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30.09.2010, 07:39 Uhr

Toursieger Contador positiv getestet

Madrid (dpa) - Der Radsport hat durch den Dopingfall Alberto Contador und die positive A-Probe von Ezequiel Mosquera die letzten Reste an Glaubwürdigkeit verloren. Dazu kann sich sein Dachverband UCI einmal mehr nur schwer gegen den Vorwurf wehren, gemeinsame Sache mit den Topstars zu machen.

Die positiven Befunde von Superstar Contador und dem Vuelta-Zweiten Mosquera haben die Problembranche zurück in den Dopingsumpf gestürzt. Kurz nach der Contador-Sperre wegen Clenbuterol-Dopings bestätigte die UCI die positive A-Probe Mosqueras, der auf der 18. Vuelta-Etappe mit HES erwischt wurde, was die Zahl der roten, Sauerstoff transportierenden Blutkörperchen steigert.

"Es ist ein klarer Fall von Lebensmittelverunreinigung", erklärte Contador auf einer Pressekonferenz im Madrider Vorort Pinto, "ich bin traurig und enttäuscht, aber ich halte den Kopf oben." Verseuchtes Fleisch und unsaubere Lebensmittel seien die einzige Möglichkeit für das Clenbuterol in seinem Körper. Der spanische Tour-de-France-Sieger wurde bei einer Kontrolle während der Frankreich-Rundfahrt 2010 positiv auf die verbotene Substanz getestet und vom Weltverband UCI vorläufig gesperrt. Sollte Contador seinen Tourtitel verlieren, wäre er nach dem US-Amerikaner Floyd Landis 2006 bereits der zweite Tour-Champion, dem der Triumph nachträglich aberkannt wird.

Bei einem "längeren Gespräch" mit der UCI am 26. August - zwei Tage nachdem er vom Doping-Vorwurf erfahren hatte - habe der Verband laut Contador bereits von Lebensmittelverunreinigung gesprochen und ihm damit die Verteidigungslinie vorgegeben. "Danach war ich ständig in Kontakt mit der UCI", offenbarte er. Kritiker werfen der UCI vor, auch bei der Causa Lance Armstrong stets zum Verdächtigten gehalten zu haben. Ominöse Geldspenden an den Verband durch Armstrong konnten selbst durch UCI-Chef Pat McQuaid nicht schlüssig erklärt werden.

Contador hat seine Saison bereits beendet und präsentierte in einem Hemd in unschuldigem Weiß seine Verteidigungsstrategie. Andere Teilnehmer der Tour hätten das verseuchte Fleisch ebenfalls gegessen, seien aber nicht zu einem Dopingtest zitiert worden. Die bei ihm festgestellte Clenbuterol-Dosis sei extrem niedrig gewesen. Daher sei es ausgeschlossen, dass es sich um Doping handele, beteuerte er.

Alle News vom: 30. September 2010 Zur Übersicht: Sport

196 Meinungen zu "Toursieger Contador gedopt?"

  • andy1959
    Samstag, 02.10.2010, 09:14 Uhr
    @aberfeldy zitat: wieso sperren sie- in welcher Sportart auch immer- einen Dopingsünder nicht lebenslang im prinzip haste recht. andererseits lebt der ganze "leistungssport" und der medienrummel drumherum von den "stars". und es ist eben leider so, lieber ein gedopter sportler als ein wettkampf ohne mediales interesse. solche leute wie armstrong, flo-jo und wie sie alle heißen sind ja eigentlich absolute anti-vorbilder, aber es sind die, die im fokus stehen. LEIDER.
  • aberfeldy
    Freitag, 01.10.2010, 12:56 Uhr
    keine Überraschung..nur was ich nicht verstehe..wieso sperren sie- in welcher Sportart auch immer- einen Dopingsünder nicht lebenslang..und der Käse ist gegessen
  • kawaandy
    Freitag, 01.10.2010, 11:35 Uhr
    @jegerman Erst einmal danke für deine Mitteilung. Ja, es wird stimmen, dass er auch mal vordere Plätze belegt hat. Aber ich rede hier von regionalen Rennen, sondern hochklassigen international beachteten Rennen, wo die Weltklasse startet. Ich wollte hier niemandem zu nahe treten. Ich bin übrigens mit einem Strassenradrennfahrer befreundet, der ohne Umschweife sagt, dass alle Topathleten dieser Sportart dopen. Sie haben das Dopingsystem verfeinert. Aber irgendwann werden sie eben erwischt, weil die Analysemethoden besser geworden sind. Übrigens stand meine Geschichte so im Spiegel. Ist also nicht erfunden. Ich finde es aber sehr löblich, wenn er sauber war/ ist/ bleibt. Solchen Athleten gehört mein Applaus, aber dafür bekommt man keine Medaillen. Ich hoffe, du wirst meine vormalige Aussage irgendwie differenziert betrachten und wissen, was ich hier ausdrücken wollte. Ich schaue mir Straßenradrennen nicht mehr an!
  • Clemens80
    Freitag, 01.10.2010, 11:27 Uhr
    "Leider wird nicht in allen Sportarten intensiv kontrolliert und in manchen Sportarten wie der F1 überhaupt nicht." ------------------------- In der F1 sind auch mehr die Fahrzeuge im Fokus und auch da wird ständig gemauschelt, aber selten passiert wirklich was(siehe jetzt die sich selbst ändernden Flügel und Unterböden, die es nicht geben darf aber bei einigen gibt). Da inzwischen bei Doping schon Indizien reichen müsste man eigentlich alle Sportler sperren, weil irgendwas lässt sich immer finden, was man als ein Indiez werten kann(wie das nicht zuhause sein, bei einer unangemeldeten Kontrolle(egal wo man da gerade ist)).
  • Skaven
    Freitag, 01.10.2010, 11:24 Uhr
    Ich finde, Doping sollte erlaubt werden, wenn die Radsportler angeben, was sie genommen haben. Das würde die Tour de France viel spannender machen. Stellt euch mal vor: Der Träger des gelben T-Shirts erleidet eine Herzattacke auf der zweiten Alpenetappe, was der Live-Berichterstattung sehr zu Gute kommt, und die Klatschblättchen berichten bedauernd: 'Bert Beinstark wird keine Kinder haben: "Doping hat mich impotent gemacht"'. Nicht ganz ernst gemeint.. Skaven
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