Zur mobilen Ansicht wechseln

28.01.2013, 10:41 Uhr

Prozess gegen Doping-Arzt Fuentes beginnt

Madrid (dpa) - Fast sieben Jahre nach der Aufdeckung des größten Dopingskandals im spanischen Sport ist der Prozess gegen den Mediziner Eufemiano Fuentes und vier weitere Angeklagte eröffnet worden. In dem Verfahren vor einem Madrider Gericht waren keine Radsportler unter den Angeklagten.

Zu Prozessbeginn wurden am Montag Verfahrensfragen unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt. Mehrere Profis sind in dem Prozess als Zeugen geladen, darunter der zweimalige Tour-de-France-Sieger Alberto Contador und Ivan Basso. Bei dem im Mai 2006 aufgedeckten Skandal standen mehr als 50 Radprofis unter Dopingverdacht, auch Stars wie Jan Ullrich und Tyler Hamilton. Die Staatsanwaltschaft fordert für Fuentes und die anderen Angeklagten je zwei Jahre Haft und ein zweijähriges Berufsverbot.

Das sind die wichtigsten Etappen der Affäre:


März 2006: Die spanische Polizei lässt in Madrid ein medizinisches Labor wegen des Verdachts illegaler Praktiken überwachen. Die Ermittler stellen fest, dass der Besitzer Kontakt zu Fuentes und zu Radsportlern hat.

23. Mai 2006: Bei der Durchsuchung mehrerer Gebäude in Madrid und Saragossa stellen die Beamten rund 200 Beutel mit Blutkonserven sowie Apparate für Blutdoping, umfangreiche Karteien und Aufzeichnungen sicher. Der Laborbesitzer José Luis Merino Batres, der Arzt Fuentes, die Rennstallmanager Manuel Saiz und Ignacio Labarta sowie der Ex-Radsportler Alberto León werden festgenommen.

25. Mai 2006: Die Verdächtigen werden gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

29. Juni 2006: Es werden die Namen mehrerer Radprofis bekannt, die in den Skandal verwickelt sein sollen, darunter Jan Ullrich, Ivan Basso und Tyler Hamilton.

Dopingkontrolle

Der Kampf gegen Dopingsünder wie Armstrong ist äußerst aufwendig. >



30. Juni 2006: Das T-Mobile-Team schließt Ullrich unmittelbar vor dem Start der Tour de France aus.

1. Dezember 2006: Der Untersuchungsrichter Antonio Serrano nimmt die Ermittlungen auf und beginnt damit, Radprofis als Zeugen zu befragen.

8. März 2007: Serrano stellt die Ermittlungen ein, weil nach seiner Ansicht eine gesundheitliche Gefährdung der Sportler nicht nachzuweisen ist. Die Staatsanwaltschaft erhebt Einspruch.

15. Juni 2007: Basso wird in Italien wegen seiner Verwicklung in den Skandal für zwei Jahre gesperrt.

14. Februar 2008: Das Madrider Landgericht entscheidet, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden müssen.

14. April 2008: Die Bonner Staatsanwaltschaft, die Ullrichs illegale Kooperation mit Fuentes nachgewiesen hat, stellt ihre Ermittlungen gegen gegen den einzigen deutschen Toursieger ein. Ullrich, der später vom Internationalen Sportgerichtshof CAS gesperrt wird, zahlt eine Summe in sechsstelliger Höhe an gemeinnützige Institutionen.

1. Oktober 2008: Der Richter Serrano legt den Fall "definitiv" zu den Akten.

12. Januar 2009: Der Gerichtspräsident Arturo Beltán ordnet an, die Ermittlungen fortzusetzen und die Verdächtigen vor Gericht zu stellen.

11. Mai 2009: Das italienische Olympische Komitee (CONI) verhängt eine zweijährige Sperre gegen den Spanier Alejandro Valverde in Italien.

31. Mai 2010: Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigt die Sperre und erklärt sie für weltweit gültig.

10. Januar 2011: Der Verdächtige Alberto León, der Fuentes als Bote gedient haben soll, wird in seiner Wohnung erhängt aufgefunden.

23. November 2011: Der Ermittlungsrichter Serrano ordnet an, Fuentes und dessen mutmaßlichen Komplizen anzuklagen und vor Gericht zu stellen. Die Staatsanwaltschaft fordert je zwei Jahre Haft für die Angeklagten.

24. Januar 2013: Das Verfahren gegen den Arzt Merino Batres wird wegen einer Alzheimer-Erkrankung des Angeklagten eingestellt.

