alleine Herr der Entscheidungen war. Ihm seien Leute als Gäste vorgesetzt worden, die er nicht gewollt habe, klagte er bei einem Auftritt vor Berliner Studenten. "Unterschätzt habe er auch die technischen Schwierigkeiten und diejenigen gestalterischer Art. "Die Alternative wäre gewesen, so lange zu senden, bis es gefällt", sagte Gottschalk, der auch die Konkurrenzprogramme wie die quotenstarken ZDF-Krimis für eines der Probleme hält.

"Ich finde es schade, dass "Gottschalk Live" beim Publikum nicht den Zuspruch gefunden hat, den wir diesem Format alle gewünscht haben", sagte die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel nach dem Intendantenbeschluss im April, die Sendung zu beenden. "Seine Popularität ist, denke ich, ungebrochen", sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres später in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Bei seinem Vorabend-Experiment ist einfach zu Vieles schief gelaufen, wurde zu sehr on-air ausprobiert."

Ob Gottschalk, der mit der ARD einen Drei-Jahres-Vertrag geschlossen hatte, dem "Ersten" für weitere Aufgaben zur Verfügung steht, bleibt offen. Denkbar sind nach wie vor Abendshows. Doch ob es zu solchen Engagements kommt, ist ungewiss, denn die Beziehungen zwischen dem Show-Zampano und Herres sollen angespannt sein. Und wie verfährt die ARD am Vorabend zwischen Montag und Donnerstag nach dem Ende Gottschalks weiter? Wenn die Fußball-EM und die Olympischen Spiele vorbei sind, setzt das "Erste" auf seine Krimis aus der Reihe "Heiter bis tödlich".

Der Erfolg wird überschaubar sein, denn auch diese Serien, die bislang noch vor Gottschalk im Programm laufen, haben das Publikum seit ihrem Start im Herbst 2011 nur mäßig begeistert.

Alle News vom: 5. Juni 2012 Zur Übersicht: TV

154 Meinungen zu "Vom Helden zum Quotenschreck"

  • jana12345
    Dienstag, 16.10.2012, 09:54 Uhr
    Was habt Ihr nur immer alle gegen Gottschalk. Ich habe Ihn immer gerne angeschaut. Jetzt auf einmal reißt Ihr Euer Maul auf, und tut so, wie wenn Ihr mitreden könntet. Vermutlich habt Ihr von nichts eine Ahnung. Ihr wollt Euch nur wichtig machen. In Wirklichkeit sitzt Ihr zu Hause den ganzen Tag vor dem Fernseher, und wenn Ihr Euer Maul aufmacht, kommt nur Sch.... raus, weil Ihr nichts im Kopf habt.
  • kbor
    Donnerstag, 07.06.2012, 16:11 Uhr
    Quotenschreck bei 500000Zuschauern, na ja. Als er anfing war er ok., was ganz Neues, locker. Dann hat er sich nicht geändert. Und dann weiter nicht. Danach aber wieder nicht. Trotz Sendungen, Wetten was, Langnasen-Filme. Das reicht eben nicht. Und die oberflächlich moderierten Sendungen speziell der letzten 10 Jahre, flapsig und langweilig - selbst, wenn man ihn mochte, irgendwann schaltet jeder weg. Selbst erarbeitet. Und gutes Geld verdient. Kannst gehen.
  • sachsenstolz73
    Donnerstag, 07.06.2012, 10:51 Uhr
    Zu einigen Meinungen, klar kann man abschalten nur was ich NICHT kann, meine GEZ Gebühren die diese Sendung und Herr Gottschalk gekostet hat zurück verlangen. Schönen Dank auch das ist der Vorteil bei den privaten die versemmeln Ihre eigenen Einnahmen aber bei den ÖRF gilt immer noch wir haben es ja und wenn es nicht funktioniert hat der Gebührenzahler Pech gehabt.
  • TheaterThikwa
    Donnerstag, 07.06.2012, 09:12 Uhr
    Die Art und Weise, wie mit den Träumen der 66 gemeinnützigen Organisationen umgegangen wurde, finde ich einer ARD nicht würdig. Das voting war völlig intransparent: in den letzten 20 Minuten (also am 6.6. von 15.40 bis 16 Uhr) ist das Klassement völlig durcheinandergewirbelt worden: der Traum des Theater Thikwa ist von Platz 3 (wo er mit fast 1%-Punkt Vorsprung, den ganzen Tag konstant lag), wie durch ein "Wunder" auf Platz 6 runtergestuft worden. andere Träume, die auf Platz 8 oder noch darunter lagen, standen plötzlich auf Rang 3 oder 4. Nur zur Erinnerung: es geht hier nicht um "peanuts": Für Rang 1 ging es um 50.000,-€ und selbst für Rang 5 noch um 10.000,-€!! Ich fordere die ARD auf, das voting-System transparent zu machen, die vorgenommenen "Gewichtungen der Stimmen nach Sendetermin" offenzulegen und die Sprünge in den letzten 20 Minuten zu erklären!!
  • zeg
    Dienstag, 05.06.2012, 17:49 Uhr
    Gottschalk hat genug gescheffelt . Irgendwann ist es genug . Die Hunzikerin sieht nicht schlecht aus,aber als Auffrischung für" Wetten Dass " reicht das eben nicht aus.
  • macwallaby
    Dienstag, 05.06.2012, 17:47 Uhr
    Thommy, ich bin froh, dass ich sie bei " Gysi tirfft Zeitgenossen" "getroffen" habe. Das waren zwei Stunden beste Unterhaltung. Danke ! Für ihren Lebensweg wünsche ich ihnen das Beste.
  • zeg
    Dienstag, 05.06.2012, 17:43 Uhr
    donnerpauke@ ---------------------------- Solche ewigen Labershow"s mit viel heißer Luft sehe ich mir auch nicht an . Politik lasse ich mir von Kabarettisten erklären , das ist verständlicher.
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