Eigentor am Strandidyll? ZDF muss Kritik einstecken
Doch es gibt Kritik am ZDF-Fußballstrand auf Usedom. Von einem "Rentner-Spektakel mit "Fernsehgarten"-Atmosphäre" schreibt "Stern.de", eine "Art AOK-Kongress" beobachtet die "Süddeutsche Zeitung" und die "Bild" titelt: "Mit dem Zweiten sieht man Wasser".
"Die Kritik, die ich bisher auch in dieser Vehemenz gelesen habe, entspricht nicht den Rückmeldungen, die wir bekommen von unseren Zuschauern. Die ist nämlich überwiegend positiv", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz auf dpa-Anfrage. Das Konzept des Fußballstrandes sei, die Fans direkt ins Geschehen einzubinden, ihnen zu zeigen, wie Fernsehen und Fußball zusammenwirken, so wie bei der WM 2006 im Berliner Sony Center oder der EM 2008 mit der Bühne am Bodensee. "Usedom ist eine Nahtstelle zwischen Deutschland und Polen." Warum aber nicht in Polen oder der Ukraine direkt? "Weil Sie das dort nicht machen könnten, denn da würde kein Zuschauer Sie verstehen."
Tatsächlich fallen bei den ZDF-Übertragungen die schönen Hubschrauberbilder vom Heringsdorfer Strand ins Auge; oft wird nach Interviews von der Kamera auf schwappende Wellen, das sandige Ufer oder die bekannte Seebrücke geschwenkt. Zu viel Tourismus-TV, meinen die Kritiker. "Ich glaube nicht, dass das vom Fußball ablenkt", entgegnet Gruschwitz. "Wir haben Sendeflächen von über sieben Stunden - von 16.15 bis 23.15 Uhr", da brauche es auch Abwechslung. "Wir werden nichts ändern, das Konzept steht."
Die leeren Stühle am Fußballstrand seien anfangs ein Problem gewesen. "Die Auslastung an den ersten beiden Sendetagen lag bei etwa 80 Prozent", sei aber beim Spiel Deutschland-Holland auf "100 Prozent oder noch mehr" gestiegen. Auch ab dem Viertelfinale sei die Arena mit rund 1.000 Zuschauern immer ausverkauft - dafür habe die Bäderverwaltung gesorgt, die die Tickets vertreibt.
Das ZDF punktet bei den Kritikern mit der Moderatorin Jeannine Michaelsen. Als Online-Expertin und glühende Anhängerin des 1. FC Köln verbindet sie Internet- und Fußball-Sachverstand auf charmante Weise und brachte sogar Torwart-Titan Kahn zum Twittern.
Die ARD packt - ganz klassisch - ihre Experten Reinhold Beckmann/Gerhard Delling sowie Mehmet Scholl ins jeweilige Stadion und lässt sie vor gewohnter Kulisse analysieren. Das bedeutet vom Hauptquartier in Polen aus zwar viel Reiserei, zahlt sich aber beim Zuschauer aus. Außerdem landete das "Erste" gleich beim ersten Deutschland-Spiel eher unfreiwillig einen Coup: Scholls harsche Kritik an Nationalstürmer Mario Gomez beherrscht seit Samstag die Schlagzeilen.
29 Meinungen zu "Eigentor statt Strandidyll"
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Toni74
Mittwoch, 11.07.2012, 12:08 Uhr Also beovr man das ZDF kritisiert für seinen Fussballstrand, sollte man es eher seine Fussballkommentatoren die die Fussballübertragung kommentiert haben. Das war der allergrößte Abtörner in der EM. Die Hätten da ruhig mehr die Klappe halten können. Anstatt Dinge zu kommentieren die während des Fussballspiels keinen Zuschauer interessierten. Stattdessen hätten die sich mehr auf die Szenen konzentrieren sollen und zwischen durch mal schweigen. Es nam einen richtig die Fußballgucken Lust. Ich möchte nicht wissen wieviele Zuschauer den Ton ausmachten um das nervige gequatsche während des Spiels nicht zu hören. Vor allem hätten sie das Fussballspiel neutraler kommentieren sollen und nicht so parteiisch und mit allerlei unwichtigen Dingen auskleiden sollen.Am Fussballstrand ist nichts zu kritisieren. Und vor allem Oli Kahn machte einen super Job. Er blieb neutral, sachlich und wußte wovon er sprach. Ein Lob an Oli! Und auch die Moderatorin machte ihren Job gut. -
sunshinedeniers
Sonntag, 01.07.2012, 12:34 Uhr Ja seid Ihr denn alle bescheuert. Tolles Ambiente , zwei tolle Moderatoren und das ZDF gibt sich alle Mühe. Selber mal dort hinstehen und noch besser machen, das wäre doch für die Dummschwätzer mal eine Herausforderung. Ich finde das war sehr gut gemacht, auf jeden Fall besser als bei der ARD. -
manfredvomhang
Sonntag, 01.07.2012, 07:29 Uhr "AOK-Kongress auf Usedom" Der Spruch ist Klasse ! Der Journalist kann sicher auch gut in der Werbebranche arbeiten. -
charly14
Samstag, 30.06.2012, 08:27 Uhr Es ist ja weniger die Örtlichkeit, die bei der Übertragung des ZDF stört. KMH und Kahn sind das Problem, keiner von beiden hat genug Pfeffer im Hintern. Das Gerede war dermaßen langweilig dass ich wegschalten musste. Wer hat überhaupt den Kahn als Experten verpflichtet? Tut mir leid aber wenn schon ein Experte dann lieber einen Charakter wie Kloppo. Im übrigen sollten sich die Verantwortlichen mal Gedanken machen ob bei einem Fußballspiel ein Experte nötig ist, Fußball ist nicht so schwer und was die da analysieren ist kein Geheimnis. Das ist reine Gebührenverschwendung. Und wenn man schon eine "Arena" an der Ostsee aufbaut, dann sollte der Eintritt für die Zuschauer wenigsten kostenlos sein. Immerhin zahlen die Monat für Monat bereits Fernsehgebühren, da würde ich auch keine 10€ Eintritt berappen um mir diesen Schund anzutun. Lieber Herr Gruschwitz, da können Sie von positiven Reaktionen reden wie sie wollen, diese Geschichte war ein Reinfall. Überhaupt sei hier mal angemerkt dass der gemeine Fußballfan in erster Linie am Spiel interessiert ist und erst kurz vor Anpfiff einschaltet. Das ganze Vor- und Nachgeplänkel braucht kein Mensch. Eine kurze Einleitung zum Spiel mit den Aufstellungen wäre völlig ausreichend. MfG -
ketamina
Freitag, 29.06.2012, 17:55 Uhr mit ARD + ZDF reihern Sie in die ersten sitze -
96amzug
Freitag, 29.06.2012, 17:53 Uhr Ach so... und Bild und Express als "Zeitung" zu bezeichnen, fällt ja wohl auch nur Leuten mit - vorsichtig ausgedrückt - wenig bis Null - Bildungshintergrund ein... -
Birthe
Freitag, 29.06.2012, 17:49 Uhr Viel Mist ist geschrieben, aber allen Menschen Recht getan ist eine Kunst die niemand kann. Alles nur Frust der Unsportlichen, die nicht verlieren können.
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