Zur mobilen Ansicht wechseln

29.12.2012, 10:08 Uhr

Der Torjäger mit der Nummer 10: Messi kann es einfach

Berlin (dpa) - Der Zusammenschnitt seiner 91 Treffer dauert allein zehn Minuten. 2012 war das Jahr des Torjägers Lionel Messi. Der Argentinier faszinierte die Fußball-Welt: Er, der filigrane Dribbler, der mit Ball schneller läuft als die meisten Gegenspieler ohne.

Er, der mit 1,69 Metern nicht gerade Goalgetter-Gardemaß vorweisen kann, aber im Strafraum seine größte Gefahr ausstrahlt. Er, der sich seiner Treffer nicht rühmen will. "Ohne Titel haben meine Tore keine Bedeutung", betont Messi.

Für weltweites Staunen sorgten sie dennoch. Nicht nur, weil der 25 Jahre alte Messi die vier Jahrzehnte alte Bestmarke von Gerd Müller mal eben um sechs Tore überbot. Sondern, weil sie Messis Unberechenbarkeit und seine fußballerische Ausnahme-Begabung eindrucksvoll untermauerten. Ob Freistöße oder Elfmeter, ob Abstauber oder Sololäufe, ob Distanzschüsse oder gar Kopfballtore, wie sein erster Treffer in diesem Jahr gegen Osasuna - Messi macht's möglich.

Seinem Herzensclub FC Barcelona war es eine eigene Grafik wert, die seine 91 Tore bis in die letzten Details aufdröselte: 80 erzielte Messi mit seinem starken linken Fuß. Achtmal war Messi mit rechts erfolgreich, dreimal mit dem Kopf. 79 Mal traf Messi im Barca-Dress, 12 Mal im Trikot der Albiceleste. Darunter dreimal beim 4:3-Sieg der Argentinier im Sommer in New Jersey über den kommenden WM-Gastgeber und großen Rivalen ewigen Brasilien.

"Zum Glück ist er Argentinier", meinte Nationalcoach Alejandro Sabella nach der Partie. Es scheint, dass Messi unter ihm endlich auch in der hochkarätig besetzten Auswahl des zweimaligen Weltmeisters richtig aufblüht. Sabellas Devise im Umgang mit dem für Skandale und Glamour-Stories gänzlich ungeeigneten Messi: einfach in Ruhe lassen.

Der Kapitän lässt Tore sprechen. So wie beim Testspielsieg über die deutsche Auswahl im August in Frankfurt/Main, als er einen Treffer beim 3:1-Sieg der Argentinier erzielte. Allerdings vergab er im gleichen Spiel auch noch einen Strafstoß.

Bei 91 Toren hat Messi ansonsten aber nicht allzuviele Chancen ausgelassen: 14 Elfmeter verwandelte Messi in diesem Jahr. Und wie er es machte, steht stellvertretend für die weiteren 77 Treffer. Mal mit Wucht, mal mit List, mal mit Tücke. Mal zieht Messi aus der Distanz ab und hämmert den Ball in den Winkel, mal lupft er die Kugel mit betörender Technik über den düpierten Torwart.

Bezeichnend ist dennoch, dass der ballgeniale Gaucho, der die legendäre Spielmacher-Nummer 10 von Diego Maradona trägt, 64 Treffer aus dem Strafraum erzielte. Messi, der Mittelstürmer.

Am schlimmsten bekam die Tor-Mission Bayer Leverkusen zu spüren. Gleich sechs Treffer schenkte Messi Bayer in der Champions League ein. Zusammen mit dem FC Malaga führen die Rheinländer die Liste der Mannschaften an, gegen die Messi in seinem Rekordjahr am häufigsten traf. Gegen Barcas Erzrivalen Real Madrid mit seinem Dauerkonkurrenten um den Goldenen Ball, Cristiano Ronaldo, war er viermal zur Stelle. Nicht nur deswegen spricht wieder einiges dafür, dass Messi im Januar zum vierten Mal nacheinander zum Weltfußballer gekürt wird.

Doch gab es in diesem Jahr auf jeden Fall einen Tag, an dem Messi das alles einfach egal war. "Heute bin ich der glücklichste Mann der Welt", schrieb er bei Facebook, wo er über 40 Millionen Fans auf dem Laufenden hält. An jenem 2. November 2012 wurde Messis Sohn geboren. Bis der kleine Messi sein erstes Tor schießt, kann der stolze Papa seine einzigartige Bilanz noch weiter aufpolieren.

