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18.07.2012, 08:33 Uhr

Positiver Dopingtest von Fränk Schleck schockt Tour

Pau (dpa) - Die Tour de France 2012 hat ihren ersten positiven Dopingbefund. Wie der Radsport-Weltverband UCI mitteilte, wurde beim Spitzenfahrer und letztjährigen Gesamtdritten Fränk Schleck ein Diuretikum gefunden.

Das oft zur Verschleierung von Dopingmitteln eingesetzte Medikament Xipamid steht zwar nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen - dennoch nahm das Team RadioShack den Luxemburger kurz nach Bekanntwerden des Befundes aus dem Rennen. Schleck wurde am Abend von der Polizei in Pau verhört.

"Ich bin aus allen Wolken gefallen", wurde der Fahrer in der Online-Ausgabe der Zeitung "Luxemburger Wort" zitiert. Nach Informationen des "Luxemburger Tageblatts" erstattete Schleck Anzeige gegen Unbekannt, weil ihm etwas untergeschoben worden sein soll. "Bei meinem Leben und bei meiner Familie, bin ich sicher, dass er nichts genommen hat", sagte Andy Schleck, der Tour-Sieger 2010 und jüngere Bruder des Verdächtigten, der Zeitung "Le Parisien".

Fränk Schleck soll freiwillig auf ein Polizeirevier gegangen sein, möglicherweise um einer Verhaftung zu entgehen. Er wurde auch von Ermittlern der Sonderheit OCLAESP - der in Frankreich auch für Doping zuständigen Behörde für die öffentliche Gesundheit - verhört, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete. Gegen 23.30 Uhr habe er das Revier verlassen.

Der positive Befund resultierte aus einer Urinprobe Schlecks vom 14. Juli, als das Tour-Peloton nach Cap d'Agde ans Mittelmeer fuhr. Schleck hat vier Tage Zeit, die Öffnung der B-Probe zu verlangen. Mindestens bis dahin gilt er als unschuldig, wie sein Team betonte. Dennoch wurde er unverzüglich aus der Tour genommen, um die Fortführung der Rundfahrt "in Ruhe" zu gewährleisten. Die restlichen Fahrer der Mannschaft, darunter die Deutschen Andreas Klöden und Jens Voigt, sollen am Mittwoch in Pau wieder am Start stehen.

Am Dienstagabend, dem zweiten Tour-Ruhetag - stattete die Polizei dem RadioShack-Teamhotel in Pau einen Besuch ab. Die Einsatzkräfte blockierte dabei den Eingang zum Hotel, vor dem sich bereits viele Reporter eingefunden hatten. Entgegen erster Meldungen seien die Zimmer von der Polizei aber nicht durchsucht worden.

Schlecks positiven Befund lieferte das bei Dopern berüchtigte Labor Chatenay-Malabry am Stadtrand von Paris. Dort wurden 1999 auch die positiven und erst sechs Jahre später analysierten EPO-Proben von Tour-Rekordsieger Lance Armstrong untersucht.

Schleck steht nicht zum ersten Mal unter Dopingverdacht. Der Luxemburger musste 2008 nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zugeben, dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes Geld überwiesen zu haben. Weil ihm die Luxemburger Anti-Doping-Agentur glaubte, dass er den Skandal-Mediziner nur für Trainingspläne und nicht für Doping bezahlt hatte, wurde er nicht gesperrt.

Alle News vom: 18. Juli 2012 Zur Übersicht: Sport

256 Meinungen zu "Dopingbefund schockt Tour"

  • FoeMan
    Mittwoch, 18.07.2012, 16:41 Uhr
    Wenn es öffentlich ist, dass alle dopen, können sich die Junkies danach wenigstens offen darüber austauschen, was sie so nehmen und sich beraten. Denn so findet jeder das für ihn passende Aufputschmittel.
  • FoeMan
    Mittwoch, 18.07.2012, 16:39 Uhr
    Lasst die Junkies doch weiter ihr Dope nehmen. Machen sie doch immer schon so und sie werdens wohl auch weiterhin so handhaben. Wenn mans weiß, ist es doch gut. Aber für einen Schock, ist das Thema einfach zu bekannt.
  • PJS51
    Mittwoch, 18.07.2012, 16:26 Uhr
    Wer da geschockt ist (das Fahrer bei der Tour gedopt sind) muß gestern auf die Welt gekommen sein !! Man sollte Dopingmittel zulassen damit Chancengleichheit ist und die Fahrer müssen sich bei einer Extrakrankenkasse versichern und nicht mehr wechseln können !!
  • Eidgenoss
    Mittwoch, 18.07.2012, 16:04 Uhr
    Ich warte schon lange auf den Moment, wo Fabian Cancellara hängen bleibt. Seine Kraft holt er bestimmt nicht alleine bei Ovo-Sport und Sport-Mint-Täfeli
  • WehFrage
    Mittwoch, 18.07.2012, 14:53 Uhr
    @Engekbert: erstmal Danke für Deine Ausführungen; ich seh das in den meisten Teilen sehr ähnlich. An der Aussage: "wenn Blatter Chef der UCI wäre, gäbe es beim Radfahren genauso wenig Dopingsünder wie beim Fußball.." ist was dran. Manchmal hat man den Eindruck Vertreter anderer Sportarten zeigen auf den Radsport und schreien "Haltet den Dieb!" während sie sich in Ruhe Hände und Westen rein waschen. Viele Sportarten haben nicht einmal ein annhähernd dichtes Kontrollsystem wie der Radsport, leider.
  • Lupercal
    Mittwoch, 18.07.2012, 13:54 Uhr
    "Dopingbefund schockt Tour". ich wäre geschockt wenn da mal nicht gedopt wird. Diese Touren sind nicht für Menschen gemacht. Nicht mal für Profi-Sportler. Eigentlich sollten die Teams die gewinnen einen Wissenschaftspreis für Chemie bekommen.
  • mynameisjack
    Mittwoch, 18.07.2012, 13:54 Uhr
    Sind bestimmt auch ehemalige DDR- Funktionäre im Hintergrund. Die beherrschen das ja meisterhaft. :-) Fragt mal eine bestimmte Sportjournalistin beim ZDF, wie man zu sechs oder sieben Goldmeaillen bei olympischen Spielen kommt. Aber vielleicht ist die ja ein "Naturwunder" gewesen. Nur einige ehemalige DDR- Sportler mit C h a r a k t e r haben ihre Weltrekorde löschen lassen...Hut ab meine Damen und Herren!
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