Deutsche Kinder lernen von der "Maus" und Amis von "SpongeBob"
In Deutschland lernen Kinder einer Untersuchung zufolge von Wissenssendungen, in den USA von Zeichentrickserien. Die internationale Studie soll auf dem Fernsehfestival "Prix Jeunesse" in München vorgestellt werden, das an diesem Freitag (1. Juni) beginnt. "Das Ergebnis der Studie spricht für das deutsche Fernsehen", sagt Medienpädagogin und Festivalleiterin Maya Götz.
Gut 1.400 Kinder aus sechs Ländern wurden gefragt, wann sie "so richtig viel vom Fernsehen gelernt" hätten. Knapp die Hälfte der Kinder aus Deutschland nannte Wissenssendungen wie "Die Sendung mit der Maus" (Das Erste) oder "Willi will's wissen" (Bayerischer Rundfunk). In den USA hingegen gaben mehr als 50 Prozent der Kinder Comic-Serien wie "SpongeBob" (Nickelodeon) an. Darin geht es um einen auf dem Meeresgrund lebenden Schwamm, der in einem Schnellrestaurant arbeitet.
Zeichentrickserien helfen Götz zufolge bei der Identitätsbildung. Allerdings können Kinder Fantasie und Wirklichkeit verwechseln. Ein zehnjähriger Junge aus den USA antwortete zum Beispiel auf die Frage, welche wichtige Information er aus dem Fernsehen mitgenommen habe, man solle niemals einen Killer-Roboter bauen.
Götz sagte, auf dem rein privatwirtschaftlichen US-Fernsehmarkt seien Comics besonders attraktiv. Sie ließen sich schlicht besser vermarkten. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland hingegen lege mehr Wert auf Inhalte. "Außerdem haben Wissenssendungen für Kinder, wie zum Beispiel die 'Sendung mit der Maus', im deutschen Fernsehen Tradition", sagte die Medienpädagogin.
Die Studie ergab außerdem, dass die befragten Kinder in Deutschland meistens Fakten erlernten, während die Kinder in den USA eher Verhaltensweisen aus dem Fernsehen ableiteten. "Fakten sind aber nur ein Anfang", mahnte Götz. Die Kinder sollten auch begreifen, wie sie das erlernte Wissen nutzen könnten.
Das Kinderfernsehfestival "Prix Jeunesse" findet vom 1. bis zum 6. Juni beim Bayerischen Rundfunk in München statt. 500 internationale Experten diskutieren über Qualitätsstandards. Außerdem werden Kindersendungen in acht Kategorien ausgezeichnet.
5 Meinungen zu "Die Maus als Ersatzlehrer?"
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LordOida
Mittwoch, 05.09.2012, 15:16 Uhr Ich hab gern die Maus geguckt. Bin aber in meiner Kindheit (mit 8-9 Jahren) voll scharf auf "Welt der Wunder" geworden :) Die Kurzgeschichten bei der Maus haben nie wirklich mein interesse geweckt. dafür die ganzen Techniksachen. Und da war WdW einfach das beste. Und sowas fehlt heute fast gänzlich im Versehen. Ab und zu spezielle Themen, aber meisten immer mit "Aktion" und pompös geschmückt... nicht mehr das reine gezielte wissen vermitteln, sondern eher mit wissen unterhalten, wo einiges auf der Strecke bleibt. -
CiC
Sonntag, 03.06.2012, 16:29 Uhr Ich stimme zu, dass das dt. Bildungsfernsehen (nicht zu verwechseln mit dem teils miserablen Unterhaltungsfernsehen!) schon recht gut ist, vor allem im Vergleich mit den USA. Allerdings hakt der Vergleich in einem Punkt: Währen die Sendung mit der Maus durchaus zum Bildungs-TV gezählt werden kann, ist Spongebob eindeutig Unterhaltung. Soll heißen: Bei der Maus KANN man was lernen, bei Spongebob soll man NICHTS LERNEN. "Ein zehnjähriger Junge aus den USA antwortete zum Beispiel auf die Frage, welche wichtige Information er aus dem Fernsehen mitgenommen habe, man solle niemals einen Killer-Roboter bauen." Naja, sooooooo falsch, ist diese Antwort ja nun auch nicht. ;-) -
Mandylion
Samstag, 02.06.2012, 11:48 Uhr ich bin mit der maus grossgeworden und mit löwenzahn da braucht man keinen "schwamm" -
deDeuvel
Freitag, 01.06.2012, 15:22 Uhr Hat die "Maus" nicht eine Auszeichnung von einer Uni bekommen?? Und warum setzt man so eine gute Sendung ab??? Aber was soll man von diesem Schwamm lernen? Ok sind halt Amis. -
alias13
Freitag, 01.06.2012, 14:53 Uhr Das vernünftiges Wissen durch Fernsehen erlernt werden kann ist nicht neu.Das heutige "Bildungsfernsehen"beschränkt sich insbesondere auf absoluten Schwachsinn.DSDS,Topmodel usw.hier kennen sich die Kinder bestens aus.Fragt man nach einfachen Sachen der Allgemeinbildung= Fehlanzeige.Aber so etwas mal in einer Studie wissenschaftlich zu belegen-würde zu erschreckenden Erkenntnissen führen.Also lieber die Finger davon lassen. Simpson und Co.ist ausreichendes Fernsehen-auch für die Erwachsenen.Hier kann man alles lernen was für das Leben gebraucht wird.Ach ja,die pädagogisch wertvollen Nachmittagssendungen bei den Privaten sind natürlich von unschätzbaren Wert. Deutschland verblödet.Nicht umsonst greift die Industrie auf junge Menschen zurück,die vor 5 Jahren keine Chance hatten-nicht aus Nächstenliebe-sondern weil zunehmend keine jungen Menschen mit Bildungsniveau vorhanden sind.
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