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17.07.2012, 15:01 Uhr

Pyrenäen-Showdown: Brisante Konstellation um Wiggins

Pau (dpa) - Der gefährlichste Herausforderer von Bradley Wiggins kommt aus den eigenen Reihen. Doch sein Teamkollege Christopher Froome hat rechtzeitig vor dem zweitägigen Showdown der Tour de France in den Pyrenäen mit insgesamt acht Anstiegen Treue geschworen.

Zugleich verwies Froome aber auf das nächste Jahr, in dem er auf Sieg fahren will. "Ich gebe zu, es ist wirklich schwierig, aber das ist nun mal mein Job", sagte der in Nairobi geborene Senkrechtstarter, der erst vor vier Jahren die britische Staatsangehörigkeit erlangte. Die Palastrevolution am Mittwoch und Donnerstag wird wohl ausbleiben und die Tour de France damit überschaubar spannend zu Ende gehen.

Froome war im Vorjahr von Sky-Teammanager Dave Brailsford quasi aus dem Hut gezaubert worden. Bei der Vuelta bezwang der 27-Jährige seinen Kapitän Wiggins, weil der in den Bergen schwächelte. Ein ähnliches Szenario schien sich bei der Tour 2012 anzudeuten. Bei der ersten Bergankunft in La Planche des Belles Filles hatte Froome erst Wiggins' Sky-Zug mit unheimlichem Tempo bergauf geführt, dann die Etappe mit Leichtigkeit gewonnen. Auf dem schwersten Alpenabschnitt nach La Toussuire hätte Froome seinen Chef womöglich stehen lassen können, wurde von Teamchef Sean Yates aber zurückgepfiffen.

"Wenn der Parcours mich im nächsten Jahr bevorteilen sollte, hoffe ich auf die selbe Unterstützung des Sky-Teams, die wir jetzt Bradley gewähren", erklärte Froome in der vergangenen Woche der "L'Équipe". Der "Weiße Kenianer", wie das ausdauernde Kerlchen genannt wird, steht auch im Zeitfahren seinen Mann. Beim Kampf gegen die Uhr in Besancon verlor er auf Sieger Wiggins nur 35 Sekunden.

Der erste Erfolg eines Briten in 109 Jahren Tour de France ist für die vor drei Jahren mit großem finanziellen Aufwand gegründete englische Equipe das große Ziel. "Der Tour-Sieg hätte für Sky und Großbritannien historische Bedeutung. Wir tun alles dafür. Bradley hat das Recht dazu", sagte Froome. Das 72-Kilogramm-Leichtgewicht befindet sich in einer ähnlichen Lage wie Jan Ullrich 1996, der hinter seinem Kapitän Bjarne Riis Zweiter geworden war. Schon damals hatten viele dem noch unbeschwerten Rostocker den Sieg zugetraut.

Die Loyalität seines bis jetzt formidablen Teams vorausgesetzt, braucht Wiggins in den beiden entscheidenden Tagen in den Pyrenäen eigentlich nur auf den starken Kletterer und Abfahrer Vincenzo Nibali (Italien/ +2:23 Minuten) zu achten. Sein bisher unaufgeregter und übersichtlicher Fahrstil lässt eine gravierende Schwäche aber kaum erwarten. Als Sicherheitspolster hat Wiggins, der die Tour in der Manier des fünffachen Triumphators Miguel Indurain absolviert, sogar noch das abschließende Zeitfahren in Chartres am Samstag.

Alle News vom: 17. Juli 2012 Zur Übersicht: Sport

1 Meinungen zu "Tour vor Pyrenäen-Showdown"

  • Darkthrone70
    Mittwoch, 18.07.2012, 13:36 Uhr
    Das Auftreten von Wiggins gegenüber von Nibali zeigt, dass hier ein neues "Ekelpaket" ala ARMSTRONG unterwegs ist. Solche Idioten braucht kein Sport.
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