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16.05.2012, 13:45 Uhr

Rehhagel: "Die Umstände waren eine Katastrophe"

Düsseldorf (dpa) - Fragen an Trainer Otto Rehhagel nach dem Abstieg von Hertha BSC aus der Fußball-Bundesliga und den skandalösen Umständen des 2:2 bei Fortuna Düsseldorf.

Warum hat Ihre Mannschaft das 1:2 aus dem Hinspiel nicht mehr umbiegen können?

Rehhagel: "Beister hat das wunderbare Tor zum 1:0 geschossen. Das war ein Schock für uns. Wir sind sehr gut zurückgekommen. Dann kam dieser Platzverweis, unnötigerweise. Dadurch hat der Gegner noch mehr Selbstvertrauen gewonnen. Wir haben zum wiederholten Male in Unterzahl gespielt. Wenn wir komplett gewesen wären, hätten wir die Düsseldorfer noch mehr in Schwierigkeiten bringen können. Für uns war der Abend eine sehr große Enttäuschung."

Ist der Düsseldorfer Aufstieg verdient, weil sie sich in zwei Spielen durchgesetzt haben?

Rehhagel: "Nach 15 Jahren sportlicher Abstinenz haben sie das große Glück gehabt, sich erkämpft und erspielt, im nächsten Jahr wieder bei den ganz Großen dabei zu sein."

Das Spiel stand mehrfach vor dem Abbruch. Kurz vor Schluss haben die Zuschauer den Rasen gestürmt. Wie beurteilen Sie das Chaos?

Rehhagel: "Die Begleitumstände sind natürlich eine Katastrophe. Ich habe sowas noch nie erlebt und konnte mir nicht vorstellen, dass gerade hier in Düsseldorf so etwas möglich ist. Aber die Dinge sind so wie sie sind. Und es erhält auch immer mehr Einzug, dass sich die Zuschauer das Recht herausnehmen, auf das Spiel einzuwirken."

Sind Sie nicht sauer über diese chaotischen Umstände, die Hertha womöglich den Klassenverbleib gekostet haben?

Rehhagel: "Natürlich bin ich enttäuscht. Wir sind alle Sportler und wollen, dass das Spiel fair zu Ende geht und dass die Leute ihre Freude haben. Dass es zu solchen Ausschreitungen und Undiszipliniertheiten kommt - darauf habe ich aber keinen Einfluss. Wenn da Hunderte oder Tausende kommen, hast du keine Chance."

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War es irregulär? Wären Sie für ein Wiederholungsspiel?

Rehhagel: "Ich habe ja nicht die Macht, zu sagen, irgendwas muss wiederholt oder nicht wiederholt werden. Die Verantwortung liegt beim Schiedsrichter und beim DFB. Beim DFB sind sie auch enttäuscht, dass in Deutschland die Ausschreitungen der Zuschauer immer mehr Einzug halten. Da müssen wir sehen, dass wir dem entgegenwirken können. Wie und mit welchen Mitteln - da muss der DFB überlegen, wie das geht."

Wie sehen Sie ihre dreimonatige Amtszeit im Nachhinein. Würden Sie sagen, dass Sie auch persönlich gescheitert sind?

Rehhagel: "Der Präsident und Michael Preetz haben mich geholt, weil das Schiff in Schieflage geraten war. Ich habe von Anfang an gesagt, Tore kann ich nicht schießen. Wir alle bei Hertha haben gemeinsam in einer konzertierten Aktion versucht, die Bundesliga zu halten. Es haben ein paar Zentimeter gefehlt."

Wie muss es bei Hertha BSC weitergehen?

Rehhagel: "Ich muss mal eines sagen: Hertha, Köln und Kaiserslautern sind abgestiegen - aber die Welt geht nicht unter. Der Blick muss schnell wieder nach vorne gerichtet sein. Hertha wird weiterbestehen und muss sehen, dass es ein paar anständige Sponsoren bekommt, damit die Mannschaft verstärkt werden kann. Das ist wichtig."

War es nach rund 40 Jahren auf der Bank ihr definitiv letztes Spiel als Trainer?

Rehhagel: "Wenn man zwei solch dramatische Spiele miterlebt hat, muss man sich erst selbst runterfahren. Da brauche ich noch ein paar Tage dazu. Dann werde ich in mich gehen und sehen, was die Zukunft bringt."