Alle News vom: 28. Januar 2013 Zur Übersicht: Sport

12 Meinungen zu "Doping-Arzt steht vor Gericht"

  • menpowerohne
    Montag, 28.01.2013, 15:53 Uhr
    Also ob Fuentes ins Gefängnis muss, ist Sache der Justiz, aber ein lebenslanges Berufsverbot wäre mehr als Fair ..... Schade, nur das mal wieder nur gegen den Radsport geklagt bzw. verhandelt wird, was ist mit den anderen ca. 120 Sportlern/-innen, gegen die die spanische Justiz aus guten Grunde nicht das Verfahren eröffnet hat ...??? Ich weiß der Fußball ist halt heilig ..... traurig oder ...??
  • kommenundgehen
    Montag, 28.01.2013, 14:53 Uhr
    Kein Geld mehr sondern nur Titel. Dann löst sich das Problem von selbst und keiner plagt sich mit seinen TTS. (Trottel Tritt Selber).
  • Karmapa
    Montag, 28.01.2013, 14:52 Uhr
    Langsam geht es Einem nach dem Anderen an den Kragen.
  • Elkamo
    Montag, 28.01.2013, 14:50 Uhr
    Höchste Zeit! Auf solche "Ärzte" ist gepfiffen! Kriminelle Typen, ohne die es dieses schmutzige Doping nicht gäbe. Doping pervertiert den Sport, bei dem wir die individuelle Leitung sehen wollten und nicht die fahrenden Giftschränkchen und deren Chemieleistung. Lance Armstrong hat keinen der Verantwortlichen genannt, sondern die Kerls geschont. Da kann man schon wieder denken, was man will. Mit wieviel Geld er von denen geschmiert wurde, damit sie nicht auffliegen. Auf YouTube gab es ein Filmchen und diesen Bericht (Auszug): "Mit seinem Geständnis hat Armstrong nichts zur Aufklärung und Bekämpfung von Doping-Vergehen im Allgemeinen beigetragen: ==> Es sind immer akademisch gebildete Intellektuelle. Keiner von den Radfahrern geht in eine Bibliothek und guckt, was es an neuen Derivaten von Erythropoetinen gibt usw. Und um die geht es, die hat er bisher geschont. ..." ..................... Die Sportler nehmen massiven Schaden an ihrer Gesundheit, je mehr gedopt wird. Außerdem ist es doch längst bekannt, dass Spitzensport nicht wie bei uns, wenn wir Sport treiben, der Gesundheit dient. Sondern im Leistungssport bringt jemand eine echte Spitzenleistung! Und genau diese wollen wir sehen. Das muss der Grundgedanke des Sports sein. Der Sportler soll deshalb seine Gesundheit nicht zusätzlich durch diese brutalen Dopingmittel, die kein Aspirin sind, schädigen. Lance Armstrongs ehemalige Masseurin Emma O´Reilly beschrieb in einem Interview, was Doping mit Sportlern machen kann: "Ich habe gehasst zu sehen, was einige der Radfahrer durchmachten, denn nicht allen ging es mit dem Betrug so gut wie Lance. Ihre Persönlichkeiten veränderten sich zum Negativen und sie schämten sich. Das waren junge Typen auf der Höhe ihrer Gesundheit, die eine solch schreckliche Entscheidung trafen. Sie wollten einen Traum leben, aber das war ein Alptraum."
  • kgtfrdn
    Montag, 28.01.2013, 14:35 Uhr
    Ist halt zu viel Geld im spiel als noname sportler kannst du nicht davon leben als "star" ist man millionenschwer. Ist doch klar dass da zu solchen mitteln gegriffen wird. Da muss sich eher am System was aendern, ne handvoll Aerzte zu verklagen wird da nicht viel helfen.
  • dasgibtesnichtwirklich
    Montag, 28.01.2013, 14:19 Uhr
    Na, das ist aber mal eine wirkliche Überraschung! Wer hätte das gedacht, dass auch Jan Ullrich gedopt hat? Momentan gibt es eine große Welle von "Bekenntnissen". Schwarzenegger gibt Seitensprünge und Doping zu, im "Dschungel" wurden Süchte gebeichtet, DSK zahlt Millionen an das Zimmermädchen (obwohl er völlig unschuldig ist). Es scheint so etwas wie eine Endzeitstimmung zu herrschen. Jeder will vor der Apokalypse (der Weltuntergang steht und bald bevor: Stichwort Klimatastrophe) noch schnell sein Gewissen erleichtern... Bloß Berluconi steht noch aus, der hat bisher noch nie etwas zugegeben. Und jetzt auch unser Bürderle. Der schweigt auch hartnäckig zu den "schweren, schweren" Vorwürfen, einer Journalistin ein unpassendes Kompliment gemacht zu haben... Na ja, dafür wird bald unser Jan in die Medien kommen und dann können hier wieder alle ihre schwere Enttäuschung posten und seinen Kopf rollen lassen. Ich freue mich schon drauf.
Services
1899-Fans

Hoffenheim will in der Relegation gegen den FCK das Wunder vollenden. >

Holger Stanislawski

Trainer will nach Station in Köln erst einmal nichts machen. >

Björn Werner

Football-Profi Björn Werner über seine ersten Tage in der NFL. >


Internet Made in GermanyIhr GMX-Postfach ist grünGMX unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Doping-Arzt steht vor Gericht. Fuentes soll auch Ex-Radstar Jan Ullrich mit Epo versorgt haben.