Alle News vom: 29. Dezember 2012 Zur Übersicht: Sport

11 Meinungen zu "Torjäger mit der Nummer 10"

  • thomte
    Sonntag, 30.12.2012, 09:35 Uhr
    Er ist einfach der beste und kompletteste Stürmer in diesem Universum! Gerd Müller war schon eine Extraklasse, aber Herr Messi ist zudem noch außerhalb des Strafraumes kaum auszuschalten. Für mich ist eindeutig, wer die Wahl zum Weltfußballer gewinnt!
  • Soccerpapst
    Samstag, 29.12.2012, 17:51 Uhr
    @reh69 Pflichte dir bei....Ein WM-Titel ist nicht jedem vergönnt gewesen...Viele große ,sehr gute Spieler hatten dieses Pech und sind trotz allem einfach begnadete Spieler gewesen... Ein Puskas...Ein Eusebio...Ein Figo und auch ein Ballack waren trotz dieser Lücke in der Vita ganz Große des Fußballs. Es wird vllt. auch einen Messi ,wie einen Ronaldo treffen,gar einige unserer Heroen denen man gerne Weltklasse unterstellt treffen.Dennoch sind sie eben ganz Große und Meister auf ihrem Gebiet .... Für mich ist nach wie vor Zidane das Maß dr Dinge....Da zähle ich ein paar mehr pos. Attribute als bei Messi momentan.....Es fehlt mir noch das auffällige Denken und Lenken,wie auch die defensive Ausprägung.
  • reh69
    Samstag, 29.12.2012, 13:35 Uhr
    Ghje08 Messi ist jetzt 23 oder 24 Jahre jung, er hat noch genug zeit, mit seiner NM mal einen Titel zu gewinnen. Er ist die Ausnahmeerscheinung im Fussball. Ich habe einen Maradona, einen Zico , Zidane bewusst erlebt, ich glaube aber, Messi thront nochmal über diesen. Er ist der grösste aktive Spieler in dieser Fussballwelt, er profitiert sicherlich von guten Mitspielern wie Iniesta oder Xavi, die selbst eine extra-klasse darstellen. Messi macht wenns sein muss, alleine den Unterschied.
  • GhJe08
    Samstag, 29.12.2012, 13:24 Uhr
    Für mich ist ein Inesta wichtiger als ein Messi! Barcelona kann auch ohne Messi gewinnen aber nimmt man ein Xavi oder ein Inesta raus, schon haben Sie rießen Probleme! Und außerdem ist Messi erst dann ein ganz großer Spieler, wenn er mit der argentinischen NM einen Titel holt. Dort versagt er ja immer wieder, obwohl er super Mitspieler hat!
  • Soccerpapst
    Samstag, 29.12.2012, 13:14 Uhr
    @maho76 Welche Vergleiche du auch immer heranziehen möchtest....Sie sind einfach untauglich....Er gehört einfach zu den fußballerischen Ausnahmeerscheinungen auf diesem Planeten. @Flatmusic benannte nur ein einzelnes Beispiel .Man kann natürlich nur spekulieren,aber es zeigt schon deine Falschbetrachtung der Verhältnisse.
  • Noricer
    Samstag, 29.12.2012, 12:43 Uhr
    Einfach mal ein guter Artikel! Und eine tolle Bilanz des sympathischen Sportlers!
  • Flatmusic
    Samstag, 29.12.2012, 12:28 Uhr
    maho 76, gerade gegen eine deutsche Mannschaft (Leverkusen) samt gutem Torhüter hat der von vielen (anscheinend besonders von dir) beneidete Ausnahme-Spieler 5 mal zugeschlagen. Man stelle sich vor, er hätte das ganze Jahr in der Bundesliga gespielt, da wären es mit Sicherheit 120 Tore geworden, hi, hi, hi...!!
Services

Antritts-PK des Bayern-Trainers soll voller Medienerfolg werden. >

Ohne Lizenz

Der MSV Duisburg erhält endgültig keine Lizenz für die zweite Liga. >

Superstar

Entscheidung um NBA-Titel auf Donnerstag vertagt. >


Internet Made in GermanyIhr GMX-Postfach ist grünGMX unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Torjäger mit der Nummer 10. Zusammenschnitt von Messis 91 Treffer dauert allein zehn Minuten.