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17.05.2012, 19:57 Uhr

Frankfurt verliert auch CL-Finale

München (dpa) - Aus der Traum vom ersten Champions-League-Titel: Die Frauen des 1. FFC Frankfurt haben dem Druck vor einer Rekordkulisse von 50.212 Zuschauern beim Heimfinale in München nicht standgehalten.

Der einstige deutsche Branchenführer im Frauen-Fußball unterlag im Münchner Olympiastadion Olympique Lyon mit 0:2 (0:2) durch die Tore von Eugénie le Sommer in der 15. Minute per Foulelfmeter und Camille Abily (28.). Olympique, das in der Vorschlussrunde auch schon den deutschen Meister 1. FFC Turbine Potsdam ausgeschaltet hatten, verteidigte damit seinen Titel. Für Frankfurt machte die Niederlage das Fiasko fünf Tage nach der Finalpleite im DFB-Pokal und dem aktuell vierten Bundesligarang perfekt.

Zur tragischen Figur avancierte vor der bisher größten Kulisse eines Vereinsspiels auf europäischer Ebene Nationalspielerin Melanie Behringer. Sie verschuldete nach einem Abspielfehler den Elfmeter zur Führung der Französinnen. Kurz vor der Pause vergab sie auch noch die beste Chance der Frankfurterinnen, die alles andere als schlecht in die Partie gestartet waren.

Sandra Smisek, Spielführerin anstelle der verletzten Nationaltürhüterin Nadine Angerer, gab den ersten Warnschuss nach nur 48 Sekunden ab. Da hatte selbst UEFA-Präsident Michel Platini in der Ehrenloge kaum Platz genommen. Nichts war von Nervosität bei den Frankfurterinnen ob der Zuschauerzahl zu spüren, auch nichts von Nachwehen des verlorenen DFB-Pokalfinales gegen Bayern.

Und auch Behringer zeigte sich erst mal von ihrer guten Seite. Ihren Freistoß von rechts lenkte Lyons Torhüterin Sarah Bouhaddi unnötig ins Toraus. Es folgten vier Behringer-Eckbälle in Serie, einen davon hätte sich Bouhaddi fast selbst ins Netz gefaustet.

Der Favorit aus Frankreich brachte hingegen in der Offensive kaum etwas zustande. Bis zu Behringers Aussetzer: Sie spielte den Ball Abily im eigenen Strafraum vor die Füße. Und um zu retten, was noch zu retten schien, half nur ein Foul. Den fälligen Strafstoß verwandelte le Sommer trotz gellender Pfiffe zu ihrem neunten Treffer im laufenden Wettbewerb. FFC-Torhüterin Desirée Schumann war machtlos und in der 27. Minute fast erneut geschlagen: Der Pfosten rettete.

Lyon bestimmte fortan weitgehend zwar nie souverän das Spiel, blieb aber stets gefährlich. So wie bei der Kopfballabwehr der herausgeeilten Schumann, die Abily mit einem spektakulären Heber ebenfalls zu ihrem neunten Champions-League-Treffer nutzte.

Kurz vor der Pause drängte Frankfurt noch einmal auf den so wichtigen Anschlusstreffer gegen das seit zwei Jahren in der Königsklasse ungeschlagene Lyon-Ensemble. Vergeblich. Nationalspielerin Kerstin Garefrekes scheiterte an Bouhaddi. Und dann versemmelte ausgerechnet Behringer die beste Chance, nachdem Garefrekes den Ball rund zwölf Metern vorm gegnerischen Tor maßgerecht quer- und vorgelegt hatte.

Die Frankfurter Fans unter den Zuschauern gaben auch nach der Pause ihr Bestes und feuerten die Hessinnen an. Lyon leistete sich aber keine allzu großen Fehler mehr. Und wenn, dann konnte der FFC sie nicht nutzen. So wie in der 74. Minute, als die nie aufgebende Behringer mit einem Kopfball an Torhüterin Bouhaddi scheiterte.

Alle News vom: 17. Mai 2012 Zur Übersicht: Sport

9 Meinungen zu "Frankfurt verliert auch CL-Finale"

  • Kasperltheater
    Freitag, 18.05.2012, 12:30 Uhr
    Die Leistung entsprach den Spielen in der Bundesliga der Frauen. Viele gute Einzelspielerinnen, aber keine Mannschaft. Das Spiel des FFC war grauenvoll und war eigentlich diesen Club der früheren Jahre nicht entsprechend. Hier zählt wirklich, Geld schießt keine Tore. Wenn man aus so guten Einzelspielern keine Mannschafte formen kann, haben die Verantwortlichen versagt. Entweder die verkehrten Spielerinnen geholt, weil sie nicht zueinander passen oder der Trainer ist nicht in der Lage dazu. Diese grotten schlechten Spiele laufen doch schon die gesamte Runde in der Liga. Das Gwefasek von Manager Dietrich nach Spielschluß ist zum einfach zum lachen.
  • brunowilli
    Freitag, 18.05.2012, 12:14 Uhr
    Habe mich selten so gefreut, das eine ausländische Manschaft gewinnt. Wer so großkotzig von 3 Titeln tönt und dann garnichts holt, hat verdient verloren. Für mich ist Frankfurt auch keine Mannschaft sondern ein zusammengekaufe von einzelnen guten aber meist auf dem absteigenden Ast befindlichen Spielerinnen. Fast alle die in den letzten Jahren gekauft wurden, waren in anderen Mannschaften schon am Karriereende angekommen. Man sollte vielleicht bei den alten Damen mitspielen. Zu den Spitzenclubs gehört man eh nicht mehr
  • schieber1
    Freitag, 18.05.2012, 12:05 Uhr
    In diesem Jahr hat es eben nicht sollen sein mit dem CL Sieg für die Frankfurter Damen. Es muß eben auch solche Jahre geben. Nicht traurig sein, es geht auch wieder aufwärts.
  • Cooller
    Freitag, 18.05.2012, 11:37 Uhr
    Koan Titel
  • Pedro1938
    Freitag, 18.05.2012, 10:52 Uhr
    Wann entschließt sich der 1. FFC Frankfurt endlich den erfolglosen Trainer Kahlert zu entlassen? Manager Dietrich bemüht sich die besten Spielerinnen auf dem Markt nach Frankfurt zu holen und Kahlert kann daraus keine Einheit formen. Das Spielkonzept ähnelt eher einem Hühnerhaufen, die "Erfolge" der vergangenen Saison haben dies eindeutig bewiesen.
  • chief66
    Freitag, 18.05.2012, 10:32 Uhr
    Rauschbart Oh ja, die Laloa war in der zweiten Halbzeit schon fast das interessanteste ;-) Aber was mich wundert, dass es noch nichtmal einen Bericht rund um die "leuchtenden Ereignisse kurz vor Beginn des Spiels" gibt, geschweige denn sogar die BILD nichts darüber schreibt.. :-)
  • Rauschbart
    Freitag, 18.05.2012, 09:21 Uhr
    chief66 Stimmt, genauso war´s, ich war gestern auch mal wieder im altehrwürdigen Olympia-Stadion. Bei dieser Frankfurter-Anfeuerung hat es auch nix werden können mit einem Sieg, aber wenigstens die La Ola sorgte kurzzeitig optisch für ein rauschendes Fußball-Fest.-)
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