Alle News vom: 16. Mai 2012 Zur Übersicht: Sport

109 Meinungen zu ""Umstände waren Katastrophe""

  • BerlinAdler
    Donnerstag, 17.05.2012, 11:49 Uhr
    Wenn ich das so lese tun viele so als hätten die Herthafans die Bengalos erfunden. Auch Düsseldorfer haben gezündelt und schaut euch auch mal in anderen Stadien um Hätte dann das DFB Pokalfinale auch wiederholt werden müssen da die Dortmundfans Bengalos gezündet haben und das Spiel nicht ohne zwischenfälle zu Ende gespielt werden konnte? Der Run auf das Spielfeld allerdings war in meinen Augen schon krasser. Feiern hin oder her es sind immer ein paar gewalttätige darunter.
  • NrwLady
    Donnerstag, 17.05.2012, 10:37 Uhr
    Callmund sagte gestern im Stern-TV,das die Chaoten die Schaden anrichten auf das härteste bestraft werden sollen.Auch die Kosten die dadurch entstehen sollen zivilrechtlich zu Lasten dieser Rüpel auferlegt werden.Dieses Kuschelgerede vom DFB bringt ja wohl nix.
  • kruemelpupser
    Donnerstag, 17.05.2012, 09:45 Uhr
    Wenn das Spiel NICHT wiederholt wird bedeutet es im Umkehrschluß eine Zustimmung zu diesen chaotischen Zuständen. Diese bisher verhängten lächerlichen Strafen für die Vereine nützen nichts, wie man ja deutlich wieder gesehen hat. Alternativ spielt Düsseldorf in dieser Saison vor leeren Rängen! Das wär doch endlich mal eine Maßnahme. - Vielleicht begreifen es diese Idioten dann.
  • easylife
    Donnerstag, 17.05.2012, 09:16 Uhr
    @Tilly133 Eintrag Seite 8 Sorry, tut mir leid das sagen zu müssen, aber das ist absoluter Quatsch ;-) Dann hätten ja auch die Fans von Hertha nach dem 2:1 als sie jede Menge Bengalos auf das Spielfeld warfen, und da schon beinahe für einen Spielabbruch gesorgt haben, mit einer Wiederholung des Spiels Einfluss genommen um sich der Niederlage zu entziehen. Es kann doch nicht sein das Fans solch eine Macht haben dürfen, hier muß ein Riegel vorgeschoben werden, und zwar schon im Vorfeld, und eben jetzt nachdem man erkannt hat was passieren kann. Denn mal ehrlich, auch hier waren die Düsseldorfer Spieler kurz davor in die Kabinen zu flüchten, denn brennende Bengalos sind weitaus gefährlich als auf den Platz stürmende Fans die einfach nur feiern wollen. Im übrigen fühlte sich keiner der Hertha Spieler bedroht, alles andere zu behaupten ist Quatsch. Die Fans haben einen Pfiff des Schiedsrichters falsch interpretiert und sind zum feiern auf das Spielfeld gestürmt. Anders haben sich da sogar die Spieler der Hertha verhalten, einer soll sogar den Schiedsrichter in der Kabine geschlagen haben. Zum anderen gingen die Gewaltauschreitungen eindeutig von den Berliner Fans aus, was mit den Bengalowürfen seinen Höhepunkt erreicht hatte. Das Spiel konnte mit der regulären Spielzeit zuende gebracht werden und fertig, und die Proteste der Berliner werden höchstwahrscheinlich keine Aussicht auf Erfolg haben, zumindest was eine Spielwiederholung betrifft. Eine Bestrafung anderer Art wird bestimmt folgen. Und zur Info, ich bin kein Düsseldorf-Fan.
  • AstaVanHirsch
    Mittwoch, 16.05.2012, 17:55 Uhr
    Otto hat versucht, zu retten, was noch zu retten war, aber die Hertha-Mannschaft hat ihn dabei nicht genug unterstützt
  • gisahausen
    Mittwoch, 16.05.2012, 17:41 Uhr
    Was muss noch passieren ??? Bis so ein Chaosspiel abgebrochen wird. Schiri Stark hat 3 mal (DREIMAL!!!!!!!) das Spiel abbrechen müssen. Muss es erst Verletzte oder Tote geben?? Ich als Hertha Spieler wäre nicht mehr rausgegangen, den ich hätte Angst um mein Leben gehabt. Als Fan von FC Bayern werde ich mir sicherlich kein Spiel von Düsseldorf anschauen, schon gar nicht in Düsseldorf. Ich bin der Meinung der DFB sollte auf jedem Fall, dafür Sorge tragen, dass das Station in Düsseldorf für die 1. Bundesliga neu saniert und sicherer wird. Der DFB sollte das Spiel nicht werten und ein neues Entscheidungsspiel vor leerer Kulisse machen. Die evtl. Fernseheeinnahmen könnte man dann für die Sicherheit benützen.
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